Iscar: Werkzeuge für die Eisenbahnindustrie Immer in der Spur bleiben

Redakteur: Konrad Mücke

Der Werkzeughersteller Iscar erweitert sein Programm an Werkzeugen speziell zum Bearbeiten von Komponenten in der Eisenbahntechnik. Besondere Forderungen hinsichtlich der Zuverlässigkeit der Prozesse, der Produktivität und der Wirtschaftlichkeit sind zu erfüllen.

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Zum produktiven Bearbeiten eignen sich vorteilhaft Werkzeuge mit tangential geklemmten Schneidplatten
Zum produktiven Bearbeiten eignen sich vorteilhaft Werkzeuge mit tangential geklemmten Schneidplatten
(Bild: Iscar)

Komponenten für die Eisenbahn zu fertigen, erweist sich als besonders anspruchsvoll. Dies gilt für die Fertigungsbetriebe ebenso wie für die Hersteller der Zerspanungswerkzeuge. Die Bauteile sind meist gross und komplex. Beim Bearbeiten sind oft grosse Volumina an Werkstoff abzutragen. Um prozesssicher zu fertigen, benötigt man Werkzeuge, die zuverlässig vorhersagbare Standzeiten einhalten. Zudem sollen sie wartungsarm arbeiten. Die Wahl der passenden Werkzeuge hängt von mehreren Bedingungen ab. Dies betrifft beispielsweise die zu bearbeitenden Werkstoffe, den Werkstoffzustand der Rohlinge sowie die Antriebsleistung und die Steifigkeit der eingesetzten Maschinen.

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Simulation für zuverlässige Vorhersage

Werkzeughersteller können eine virtuelle Fertigungsumgebung nutzen, um Zerspanungsprozesse und Schnittbedingungen zu simulieren. Damit ist gewährleistet, dass die gefertigten Werkzeuge den vielfältigen Forderungen entsprechen. Nur so kann ein Werkzeughersteller die optimale Lösung für den speziellen Bedarf der Hersteller von Eisenbahnkomponenten finden. Beispielsweise kann es sinnvoll sein, Werkzeuge und Prozesse an die Bearbeitung von Drehgestellen und Weichenstellern anzupassen. Drehgestell-Rahmen werden in allen Kategorien des Schienenverkehrs, im Personennah- und -fernverkehr sowie im Güterverkehr benötigt. Weichensteller sind weitverbreitete Bauteile, ebenso wie Kreuzungspunkte, Weichen-Herzstücke und 3-Wege-Weichen.

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Fräs- und Bohrwerkzeuge

Bauteile für die Eisenbahntechnik sind meist zu bohren und zu fräsen. Zum Fräsen nutzt man konische und Wendelschaftfräser, um grosse Zerspanraten zu verwirklichen. Dabei sind Fräser mit tangential montierten Wendeschneidplatten stabiler. Bei enger Zahnteilung arbeiten sie zudem deutlich produktiver. Oft benötigen Fertigungsbetriebe lang auskragende Werkzeuge mit unterschiedlich langen schneidenden Geometrien. Modulare Aufsteckfräser erweisen sich als flexibel und wirtschaftlich verglichen mit Wendelschaftfräsern in Monoblock-Bauweise.

Modulares Design vorteilhaft

Unterschiedlich kombinierte Basiseinheiten und Aufsteckmodule ergeben unterschiedlich lange Wendelschaftfräser. Zudem hat der modulare Aufbau einen entscheidenden Vorteil. Die erste Zahnreihe in den Werkzeugen ist beim seitlichen und beim Planfräsen stärker beansprucht. So verschleissen diese Schneiden eher verglichen mit den restlichen Wendeschneidplatten. In Kompaktwerkzeugen kann ein Bruch der ersten Zahnreihe den Fräser stark beschädigen und unbrauchbar machen. Im modularen System wird einfach das vorderste Modul ersetzt. Anwender profitieren so von mehr Effizienz und längeren Standzeiten.

Alle jüngst von Iscar verwirklichten Fräser verfügen über eine innere Kühlmittelzufuhr. Das sorgt für längere Standzeiten. Speziell bei anspruchsvollen Anwendungen – wie Nutenfräsen und Kantenfräsen bei hohen Schultern – werden die Späne zuverlässig und schnell abgeführt. Diese Fräswerkzeuge ermöglichen insbesondere bei tangentialer Klemmung der Schneidplatten kürzere Bearbeitungszeiten. Dabei muss das Werkzeug flexibel einsetzbar sein. Manchmal kann das Profil im Weichensteller in einem Durchgang gefräst werden. In anderen Fällen hingegen wird in mehreren Schritten bearbeitet, um das richtige Profil und den passenden Durchmesser mit korrekten Abmessungen zu verwirklichen.

Effizient planfräsen

Zum Schruppen und Schlichten stehen nunmehr Plan-Eckfräser der Reihe T890 zur Verfügung. Sie sind mit tangential montierten Wendeschneidplatten ausgestattet. Diese verfügen über acht nutzbare Schneidkanten. Sie eignen sich somit speziell zum Plan- und Schulterfräsen von Weichenstellern und Drehgestellrahmen. Die Wendeschneidplatten gibt es mit unterschiedlichen Schneidengeometrien zum Bearbeiten einer Vielzahl an Werkstoffen.

Grosse Vorschubgeschwindigkeit

Die Hochvorschubfräser FFQ4 sind mit einseitigen, quadratischen Wendeschneidplatten mit vier Schneidkanten ausgerüstet. Sie arbeiten bei kleinen Bearbeitungskräften und eignen sich somit zum Einsatz auf angetriebenen Einheiten oder bei langen Auskragungen. Es gibt diese Fräser in unterschiedlichen Konfigurationen. Varianten als Aufsteckfräser mit 40 bis 100 mm Durchmesser, als Schaftfräser sowie als auswechselbare Fräsköpfe stehen zur Verfügung. Diese Fräser eignen sich für Schruppbearbeitungen an ebenen Flächen, in Kavitäten und Taschen. Sie können auch schräg eintauchen und bohrzirkularfräsen. Sie verwirklichen hohe Zerspanraten bei sehr guten Oberflächen.

Bohren unter schwierigen Bedingungen

Herkömmliche Portalbearbeitungsmaschinen erfordern teilweise grosse Werkzeugauskragungen. Bohrer arbeiten deshalb unter schwierigen Bedingungen. Die von Iscar vorgestellten Bohrer Sumocham können bei hohen Vorschubgeschwindigkeiten besonders genau auf hohe Oberflächengüte bohren. Sie sind mit Wechselbohrköpfen ausgestattet. Kühlmittel wird durch den zylindrischen Schaft innen zugeführt.

Der Werkzeughersteller empfiehlt Wechselbohrköpfe IPC zum Bearbeiten von Kohlenstoff- und legiertem Stahl. Sie haben sich beispielsweise beim Bohren von Drehgestellen bewährt. Kombinierte Bohrwerkzeuge ermöglichen Bohr- und Fräsbearbeitungen mit nur einem Werkzeug. Das verkürzt die Zykluszeit, die Anzahl der benötigten Werkzeuge und die Nebenzeiten, die zuvor der Werkzeugwechsel erforderte. Die Werkzeuge stehen mit zahlreichen Durchmessern für unterschiedliche Schnitttiefen und Auskraglängen zur Verfügung.

Sonderwerkzeuge produktiver

Die Eisenbahnindustrie setzt häufig Sonderwerkzeuge ein. Oft gelingt es, kürzer auskragende Werkzeuge zu nutzen. Diese bieten eine deutlich längere Lebensdauer. Kombinierte Werkzeuge, die mehrere Bearbeitungen in einem Werkzeug vereinen, reduzieren die Bearbeitungszeiten und die Kosten. Abgestimmt auf die besonderen Bedingungen und Forderungen der Eisenbahnindustrie verwirklicht der Werkzeughersteller Iscar eine Vielzahl von Sonderlösungen. - kmu - SMM

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