Instandhaltung für komplexe Anlagen

Instandhaltung leicht gemacht

| Autor / Redakteur: Birgit Eleonora Schiessl, GiS / Silvano Böni

Das Instandhaltungsmanagement von grösseren Anlagen erweist sich als komplexe Herausforderung.
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Das Instandhaltungsmanagement von grösseren Anlagen erweist sich als komplexe Herausforderung. (Bild: zoegl.at)

Das Instandhaltungsmanagement von Anlagen ist alles andere als simpel. MM Karton, Hersteller von gestrichenem Recyclingkarton, setzt dabei auf eine Systemlösung von IBM. Um für einen noch einfacheren Umgang mit dem komplexen Instandhaltungsmanagement-System zu sorgen, nutzt das Unternehmen ausserdem das Insight Control Panel der GiS.

Die Mayr-Melnhof Karton GmbH (MM Karton) mit Sitz in Wien ist der weltweit grösste Hersteller von gestrichenem Recyclingkarton mit wachsendem Sortiment von Frischfaserkartonsorten. Das Unternehmen produziert an sieben europäischen Standorten mit einer Jahreskapazität von mehr als 1,7 Millionen Tonnen. Dazu benötigt es komplexe Anlagen, welche zu verwalten und instand zu halten sind. Als In­standhaltungsmanagementlösung setzt MM Karton darum seit vielen Jahren IBM Maximo Enterprise Asset Management (EAM) ein.

Um den Zugang aber auch für Mitarbeiter, die nur selten mit dem System arbeiten, zu erleichtern, wurden schlanke und intuitiv bedienbare Oberflächen benötigt. Die Lösung fand sich 2015 bei der GiS mbH im Navigationsbaum Insight Explorer und in der unternehmensweiten, vollintegrierten Volltextsuche Insight X-Ray – beides Module des im eigenen Hause entwickelten Insight Control Panels. «Mit dem nahtlos integrierten Insight Explorer, und der darin integrierten Suchfunktion gewinnt die MM Karton einen Riesenmehrwert», kommentiert Christian Voller-Niederl, Senior Application Engineer bei Mayr Melnhof Karton. «Dieses Modul macht es unseren Anwendern möglich, einfach und rasch Klartext-Ergebnisse zu finden. Die manuelle Eingabe umfangreicher Artikelnummern oder komplizierter, kryptischer Attributnummern bleibt erspart – nur die wirklich relevanten Ergebnisse inklusive Artikelnummer, Klassifikationsnummer, etc. werden geliefert», erklärt Voller-Niederl weiter.

Unabhängiges mobiles Arbeiten steigert Datenqualität und Arbeitsproduktivität

Ein Front-End sollte entstehen, mit dem der Anwender sowohl mobil wie über Browser alle benötigten Daten aus dem EAM, ERP und Produktionssystem online und offline ziehen und bearbeiten kann.

Strategisch sollte eine Light-Version des Maximo als Front-End der mobilen Arbeitsmanagementlösung Insight Mobile entstehen, die durch das Gros der Anwender rollengerecht genutzt werden kann. Insight Mobile ermöglicht unterschiedliche Sichten und Anwendungsfälle: Was der User von MM Karton dabei sieht und wie die Anwendung pro Rolle oder Anwender genutzt wird, wurde mittels Konfiguration als individueller Filter festgelegt.

Einfache Bedienung verbessert Akzeptanz, Effizienz und minimiert den Supportbedarf

Zunächst wurden Use Cases für das Melden von Störungen, für die Inventurabwicklung nach gesetzlichen Vorgaben (4-Augen-Prinzip, Bestandskorrekturen) und das Freigeben von Materialbestellungen zum Arbeitsauftrag realisiert: Use Cases sind individuell auf den Anwender zugeschnitten, sodass sie im Front-End des Insight Mobile genau ihre Anwendungsfälle aufrufen können.

Use Case: Lagerbestand / Inventur

Vor Einführung des Insight Mobile erfolgte die Inventur bei MM Karton über ein Zählen mit händischem Vermerk auf Zetteln mit nachfolgender manueller Eingabe ins Maximo. Mit Einführung der mobilen Inventur werden die Angaben direkt ins Maximo eingepflegt, was eine Zeitersparnis von 80 Prozent erbringt:

Im Lagerbestand wurden die Komponenten mit Barcodes versehen und Laserpistolen eingeführt, mit denen der zählende Mitarbeiter den Barcode im Lager scannt. Per Bluetooth besteht eine Verbindung mit dem mobilen Device eines zweiten Mitarbeiters, der die ermittelte Artikelanzahl direkt über das Insight Mobile ins Maximo eingibt, was eine erhebliche Zeitersparnis inkludiert.

Beim Verschieben von Anlagen, wenn zum Beispiel Pumpen oder Motoren ein- oder ausgebaut werden, wurde die Dokumentation früher nur allzu oft mangelhaft betrieben. Mit Insight Mobile lassen sich Aufnahme, Meldung sowie Dokumentation unmittelbar im Maximo ausführen.

Use Case: Instandhaltungsbaum / Volltextsuche

Über die Suche Insight X-Ray, der Volltextsuche über die Standortstruktur, recherchiert der Auftragsverantwortliche Artikel im Lager, die er speziell zu seinem Auftrag benötigt, ordnet diese direkt zu beziehungsweise initiiert eine Bestellanforderung im ERP-System.

Bei der eingebetteten, unternehmensinternen Volltextsuche, die über mehrere Datenbanken konfiguriert werden kann, nutzt der Anwender ein einziges, zentrales Suchfeld. Die Suchergebnisse inklusive Objektdetails und Beschreibung werden sehr schnell über alle Anwendungen hinweg in einer übersichtlichen Ergebnisliste geliefert. Wie im Insight Explorer sind auch hier die Drag&Drop-Funktionen freigegeben und Aktionen lassen sich vom Kontextmenü der Suchergebnisse ausführen.

Das ERP-System kurz erklärt

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Use Cases: Mobile Freigabe und Rückmelden

Bedarfsanforderungsworkflow mit Freigabe für das Management war früher nur direkt am Arbeitsplatz möglich. Mobil am Smartphone, kann eine Freigabe gleichsam an jedem Ort und zu jeder Zeit im Maximo erfolgen. Die Rückmeldung von Reparaturaufträgen mit Schadensfotos, Bericht, Materialverbrauch und geleisteter Arbeitszeit befindet sich gerade im Betatest: Eine leichtgewichtige Rückmeldemaske mit relevanten Feldern und einer einfachen Suche der entsprechenden Aufträge erhöht die Rückmeldeakzeptanz und Qualität.

Insight Light über Browser

Parallel wurden Funktionalitäten zur Nutzung via Browser entwickelt. Hier lag der Fokus insbesondere auf der Bearbeitung der Anlagenstruktur und der dort abgelegten Informationen zu geplanten Aufträgen.

Mittels des Insight Explorers werden heute Verschiebungen (z.B. bei Stilllegung von Assets) per Drag&Drop durchgeführt. Über den sogenannten Meldebaum recherchiert und organisiert der Verantwortliche sämtliche Vorhaben an einem Asset.

Fazit aus Projektleitungssicht

«Wir haben hier ein on-going-Projekt, das durch die enge Zusammenarbeit mit den Entwicklern des Lieferanten sehr kundenfreundlich abläuft und eine gute Plattform für immer neue Ideen bietet. Kontinuierliches Interagieren führt zu praxistauglichen Lösungen, die für MM Karton gänzlich massgeschneidert sind und, die wir auch mit eigenen Mitteln anpassen und weiterentwickeln können», erläutert Voller-Niederl.

Der nächste in Arbeit befindliche Meilenstein werden Dashboards zur Analyse über eine Vielzahl an Daten von Sensoren und verschiedenen Datenquellen sein. SMM

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