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Intralogistik: Automation als Schlüssel zum Erfolg

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«Der Trend der Intralogistik geht ganz klar in Richtung Automatisierung», Martin Weber, Vorsitzender der Geschäftsleitung Jungheinrich AG

SMM: 2015 war durch den starken Franken ein schwieriges Jahr. Wie haben Sie das Jahr erlebt? Wie sieht die Situation ein Jahr nach dem SNB-Entscheid aus?

Martin Weber: Nach dem Ende des Euro-Mindestkurses gab es schon ein wenig Unsicherheit. Februar und März waren recht turbulent. Man spürte eine gewisse Nervosität. Einige Kunden kauften gerade wegen des günstigen Kurses. Andere Kunden wiederum warteten mit Investitionen ab. Ab dem 2. Quartal hatte sich dann das Geschäft wieder eingependelt und wir konnten 2015 ein gutes Ergebnis erzielen. Wir wissen, wo wir stehen, und das gibt uns die nötige Stabilität. 2016 steht nun die Ölpreisentwicklung im Fokus. Wir, und auch die Wirtschaft im Allgemeinen, werden im 2. Quartal die Tendenz für 2016 feststellen können.

Welche Trends zeichnen sich in der Logistik ab? Wo geht es in Zukunft hin?

Der Trend der Logistik/Intralogistik geht ganz klar in Richtung Automatisierung. Die industrielle Revolution, «Industrie 4.0», spüren wir auch in unserem Fachbereich und benennen sie mit dem Begriff «Intralogistik 4.0». Auf die fortschreitende Automatisierung und die permanente Hinterfragung der höchstmöglichen Effizienz im Lager antworten wir bereits seit einigen Jahren mit der ganzheitlichen Betrachtungsweise des Lagers. Wir betrachten die Intralogistik im Zusammenhang mit der Supply Chain des Kunden und beziehen so auch angrenzende Themen ein. Zukunftsweisende Transportmittel, wie zum Beispiel «Cargo Sous Terrain», geben uns wichtige Impulse.

Der Markt ist hart umkämpft. Wie heben Sie sich von ihren Mitbewerbern ab?

Jungheinrich ist Vollsortimenter und Gesamtanbieter der Intralogistik. Uns geht es um die ganzheitliche Betrachtung des Lagers. Wir denken nicht in Produkten, sondern in Lösungen. Es geht nicht um die Implementierung eines oder mehrerer Produkte, sondern um die Effizienzsteigerung im Lager. Diese Betrachtungsweise und auch die entsprechende Beratung kann nur ein Anbieter leisten, der die gesamten Komponenten und Dienstleistungen einbeziehen und miteinander verbinden kann. Und das bieten wir aus jedem Bereich heraus aus einer Hand an. Ob Vertrieb Flurförderzeuge, Projektgeschäft Logistiksysteme oder aus dem Service im Kundendienst.

Welche Neuheiten darf man von Ihrem Unternehmen in kommender Zeit erwarten?

Eine Neuheit ist ein Schmalgangstapler, den wir offiziell an der LogiMAT 2016 in Stuttgart vorgestellt haben. Bei dem Fahrzeug handelt es sich um einen Elektro-Kommissionier-Dreiseitenstapler – kurz Kombistapler. Das Gerät trägt Lasten bis zu 1600 Kilogramm und reicht bis in Höhen von 17,5 Metern. Er verfügt über modernste Steuerungstechnik, eine komplett neu entwickelte Motorentechnologie und ein effektives Energiemanagement. Darüber hinaus sorgt eine intelligente Leichtbauweise für eine Gewichtsreduktion von 150 Kilogramm. Damit können wir garantieren, dass der neue Stapler zwei Schichten lang mit nur einer Batterieladung effizient und wirtschaftlich arbeiten kann.

Der Fachkräftemangel spitzt sich seit Jahren in nahezu allen Branchen zu. Wie sieht die Situation bei Ihnen aus? Ist es schwieriger geworden, geeignete Mitarbeitende zu rekrutieren?

Das können wir bestätigen. Es ist schwieriger geworden, die richtigen Fachkräfte für die spezialisierten Positionen und Aufgaben zu finden. Gerade auch im Hinblick auf die Qualität und Beratungsleistung, die wir von unseren Mitarbeitenden aus der Position des Gesamtanbieters heraus erwarten. Dennoch können wir dieser Anforderung gerecht werden. Wir haben eine grosse Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitenden und unterstützen sie in der Aus- und Weiterbildung. Dabei setzen wir auf eine langjährige Zugehörigkeit mit Perspektiven.

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