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«Ich bin zuversichtlich, dass der Werkplatz Schweiz auch diese Herausforderung bewältigt», Peter Duss, Geschäftsleitung Xelog AG.
SMM: 2015 war durch den starken Franken ein schwieriges Jahr. Wie haben Sie das Jahr erlebt? Wie sieht die Situation ein Jahr nach dem SNB-Entscheid aus?
Peter Duss: Xelog setzt Projekte auch im Euro-Raum um, und der Kostendruck hat sich durch den Wegfall des von der SNB gehaltenen Mindestkurses weiter verschärft. In der Konsequenz müssen wir einfach günstiger produzieren, weil der Euromarkt keine höheren Preise akzeptiert. Wir begegnen dieser Herausforderung unter anderem damit, dass wir in Deutschland eine Niederlassung aufbauen. Die rechtliche Einheit haben wir Ende November gegründet und erste Mitarbeiter bereits eingestellt.
Welche Trends zeichnen sich in der Logistik ab? Wo geht es in Zukunft hin?
Automatisierung und damit die Reduktion der Stückkosten/Handlingkosten ist ein grosses Thema. Im Moment ist Industrie 4.0 in aller Munde, doch die Illusion, dass sich alles automatisieren lässt, ist trügerisch. Der Mensch wird immer eine bedeutende Rolle beim Betreiben der Logistik spielen, doch muss die Ressource Mensch effektiver und effizienter eingesetzt werden. Mit der Kopplung von Materialfluss und Informationsfluss durch unterstützende IT-Systeme, wie beispielsweise ein Warehouse-Management-System, erzielen unsere Kunden beeindruckende Ergebnisse.
Der Markt ist hart umkämpft. Wie heben Sie sich von Ihren Mitbewerbern ab?
Letztlich entscheiden doch immer die gleichen Faktoren: Welchen Nutzen bringt eine Lösung, wie schnell profitiere ich davon, wie lange dauert der Payback. Mit Fachkompetenz, Innovationsgeist und unseren «ready-to-run»-Software-Lösungen schaffen wir Erfolge für unsere Kunden – und uns.
Welche Neuheiten darf man von Ihrem Unternehmen in kommender Zeit erwarten?
Lösungen müssen schnell, mit einem kurzfristigen wie auch nachhaltigen Nutzen umgesetzt werden können. Genau daran arbeiten wir. Den praxisorientieren Einsatz von Technologie haben wir uns schon immer auf die Fahne geschrieben, und ob morgen nun pick-by-vision oder Roboter das Thema ist, wird sich weisen. Letztlich müssen wir Ware bewegen – mit wenig «Handgriffen», effektiv und sicher. Oder anders ausgedrückt: Wirtschaftlichkeit, Nutzen und time to market werden noch mehr an Bedeutung gewinnen, und daran orientieren wir uns.
Der Fachkräftemangel spitzt sich seit Jahren in nahezu allen Branchen zu. Wie sieht die Situation bei Ihnen aus? Ist es schwieriger geworden, geeignete Mitarbeiter zu rekrutieren?
Was uns mit der Eurokrise vermehrt Sorgen bereitet, ist die Höhe der Gehälter, die wir für Informatikingenieure bezahlen müssen. Fachlich hoch qualifizierte Mitarbeiter zu finden und zu halten, war und bleibt eine Herausforderung. In einem globalen Markt, der immer besser wird, tun wir in der Schweiz zu wenig, um an der Spitze zu bleiben. Wir sind sehr, sehr satt geworden. Unser Vorsprung durch Qualität, Erfindergeist, Pünktlichkeit, Präzision schmilzt dahin. Aber auch wenn die Luft dünner wird, bin ich zuversichtlich, dass der Werkplatz Schweiz auch diese Herausforderung bewältigt.
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