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«Das Jahr war turbulent, der Ausgang aber durchaus versöhnlich», Marc André Baumgartner, Geschäftsführer Still AG
SMM: 2015 war durch den starken Franken ein schwieriges Jahr. Wie haben Sie das Jahr erlebt? Wie sieht die Situation ein Jahr nach dem SNB-Entscheid aus?
Marc André Baumgartner: Zunächst einmal muss man festhalten, dass der SNB-Entscheid für uns nicht gänzlich unerwartet kam. Die Strategie der Still-Gruppe, was den Umgang mit Fremdwährungsrisiken angeht, ist eher konservativ ausgelegt und so auch «berechenbar». Natürlich hatte der Entscheid einen nicht unwesentlichen Einfluss auf unser Geschäft, dies aber vielmehr über die Erwartung unserer Kunden. Diese forderten umgehend einen entsprechenden Preisnachlass, welchen wir auch gewährt haben. Unsere Einkaufspreise sind aber nicht so schnell gefallen, wie wir unsere Preise senken mussten, was natürlich einen negativen Einfluss auf unseren Umsatz und unser Ergebnis gehabt hätte, was wir aber über verschiedene Sofortmassnahmen zu einem grossen Teil auffangen konnten. Das Jahr war also turbulent, der Ausgang aber durchaus versöhnlich.
Welche Trends zeichnen sich in der Logistik ab? Wo geht es in Zukunft hin?
Der Trend zeig ganz klar in Richtung Automatisierung und Vernetzung. Unsere Kunden stehen preislich unter Druck und müssen sich im Wettbewerb behaupten. Da ist Zeit gleichbedeutend mit Geld und man versucht zu optimieren, wo es nur geht. Hinzu kommt, dass Sicherheit und Umwelt immer mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird, was unseres Erachtens dazu führt, dass auch immer mehr elektrisch betriebene Geräte in den Markt kommen und die anderen Technologien verdrängen werden. Man spricht heute in fast sämtlichen Industriezweigen von der Digitalisierung. Hier bin ich davon überzeugt, dass das auch vor unserer Industrie nicht Halt machen wird. Wir sprechen hier von Plattformen, der Anbindung von Flurfördermitteln an «Werksteams», um beispielsweise bei Reparaturen/Wartungen effizienter zu werden, bis hin zur kompletten Einbindung der Logistik in die digitale Welt.
Der Markt ist hart umkämpft. Wie heben Sie sich von Ihren Mitbewerbern ab?
Nun, Still steht für Qualität und Top-Performance. Dies gilt nicht nur für unsere Geräte und Services, sondern auch für unsere Mitarbeiter. Gemeinsam arbeiten wir an Lösungen, welche die innerbetrieblichen Herausforderungen unserer Kunden erfolgreich und effizient meistern können. Wir bauen und entwickeln für und mit unseren Kunden zusammen, so dass wir stets am Puls des Marktes sind. Hier sind wir als innovatives und unternehmerisch denkendes Unternehmen ausgezeichnet positioniert, um auch nochmals einen Schritt weiter zu gehen. Man wird auch in Zukunft mit und von uns sprechen, wenn es um innerbetriebliche Logistiklösungen geht. Ein wesentlicher Meilenstein dafür war unter anderem auch die Akquisition des auf Automatisierung spezialisierten Unternehmens Egemin im vergangenen Jahr.
Welche Neuheiten darf man von Ihrem Unternehmen in kommender Zeit erwarten?
Die Welt der Flurfördermittel hat sich verändert und wird sich weiter verändern. Man kann sich darauf verlassen, dass wir hier vorne mitspielen werden und die kommenden Markteinführungen dem Still-eigenen Anspruch, die Nummer eins in der Intralogistik zu sein, mehr als nur gerecht werden.
Der Fachkräftemangel spitzt sich seit Jahren in nahezu allen Branchen zu. Wie sieht die Situation bei Ihnen aus? Ist es schwieriger geworden, geeignete Mitarbeiter zu rekrutieren?
Das muss man differenziert betrachten. Bei so vielen Hochschulabgängern findet man für «white-collar»-Positionen die richtigen Mitarbeiter. Anders sieht es aus, wenn man über Techniker und Verkäufer spricht. Unsere Produkte und Dienstleistungen sehen auf den ersten Blick einfach aus, sind es aber nicht. Die Produkte verlangen ein breites Wissen von Hydraulik, Mechanik bis hin zur Elektronik und Softwaresystemen. Unser Bildungssystem bietet ein so breites Spektrum an Wissen gar nicht an und wir müssen unsere Fachkräfte zuerst ausbilden. Dies gilt für Techniker und Verkäufer.
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