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«Die Schweiz ist für uns trotz des starken Frankens weiterhin ein ganz wichtiger Standort», Benno Reichmuth, Geschäftsführer SSI Schäfer AG
SMM: 2015 war durch den starken Franken ein schwieriges Jahr. Wie haben Sie das Jahr erlebt? Wie sieht die Situation ein Jahr nach dem SNB-Entscheid aus?
Benno Reichmuth: SSI Schäfer ist nicht nur in Bezug auf den Vertrieb und die Realisierung, sondern auch in Bezug auf die Fertigungsstandorte sehr international aufgestellt. Die Möglichkeit, Produkte aus dem eigenen Haus im EU-Raum beschaffen zu können, hat uns in der Schweiz 2015 gerade im Standardgeschäft geholfen. Auf der anderen Seite erbringen wir sämtliche Servicedienstleistungen, welche von Mechanik über Elektrik bis hin zu IT reichen, für den Schweizer Markt auch aus der Schweiz. Die Schweiz ist für uns trotz des starken Frankens weiterhin ein ganz wichtiger Standort.
Welche Trends zeichnen sich in der Logistik ab? Wo geht es in Zukunft hin?
Die Urbanisierung, der demografische Wandel und die zunehmende Konnektivität werden das Kaufverhalten und damit die Logistik massgeblich verändern. Die Automatisierung wird weiter an Bedeutung gewinnen und Mensch und Maschine werden enger zusammenarbeiten.
Der Markt ist hart umkämpft. Wie heben Sie sich von Ihren Mitbewerbern ab?
Im Vordergrund steht bei uns die ganzheitliche Kundenbetreuung, das heisst Planung und Beratung, Realisierung und Aftersales-Service inklusive Helpdesk. Das breite Produkt und Leistungsspektrum von SSI Schäfer ist einmalig. Dies, gekoppelt mit spezifischen Branchenkenntnissen, erlaubt es uns, eine für den Kunden zugeschnittene Lösung zu erarbeiten. Gerade bei automatisierten Systemen ist die lokale Kompetenz in Prozess- und IT-Fragen wichtig.
Welche Neuheiten darf man von Ihrem Unternehmen in kommender Zeit erwarten?
Das neue FTS des Typs Weasel ist eine der neusten Entwicklungen aus unserem Hause. Die Navigation des fahrerlosen Transportsystems erfolgt entlang einer optischen Fahrspur, die einfach, schnell und flexibel angebracht wird. Mit diesem System bieten wir eine innovative Lösung, die gleichermassen durch Flexibilität und Skalierbarkeit besticht. Veränderte Kundenbedürfnisse und Schwankungen in der Nachfrage sind so jederzeit kostengünstig und kurzfristig beherrschbar. In der Schweiz haben wir in den letzten Monaten bereits die ersten Projekte erfolgreich implementiert. An der Fachmesse Logistics & Distribution in Zürich konnten Besucher den Weasel auch live begutachten.
Der Fachkräftemangel spitzt sich seit Jahren in nahezu allen Branchen zu. Wie sieht die Situation bei Ihnen aus? Ist es schwieriger geworden, geeignete Mitarbeiter zu rekrutieren?
Der Fachkräftemangel ist in der Schweiz schon seit Jahren ein Thema, das auch uns betrifft. Es ist nicht immer einfach, die besten Mitarbeiter mit entsprechendem Fachwissen zu finden, da unsere Branche doch sehr überschaubar ist. Wir investieren daher viel in moderne und zukunftsgerichtete Ausbildungs- und Schulungskonzepte. In der Schweiz beschäftigen wir gegen 200 Mitarbeiter und bilden mehr als 16 Lehrlinge in diversen Berufen aus. Wir versuchen damit, auch einen Teil der benötigten Fachkräfte selber auszubilden. Dank der Unternehmensgrösse können Mitarbeiter auch in neue Funktionen hineinwachsen.
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