Blechbearbeitungsmaschinen Komplettbearbeitung durch Stanzen und Fräsen

Redakteur: Luca Meister

Mittels zweier verschiedener Fräseinheiten realisiert die Boschert GmbH & Co. KG individuelle Lösungen zur universellen Komplettbearbeitung von «Alucobond»-Platten oder Aluminium- und anderen Nichteisenmetall-Blechen. Die CNC-Stanzmaschinen-Baureihen «Compact», «TWIN/TRI» und «Multipunch» bieten Unternehmen aus allen Branchensegmenten standardisierte Anlagen für die flexible Anwendung.

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Beispielhaft gestanzte Werkstücke aus Aluminium und Kupfer, die auf der «TWIN/TRI» in einem Prozess komplett bearbeitet werden.
Beispielhaft gestanzte Werkstücke aus Aluminium und Kupfer, die auf der «TWIN/TRI» in einem Prozess komplett bearbeitet werden.
(Bild: Boschert)

mei. Präzisionsstanzen, Nibbeln, Umformen oder mit Zusatzeinrichtungen auch Prägen, Perforieren, Gewindeschneiden sowie mit einem Plasma- oder Faserlaser-Schneidkopf kombiniertes Brenn-/Laserschneiden und Stanzen: So wird Komplettbearbeitung in einer Aufspannung möglich und das Rohblech- und Teilehandling beschränkt sich auf ein Minimum.

Die Grenzen zwischen klassischer Blechbearbeitung in Arbeitsteilung auf mehreren Maschinen und integrierter Komplettfertigung von Blechbauteilen auf möglichst nur einer Maschine verwischen immer mehr. Zumal bekannte und neue Werkstoffalternativen auch andere Bearbeitungsverfahren notwendig machen. «Muss aber nicht sein», sagten sich die Boschert-Ingenieure und entwickelten zwei Anbaueinheiten für Fräsbearbeitungen an «Alucobond»-Verbundplatten und Aluminium- oder auch anderen Nichteisenmetall-Blechen. Dies mit dem Ziel, den Metallbauern sowie Zulieferern neue Möglichkeiten für Komplettleistungen an ihre Kunden bzw. ihnen neue Marktsegmente zu eröffnen. Aber auch um die Komplettbearbeitung einfacher wie komplexer Werkstücke in einem Prozess, und damit viel produktiver, durchzuführen.

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Verbundplatten fräsen

Alucobond wurde einst als stabiler, leicht zu verarbeitender Werkstoff für den Fassadenbau entwickelt. Dessen Witterungsbeständigkeit, Schlag- und Bruchfestigkeit sowie schwingungsdämpfenden Eigenschaften, einfache Bearbeitbarkeit und Montagetauglichkeit führten dazu, dass das Material auch im Innenausbau, Ladenbau oder bei Maschinenverkleidungen mehr Verwendung findet.

Um eine rationell-flexible Komplettbearbeitung von Alucobond-Platten durch Stanzen und Fräsen zu ermöglichen, rüstet Boschert alle Baureihen der CNC-Stanzmaschinen optional mit einer Fräseinheit aus. Die Fräskanttechnik erlaubt die Herstellung auch von nicht-flächigen Formteilen aus Alucobond in verschiedensten Grössen und Arten. Dabei werden auf der Rückseite der Verbundplatten mit Scheiben- oder Formfräsern V-förmige Nuten eingefräst.

Das Aluminium-Deckblech der Vorderseite bleibt ebenso erhalten wie ein Teil des Kunststoffkerns. Die geringe Dicke des Deckblechs gestattet das manuelle Abkanten, wobei die Nutform den Biegeradius bestimmt. Im Normalfall werden die Nutenfräsarbeiten als eigene Arbeitsgänge auf vertikalen Plattenkreissägen, Plattenfräsern oder CNC-Bearbeitungszentren durchgeführt. Mit der Fräseinheit von Boschert dagegen verbleibt die Alucobond-Platte auf dem Maschinentisch und wird von der Stanz- sowie von der Fräseinheit in einem Prozess, und ohne Maschinenwechsel oder umspannen zu müssen, komplett bearbeitet.

Auch Nachrüsten möglich

Die Fräsausrüstung für die Stanzmaschinen besteht aus einer Fräseinheit (mit Zwei-KW-Hochfrequenzspindel, stufenlos regelbarer Drehzahl von 1000 bis 18 000 Umdrehungen pro Minute und Z-Schlitten mit 70 Millimeter Hub) mit manueller Nonius-Frästiefen-Einstellung, pneumatischem und verstellbarem Material-Niederhalter, Spannzangen für die Werkzeuge, Absauganlage mit Absaugglocke und selbstreinigendem Filter sowie Spänewanne. Die Fräseinheit lässt sich sowohl an Neumaschinen installieren als auch an vorhandenen Maschinen nachrüsten.

Gilt es an Aluminium- oder Nichteisenmetall-Blechen Innen- oder Aussenkontur-Fräsbearbeitungen sowie Innen- oder Aussenkanten-Fasbearbeitungen vorzunehmen, weil die Innen- oder Aussenkonturen nicht zu stanzen sind bzw. die Bleche aus Technik-, Optik- oder Montagegründen oben oder unten bzw. auch oben und unten mit Fasen versehen werden müssen, lassen sich die CNC-Stanzmaschinen der Baureihe «TWIN/TRI» um eine CNC-gesteuerte Zwei-Achsen-Fräseinheit erweitern. Diese Einheit ist frontseitig gesehen links vom Stanzkopf angebaut und damit sehr gut zugänglich sowie vom Bediener direkt einsehbar. Mit vier Kilowatt Leistung und Drehzahlen im Bereich bis max. 6000 Umdrehungen pro Minute sowie einem Z-Hub von 150 Millimeter können verschiedene Fräswerkzeuge (Schaftfräser, Radiusfräser, Formfräser bis max. 24 Millimeter Durchmesser) verwendet werden. Zur Ausrüstung gehören ein Absaugsystem und eine Spänewanne. Die Werkzeugauswahl richtet sich nach den jeweils zu bearbeitenden Materialien wie z.B. Aluminium, Kupfer oder Messing, wobei die Werkzeuge in einer Spannzange aufgenommen sind und sich schnell wechseln lassen. <<

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