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Maschinensicherheit Maschinenprüfung nach DGUV 3: Das müssen Sie beachten

Die Maschinen in Betrieben unterliegen regelmässigen Prüfungen. Diese Wartungs- und Prüfungsintervalle dienen der Arbeitssicherheit und verlängern die Lebensdauer der Anlagen. Was es dabei zu beachten gibt, erklärt dieser Artikel.

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In jedem Unternehmen mit Maschinen ist eine regelmässige Kontrolle unumgänglich. Prüfplaketten unterstützen dabei in vielfältiger Weise.
In jedem Unternehmen mit Maschinen ist eine regelmässige Kontrolle unumgänglich. Prüfplaketten unterstützen dabei in vielfältiger Weise.
(Bild: pixabay.com © geralt (CC0 Creative Commons))

Die Maschinen in jedem Betrieb unterliegen regelmässigen Prüfungen. Ob bei der Inbetriebnahme, nach Änderungen am Gerät oder wiederkehrend in einem vorgeschriebenen Rhythmus – die Maschinenprüfung von elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln nach DGUV 3 sorgt dafür, dass die Arbeitssicherheit gewährleistet ist. Dadurch bieten Unternehmen ihren Angestellten das richtige Mass an Schutz, um weder Gesundheit noch das Leben der Mitarbeiter zu gefährden. Für den Betrieb ergeben sich ebenfalls Vorteile, denn regelmässige Wartungs- und Prüfungsintervalle führen zu einer erhöhten Lebensdauer der Anlagen sowie zu reduzierten Reparaturkosten.

Was ist die DGUV Vorschrift 3?

Grundsätzlich besteht für jeden Maschinentyp ein festgelegter DGUV-Grundsatz. Bei elektrischen Maschinen und Betriebsmitteln handelt es sich um die DGUV Vorschrift 3. Diese Unfallverhütungsvorschrift umfasst allerdings auch Arbeiten, die zwar nicht elektronisch sind, aber in der Nähe elektrischer Maschinen und Betriebsmittel absolviert werden. Dazu gehören beispielhaft das Errichten von Kabelanlagen, Ausbesserungsarbeiten oder Montage-Tätigkeiten.

Prüfung nach Richtlinie DIN VDE 0113-1 (EN60204-1)

DIN-Normen basieren sowohl auf nationaler und internationaler als auch auf europäischer Normungsarbeit. In einem regelmässigen Rhythmus von fünf Jahren kommt es zu einer Aktualitätsprüfung der DIN-Normen, sodass alle, die nicht dem derzeitigen Technikstandard entsprechen, überarbeitet oder entfernt werden. Bei der DIN VDE 0113-1 (EN60204-1) handelt es sich um die deutsche Variante der internationalen IEC 60204-1. Diese Norm beschäftigt sich mit den Anforderungen an die elektrische Ausrüstung kleiner Maschinen und grosser Maschinenanlagen. Deshalb gilt diese DIN-Norm als Richtlinie bei der Maschinenprüfung.

Wie wird die Prüfung dokumentiert?

Um zu erkennen, welche Maschinen bereits geprüft wurden, erhalten die Anlagen sogenannte Prüfplaketten. Überdies geben diese Plaketten Aufschluss über den nächsten Prüftermin.

Externe Prüfer haben die Auswahl an verschiedenen Prüfplaketten je nach Einsatzgebiet und rechtlicher Grundlage. Aus diesem Grund finden sich Prüfplaketten auf vielen verschiedenen Maschinen und Geräten. Das Spektrum reicht von medizinischen Bauteilen und Geräten bis hin zu hochwertigen Automobilteilen. Die Plaketten unterscheiden sich dadurch natürlich, sodass es beispielsweise spezielle Modelle für elektrische Anlagen gibt als auch spezifische Medizinprüfplaketten. Jahresangabe, Monatskranz sowie ein individueller Text, der sich nach dem Einsatzzweck richtet, sorgen für eine ordnungsgemässe Dokumentation. Damit die Prüfplakette sichtbar und dauerhaft haltbar bleibt, bestehen sie aus verschiedenen Materialien, die sich für diverse Einsatzbereiche eignen. Modelle aus widerstandsfähiger Folie sind beispielsweise kratz-, wisch- und reissfest, weshalb sie in feuchten Innen- und Aussenbereichen eingesetzt werden können. Varianten aus sogenannter Sicherheitsfolie sind hervorragend für Firmenbereiche geeignet, wo verschiedene Zutritte erfolgen, da diese Plaketten manipulationssicher sind. Geräte in Arbeitsbereichen, wo keine besonderen Umgebungsbedingungen herrschen, sind mit einer Prüfplakette aus Papier gut beraten. Diese Modelle sind umweltfreundlich und eignen sich für die kurzzeitige Anwendung im Inneren.

Wer darf die Prüfung durchführen?

Die Maschinenprüfung im Betrieb muss von einer geeigneten Person mit entsprechenden Fachkenntnissen durchgeführt werden. Dazu zählt beispielsweise eine Elektrofachkraft. Diese Fachkraft muss nach den technischen Regelungen für Betriebssicherheit (TRBS 1203) für diese Aufgabe geeignet sein. Das ist ebenfalls eine Bestimmung der DGUV Vorschrift 3. Sind im Betrieb jedoch passende Mess- und Prüfgeräte verfügbar, ist es auch möglich, die Maschinenprüfung von einer unterwiesenen Person des Unternehmens unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft abzulegen.

Im Regelfall vereinbaren die Unternehmen einen Termin mit dem entsprechenden Prüfunternehmen, welches die Elektrofachkraft dann in den Betrieb schickt. Hierbei ist es wichtig, die angegebenen Prüftermine auf den Prüfplaketten im Auge zu behalten, um den regelmässigen Prüfrhythmus beizubehalten. Laut der DGUV Vorschrift 3 sind die Fristen für die Maschinenprüfungen so zu terminieren, dass entstehende Mängel rechtzeitig bemerkt werden. In Prüfunternehmen sind die Fachkräfte auch am Wochenende unterwegs, um die Termine an den jeweiligen Betriebsablauf anzupassen. Zuweilen ist es notwendig, ein sogenanntes Prüfbuch mit vorgeschriebenen Eintragungen zu führen. Dies ist von der Berufsgenossenschaft abhängig.

Woraus besteht die Prüfung?

Betriebe, die eine Maschinenprüfung gemäss DIN VDE 0113-1 (EN60204-1) durchführen lassen, müssen mit ihren Geräten drei Phasen durchlaufen. Im ersten Schritt sichtet der Prüfer die Maschine. Dabei stellt er fest, ob das Gerät in einem ordnungsgemässen Zustand ist. Dies erfolgt zunächst auf optischer Basis, weshalb in diesem Schritt auch die Papiere der Maschine überprüft werden. Danach kommt es zur sogenannten Erprobungsphase im laufenden Betrieb. Dabei kontrolliert der Maschinenprüfer die Massnahmen zum Schutz sowie die Meldeeinrichtungen, währenddessen ist es möglich, Kleinigkeiten schon zu beheben oder eventuell grössere Mängel zu erkennen. Hinzu kommt die Überprüfung der Umgebung. Essenzielle Fragen, wie beispielsweise ob die Maschine den richtigen und vorgeschriebenen Mindestabsatz zum nächsten Gerät aufweist, sind dabei ebenfalls Bestandteil der Prüfung. In der letzten Phase misst der Prüfer mit einem Messgerät, wie effektiv die Schutzmassnahmen im Betrieb und ob alle Grenz- sowie Messwerte in Ordnung sind.

Nach diesen drei Phasen findet eine Auswertung der Ergebnisse statt, welche natürlich dokumentiert werden. Die Auflagen sind sehr streng, weshalb bei einer solchen Prüfung selbst kleinste Mängel sichtbar werden. Dies kommt jedem Unternehmen mit vielen Maschinen allerdings zugute, denn so sind Stillstand- und Reparaturzeiten zu senken. Des Weiteren sorgt die Prüfung dafür, dass keine Kettenreaktion entsteht, was beim Ausfall einer Maschine durch einen unerkannten Defekt oder technische Mängel durchaus der Fall sein kann. Durch die Maschinenprüfung gewährleisten Unternehmen einen reibungslosen Ablauf im Betrieb und bleiben in der jeweiligen Branche konkurrenzfähig.

Neben der Prüfplakette, die natürlich nach jeder Kontrolle erneuert wird, erhält ein Unternehmen bei erfolgreicher Prüfung ein Protokoll mit allen wichtigen Dokumentationen zur Maschinenprüfung. Dieses Protokoll ist ein wichtiger Bestandteil, der sich beispielsweise beim Abschluss einer neuen Versicherung für das Gerät auszahlt. Denn so sind der einwandfreie Maschineneinsatz und die dazugehörige Inspektion in den Unterlagen der Versicherung dokumentiert.

Stellt eine Elektrofachkraft im Zuge der Prüfung Mängel an einer elektrischen Anlage oder einem elektrischen Betriebsmittel fest, gilt laut der DGUV Vorschrift 3, dass der Unternehmer unverzüglich für eine ordnungs- und sachgemässe Behebung dieser Fehler zu sorgen hat. Geht bis zum Zeitpunkt der Reparatur eine Gefahr von der Maschine oder dem Betriebsmittel aus, darf die Anlage nicht mehr in Betrieb genommen werden, bis die Mängel behoben sind. <<

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