Micronora 2026: Internationale Mikrotechnik- und Präzisionsmesse Wo jedes Mikron zur strategischen Grösse wird

Quelle: Pressemitteilung 6 min Lesedauer

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Vom 29. September bis 2. Oktober 2026 öffnet die internationale Fachmesse Micronora in Besançon (FR) ihre Tore. Im Fokus stehen Lösungen rund um Hochpräzision, Miniaturisierung und die Integration komplexer Systeme – Themen, die auch für die Schweizer MEM-Industrie von zentraler Bedeutung sind.

Die Micronora versteht sich als der Ort, an dem Miniaturisierung in all ihrer industriellen Komplexität gedacht, gestaltet und umgesetzt wird.(Bild:  Yoan Jeudy Sosuite Photographie)
Die Micronora versteht sich als der Ort, an dem Miniaturisierung in all ihrer industriellen Komplexität gedacht, gestaltet und umgesetzt wird.
(Bild: Yoan Jeudy Sosuite Photographie)

In einem Umfeld, das Leistungsfähigkeit, Energieeffizienz und Ressourcenschonung in Einklang bringen muss, ist die Miniaturisierung in vielen Industriezweigen zur strategischen Notwendigkeit geworden. Dabei geht es heute um weit mehr, als etablierte Produkte in einem kleineren Massstab zu fertigen. Gefragt sind Entwurf, Integration und Prüfung kompletter Systeme, bei denen jeder Mikrometer zählt. Die Micronora bildet diese industrielle Realität ab und betrachtet Präzision nicht isoliert, sondern als ganzheitlichen industriellen Prozess.

Von der Idee bis zur Null-Fehler-Toleranz

Die Messe richtet sich an die gesamte Wertschöpfungskette von Unternehmen, die auf Mikrotechnik angewiesen sind. Das Angebot deckt den Prozess von der ersten Idee bis zur Null-Fehler-Qualität ab:

  • F&E und Engineering: Vom Konzept bis zur Integration komplexer Systeme.
  • Maschinen, Werkzeuge und Peripherie: Für die Submillimeter-Fertigung mit höchsten Anforderungen an Wiederholgenauigkeit und Produktivität.
  • Software und Digitalisierung: Konstruktion, Steuerung und Optimierung von Produktionsprozessen.
  • Spezialverfahren: Oberflächenbehandlungen zur Sicherstellung von Funktionalität und Langlebigkeit.
  • Auftragsfertigung: Spezialisiertes Know-how für hochpräzise Teile und Baugruppen.
  • Qualitätssicherung: Mess-, Prüf- und Analyselösungen für strengste Toleranzen.

Die Micronora versteht Präzision dabei als durchgängige, vernetzte Kompetenzkette und nicht als blosse Aneinanderreihung einzelner Fertigungsschritte.

Branchenübergreifender Technologietransfer

Ein besonderes Merkmal der Fachmesse in Besançon – unweit des Schweizer Mikrotechnik-Clusters im Jurabogen – ist die Vernetzung verschiedener Anwendungsbereiche. Die präsentierten Technologien kommen in der Luft- und Raumfahrt, Uhren- und Luxusgüterindustrie, Medizintechnik, Elektronik sowie in der Automobil- und Energiebranche zum Einsatz. Diese Vielfalt schafft ein Umfeld für gezielten Technologietransfer: Lösungsansätze, die für extreme Anforderungen in einer Branche entwickelt wurden, eröffnen oft Innovationspotenzial in anderen Sektoren. Angesichts steigender technischer Anforderungen suchen Industrieunternehmen heute seltener reine Teilelieferanten, sondern vielmehr Partner, die komplexe Problemstellungen prozessübergreifend begleiten. Als Plattform bringt die Micronora deshalb Forschung, Industrie und Bildung zusammen. Organisiert wird der Anlass von der Vereinigung Micronora, die sich für den Aufbau eines starken industriellen Ökosystems und die Begleitung von Unternehmen im technologischen Wandel einsetzt.

Im Gespräch mit Fanny Chauvin, Generaldirektorin der Micronora

Vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten, wie blicken Sie auf die Micronora 2026?

Fanny Chauvin, Generaldirektorin der Micronora: «Die Miniaturisierung ist keine Modeerscheinung, sondern eine industrielle Notwendigkeit.»(Bild:  Micronora)
Fanny Chauvin, Generaldirektorin der Micronora: «Die Miniaturisierung ist keine Modeerscheinung, sondern eine industrielle Notwendigkeit.»
(Bild: Micronora)

Fanny Chauvin: Natürlich sind wir realistisch, aber vor allem handeln wir entschlossen und zielgerichtet. Die Industrie bewegt sich heute in einem komplexen Umfeld, und gerade in solchen Zeiten gewinnen Veranstaltungen wie die Micronora an Bedeutung. Wir spüren eine starke Erwartungshaltung: den Wunsch, sich persönlich zu treffen, konkrete Gespräche zu führen, frühe Signale zu erkennen und neue Chancen zu schaffen.

Spüren Sie diese Erwartung bereits in der Praxis?

F. Chauvin: Ja, ganz eindeutig. Derzeit liegen die Standbuchungen deutlich vor denen des Jahres 2024, was eine besonders aussagekräftige Kennzahl ist. Das zeigt, dass die Industrie trotz der Unsicherheiten ihr Engagement nicht zurückfährt, weiterhin in Sichtbarkeit, persönliche Kontakte und Entwicklungen investiert. Das ist für uns ein Vertrauensbeweis und zugleich eine Verpflichtung.

Wie erklären Sie sich diese positive Dynamik?

F. Chauvin: Die Micronora bleibt ein einzigartiger Treffpunkt, der ein gesamtes wirtschaftliches Ökosystem – vom Labor bis zur Produktion – auf einem gemeinsamen hohen Anspruchsniveau vereint. Hier geht es um Technologien, bei denen Toleranzen im Mikrometerbereich gemessen werden. Alle Akteure der Mikrotechnik und Präzisionstechnik aus den unterschiedlichsten Branchen kommen hier zusammen. Diese bereichsübergreifende Vernetzung ist heute unerlässlich, da Industrieunternehmen nicht mehr nur Lieferanten suchen, sondern ganzheitliche Lösungen und Partner, die komplexe und multi-technologische Herausforderungen meistern können.

Den Besuchern wird jedes Jahr ein immersives Erlebnis geboten: das sogenannte «Zoom», eine Kombination aus Ausstellung und Labor. Dabei wird die Rolle der Mikrotechnik in einem bestimmten Themenbereich auf anschauliche Weise dargestellt. In diesem Jahr widmet sich das Zoom der Luft- und Raumfahrt sowie der Verteidigung. Warum diese Wahl?

F. Chauvin: Diese Branchen stehen aktuell vor erheblichen technologischen Herausforderungen und zählen zu den wichtigsten Abnehmern mikrotechnischer Lösungen. Mit dem erweiterten Zoom, das diesen Bereichen gewidmet ist, bestätigt die Micronora ihre Rolle als strategischer Knotenpunkt für diese Branchen. So wird das Zoom, das in Partnerschaft mit dem ASD-Cluster des Kompetenzzentrums PMT organisiert wird, im Jahr 2026 seine Fläche verdoppeln und mit einem ambitionierten Programm einhergehen, an dem neben zahlreichen Experten auch hochrangige Akteure wie der GIFAS (Verband der französischen Luft- und Raumfahrtindustrie), die DGAC (Französische Luftfahrtbehörde) und die AID (Agentur für Verteidigungsinnovation) teilnehmen.

Wie wirkt sich das auf die Positionierung der Messe aus?

F. Chauvin: Das stärkt ihre Legitimität und Sichtbarkeit. Die Teilnahme von Akteuren aus diesen anspruchsvollen Branchen unterstreicht die bedeutende Rolle, die die Micronora im industriellen Ökosystem spielt. Neben der Sichtbarkeit ist jedoch vor allem die Qualität des Austauschs entscheidend. Wir schaffen die Voraussetzungen für einen wertvollen Dialog zwischen Auftraggebern, Industrieunternehmen und Innovatoren.

Kann man von frischem Wind für die Messe sprechen?

F. Chauvin: Ja, ohne Bruch, aber mit einer sehr klaren Weiterentwicklung. Wir beobachten eine wiederbelebte Dynamik, die sowohl von den langjährigen Ausstellern als auch von neuen Teilnehmern getragen wird. Es herrscht der gemeinsame Wille, noch weiter zu gehen: mehr Austausch, mehr Inhalte, mehr Einbettung in den Gesamtkontext. Die Micronora fügt sich voll und ganz in diese Dynamik ein.

Welche Highlights werden diese Dynamik sichtbar machen?

F. Chauvin: Die Eröffnung durch Pierre Gattaz wird den Ton angeben.

Und dann wird es diesen einen besonderen Moment geben: den Vortrag von Philippe Croizon. Ein kraftvolles Zeugnis von Resilienz, das daran erinnert, dass Innovation auch ein menschliches Abenteuer ist.

Im Zentrum der Messe wird eine Agora ein vielfältiges und offenes Programm aus Podiumsdiskussionen und bereichsübergreifenden Beiträgen präsentieren, die einen interdisziplinären Blick zwischen Industrie, Innovation und grossen gesellschaftlichen Herausforderungen bieten. Technische Fachvorträge namhafter Experten werden die zentralen Themen vertiefen.

Das Micro & Nano Event am 1. und 2. Oktober fördert internationale Geschäftskontakte, während die Ausstellung «Vom Know-how der Uhrmacher zu den Technologien der Zukunft» in einer neuen Fassung fortgesetzt wird.

Abgerundet wird das Angebot durch Initiativen zur Attraktivität der Fachbereiche sowie gesellige Veranstaltungen wie den Ausstellerabend und den Abend mit längeren Öffnungszeiten.

Welche Botschaft möchten Sie wenige Monate vor der Veranstaltung vermitteln?

F. Chauvin: Dass sich die Micronora mehr denn je als ein nützlicher Branchentermin etabliert. In einem unsicheren Umfeld bietet sie einen Rahmen, der den Austausch, das Vertrauen und die Entwicklung von Perspektiven fördert. Dieses hohe Anspruchsniveau verpflichtet uns, zuzuhören und die Messe kontinuierlich weiterzuentwickeln – zum Nutzen der gesamten Branche.

Und nach 2026?

F. Chauvin: Wir bauen Micronora Americas auf, eine neue Veranstaltung, die als echte Brücke zwischen Europa und dem amerikanischen Kontinent gestaltet wird. Ziel ist es, einen bisher einzigartigen Begegnungsraum für bahnbrechende disruptive Technologien, industrielle Expertise und Entwicklungschancen zu schaffen.

Sie wird vom 14. bis 16. September 2027 auf einer Ausstellungsfläche von 5000 m² im Palais des Congrès in Montreal stattfinden – eine strategische Wahl im Herzen einer Region, die für ihre Spitzenleistungen in Luftfahrt, Medizintechnik und Präzisionsingenieurwesen bekannt ist.

Damit verfolgen wir eine bilaterale Ambition: eine dauerhafte Verbindung zwischen den europäischen und panamerikanischen Ökosystemen der Mikrotechnik und Präzision aufzubauen, die bisher nur wenig vernetzt sind. Gleichzeitig wollen wir auf beiden Seiten des Atlantiks Werte schaffen und ein neues Modell industrieller Zusammenarbeit etablieren.

Denn letztlich ist die Micronora nicht nur eine Messe. Sie ist ein Verankerungspunkt – und ein Ausgangspunkt.

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