Am 29. April 2026 feierte der «Journée romande de la vision industrielle» in Prilly seine Premiere. Das Event zeigte eindrücklich, wie durch die Zusammenarbeit regionaler Innovatoren und globaler Player schlüsselfertige Machine-Vision-Lösungen für die hohen Ansprüche der MEM- und Uhrenindustrie entstehen.
Ein voller Erfolg: Der erste Westschweizer Tag der industriellen Bildverarbeitung, organisiert von Cognex, Digiinov und L.E.S.S., stiess auf grosses Interesse.
(Bild: L.E.S.S.)
Am 29. April 2026 fand in der Vaudoise Arena in Prilly der erste Westschweizer Tag der industriellen Bildverarbeitung statt. Die Veranstaltung, die sich voll und ganz den Technologien der Machine Vision widmete, brachte drei Hauptakteure der Branche zusammen: Cognex, Digiinov und L.E.S.S.
Ein Event, ausgerichtet auf die Bedürfnisse der Praxis
Christopher Bouzas, CEO von Digiinov: «Der grosse Besucherandrang und die hohe Qualität der Fachgespräche haben deutlich gezeigt: Der Aufbau eines starken Kompetenznetzwerks für industrielle Bildverarbeitung in der Westschweiz ist der richtige Weg. Die Industrie sucht heute Partner, die sofort einsatzbereite und nahtlos in die Produktion integrierbare Komplettlösungen liefern können.»
(Bild: Digiinov)
Initiiert wurde die Veranstaltung von L.E.S.S. und Digiinov mit dem Ziel, eine Gruppe sich ergänzender Anbieter zusammenzubringen, um schlüsselfertige Lösungen für die industrielle Bildverarbeitung anzubieten. Den Teilnehmenden wurden Anwendungsbeispiele aus so unterschiedlichen Sektoren wie der Uhrenindustrie, der Halbleiterfertigung und der Mikroelektronik präsentiert.
Die Inspektion eines polierten Wafers, einer Uhrenplatine, einer mit winzigen Bauteilen bestückten Leiterplatte oder eines mit Druckfehlern behafteten Siebdrucks bringt jeweils ganz spezifische Problematiken mit sich. Diese gilt es präzise zu identifizieren, um anschliessend die passende Lösung definieren zu können. Das Event legte grossen Wert auf den direkten Austausch.
Im Zentrum standen Demonstratoren, die konkrete Situationen aus dem Produktionsalltag der Westschweizer Industrie simulierten. Spezialisten der beteiligten Firmen waren vor Ort, um mit den Besuchern über deren individuelle Herausforderungen zu diskutieren.
Der Tag hat deutlich gemacht: Die Zusammenarbeit zwischen den im lokalen industriellen Umfeld bereits bestens verankerten Firmen Digiinov und L.E.S.S. sowie Cognex, der weltweiten Referenz in der Bildverarbeitung, ermöglicht es, der Industrie schlüsselfertige Komplettlösungen anzubieten – von der Bedarfsanalyse bis zur konkreten Projektumsetzung.
Über L.E.S.S.
(Bild: LESS)
Das Schweizer Unternehmen L.E.S.S. SA ist auf intelligente Beleuchtungslösungen für die industrielle Bildverarbeitung spezialisiert. Mit der proprietären Technologie «LuxiBright» bietet das Unternehmen eine gleichmässige, präzise und kompakte Ausleuchtung für Bereiche, in denen herkömmliche LED-Systeme an ihre Grenzen stossen. Die Leuchten zeichnen sich durch ein im Vergleich zu Standardprodukten viermal geringeres Gewicht aus und lassen sich flexibel in anspruchsvolle Maschinenumgebungen integrieren.
Das Portfolio reicht von Ringleuchten («LuxiRing») für den Nahbereich bis zu massgefertigten Linienbeleuchtungen («LuxiLine»). L.E.S.S. fokussiert sich auf hochkomplexe Applikationen, bei denen die Beleuchtung massgeblich die Zuverlässigkeit der Qualitätskontrolle bestimmt. Dazu gehören unter anderem die Inspektion reflektierender Oberflächen in der Halbleiterfertigung, die Prüfung von transparenten Materialien in der Pharmaindustrie sowie die 3D-Metrologie von Mikromechanik-Bauteilen.
Die Herausforderungen von Vision-Projekten
Die industrielle Bildverarbeitung ist ein hochspezifischer Bereich, der Hardware, Software und eine gehörige Portion Know-how vereint. Obwohl der Markt zahlreiche Lösungen bietet, erfordern viele davon nach wie vor spezielles Fachwissen, insbesondere in der Programmierung. Für manche Unternehmen stellt genau das eine grosse Hürde dar.
Eine weitere Schwierigkeit besteht darin, Sensoren, Software (IT und OT) sowie Beleuchtungssysteme effizient miteinander zu vernetzen. Nur so gelingt eine schnelle Industrialisierung bei gleichzeitig hoher Benutzerfreundlichkeit in der Produktion. Den Zugang zur industriellen Bildverarbeitung zu vereinfachen, ist also alles andere als trivial. Aus diesem Grund hat Digiinov eine massgeschneiderte Lösung entwickelt: ein standardisiertes und offenes HMI (Human-Machine Interface), das die einfache Konfiguration und Bedienung von innovativen Test- und Messanlagen ermöglicht.
Über Digiinov
(Bild: Digiinov)
Digiinov mit Sitz in Yverdon-les-Bains (VD) ist auf industrielle Automatisierungssoftware spezialisiert. Ein rund 20-köpfiges Ingenieurteam unterstützt Maschinenbauer und Produktionsbetriebe bei der Digitalisierung und entwickelt massgeschneiderte Lösungen für intelligente und autonome Fertigungsprozesse.
Zu den Kernkompetenzen zählen leistungsstarke HMI-Entwicklung, industrielle Bildverarbeitung (Deep Learning) sowie KI-gestützte Datenanalysen für Industrie 4.0. Mit einem ganzheitlichen Ansatz, der die Lücke zwischen IT und OT schliesst – von der Datenerfassung auf dem Shopfloor bis zur IT-Integration –, hilft Digiinov industriellen Anwendern dabei, ihre Prozesse zu automatisieren und die Qualität zu steigern.
Stand vom 30.10.2020
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Industrielle Bildverarbeitung leicht gemacht
«Digiinov Inspect» ist eine industrielle HMI-Softwareplattform, die entwickelt wurde, um die Konzeption, die industrielle Umsetzung und den Betrieb von Steuerungs- und Messsystemen in der Produktion zu vereinfachen und zu beschleunigen, insbesondere für Anwendungen im Bereich der industriellen Bildverarbeitung. Sie ersetzt komplexe und oft fragmentierte Eigenentwicklungen für verschiedene Vision-Technologien durch eine offene Plattform, die Branchenstandards optimal nutzt. Da sie zudem leicht anpassbar ist, lassen sich damit sowohl manuelle Arbeitsplätze als auch vollautomatische Stationen steuern.
Schneller implementieren, Stillstände reduzieren
Dank des No-Code-Editors für Prüfsequenzen lassen sich mit «Digiinov Inspect» Vision-Anwendungen schneller industrialisieren und Maschinenstillstandszeiten spürbar reduzieren.
(Bild: Digiinov)
«Digiinov Inspect» strukturiert die Kontrollen in Form von Inspektionen nach Artikelreferenzen und Chargen, was die Verwaltung in der Produktion erleichtert und eine lückenlose Rückverfolgbarkeit der Tests gewährleistet. Dank des No-Code-Ansatzes können Anwender Prüfsequenzen schnell konfigurieren, ohne über fortgeschrittene Kenntnisse in Softwareentwicklung oder Bildverarbeitung verfügen zu müssen.
In der Praxis dauert die Erstellung eines neuen «Rezepts» meist nur wenige Minuten bis maximal eine Stunde. Das beschleunigt Produktwechsel enorm und minimiert Maschinenstillstandszeiten. Mit der Lösung lassen sich Projekte zügig von der Proof-of-Concept-Phase (PoC) in eine industrialisierte Anwendung überführen, was das Time-to-Market neuer Produkte verkürzt. Zudem können für jedes Projekt spezialisierte Vision-Bibliotheken integriert werden. Diese kombinieren klassische Bildverarbeitungswerkzeuge mit Deep-Learning-Technologien (KI), um die Fehlererkennung deutlich robuster zu machen – von Standardaufgaben (Messen und Positionieren) bis hin zu komplexen Use Cases wie der ästhetischen Oberflächenkontrolle von Metall- oder Kunststoffteilen.
Nahtloser Datenaustausch mit der IT
Die Plattform legt einen starken Fokus auf das Datenmanagement. Die Prüfrezepte und -ergebnisse der verschiedenen Anlagen einer Werkstatt werden strukturiert und zentralisiert. Dies vereinfacht die Auswertung, Rückverfolgbarkeit und Analyse in externen Systemen wie Business-Intelligence- (BI) oder Advanced-Analytics-Tools. Das klare Ziel: Prüfstationen sollen zu echten industriellen Datenquellen werden.
Dank ihrer modularen und offenen Architektur integriert sich die Lösung nahtlos in bestehende Industrieumgebungen. Sie richtet sich an anspruchsvolle und innovative Sektoren wie die Uhrenindustrie, Medizinaltechnik, Elektronik und Mikromechanik – Bereiche, in denen Präzision, Flexibilität und lückenlose Rückverfolgbarkeit unabdingbar sind.
Fokus auf Wettbewerbsfähigkeit und Autonomie
Basierend auf der Praxiserfahrung von Digiinov wurde das System so konzipiert, dass es gleichermassen die Anforderungen von Produktionswerken (insbesondere Manufakturen mit hohen Traceability-Ansprüchen) als auch von Maschinenbauern erfüllt, die das Potenzial der Bildverarbeitung schnell in ihre Anlagen integrieren wollen. Sie gewinnen dadurch Zeit, um sich auf ihr eigenes Kern-Know-how zu konzentrieren.
Grosser Wert wurde auf die «User Experience» (UX) der Software gelegt, um Maschinenbediener in ihrem Produktionsalltag autonomer zu machen. Diese Autonomie steigert die Effizienz, reduziert unproduktive Zeiten der Maschine und entlastet die Vision-Spezialisten von Routine-Fehlerbehebungen. Letztere können so mehr Zeit in Forschung und Entwicklung investieren.
Eine Plattform für komplementäre Anwendungen
Neben «Inspect» bietet Digiinov weitere Softwarelösungen auf derselben Architektur an, darunter «Digiinov HMI» für die massgeschneiderte und direkte Schnittstellenanbindung an die Maschinen-SPS sowie «Digiinov OCR», das speziell für die komplexe Zeichenerkennung auf Uhren- und Medizinteilen entwickelt wurde.
Weltweite Referenz für Machine Vision und Auto-ID
Cognex nimmt im Bereich der industriellen Bildverarbeitung und automatisierten Inspektionssysteme eine führende Rolle ein. Seine Lösungen steigern die Qualität, Rückverfolgbarkeit und Taktung industrieller Prozesse und senken gleichzeitig Fehlerquoten sowie Produktionskosten – insbesondere in Umgebungen mit höchsten Anforderungen.
Das Portfolio deckt die gesamte Bandbreite der automatisierten Inspektion ab. Die In-Sight-Systeme werden für die Kontrolle, Verifizierung und Teileführung direkt in der Produktionslinie eingesetzt. Sie basieren auf Industriekameras mit hochauflösenden Sensoren, die auch bei hohen Taktraten eine stabile, schnelle und reproduzierbare Bildaufnahme garantieren. Diese Systeme verfügen über Optiken, die auf die Anforderungen an Messgenauigkeit und industrielle Robustheit zugeschnitten sind, sodass sowohl einfache Anwesenheitskontrollen als auch komplexere Inspektionen durchgeführt werden können.
In der Metrologie setzt Cognex unter anderem auf telezentrische Objektive. Im Gegensatz zu herkömmlichen Optiken behalten diese innerhalb eines bestimmten Bereichs eine konstante Vergrösserung bei, unabhängig von der Entfernung des Objekts. Dies eliminiert Perspektivenfehler, reduziert messbedingte Positionierungsfehler und verbessert die Präzision und Wiederholgenauigkeit der Kontrollen massiv – ein entscheidender Faktor in der Mikromechanik und Elektronik.
Auch die Beherrschung der Beleuchtung ist für die Systemleistung ausschlaggebend. Cognex-Lösungen lassen sich mit steuerbaren Beleuchtungssystemen kombinieren, bei denen Winkel, Intensität und Diffusionsart anpassbar sind. So wird der Kontrast optimiert, um selbst auf komplexen oder stark reflektierenden Oberflächen feinste Fehler sichtbar zu machen.
Für die lückenlose Rückverfolgbarkeit sorgt die «DataMan»-Serie, die selbst unter schwierigsten Bedingungen (Direct Part Marking (DPM) oder bei schwachem Kontrast) 1D- und 2D-Codes zuverlässig ausliest. Ergänzt wird das Hardware-Angebot durch fortschrittliche PC-basierte Vision-Software, die Deep-Learning-Tools nutzt. Diese KI-Technologie meistert komplexe Prüfaufgaben, bei denen klassische, regelbasierte Methoden an ihre Grenzen stossen, etwa bei stark variierenden oder schwer modellierbaren Defekten.
All diese Lösungen sind so konzipiert, dass sie sich problemlos in bestehende industrielle Umgebungen integrieren lassen, eine schnelle Implementierung ermöglichen und im Dauerbetrieb eine stabile Leistung bieten.
Über Cognex
(Bild: Cognex)
Das US-amerikanische Unternehmen Cognex ist ein globaler Spezialist für industrielle Bildverarbeitungstechnologien (Machine Vision). Ein zentrales Merkmal der Cognex-Lösungen ist die Verknüpfung von Hightech-Bildverarbeitung mit hoher Benutzerfreundlichkeit – ermöglicht durch den kontinuierlichen Einsatz von Künstlicher Intelligenz, von lokaler KI auf Kamerasystemen bis zu modernen Transformer-Modellen.
Die Systeme sind darauf ausgelegt, die Qualität zu steigern und die Kosten in der Produktion und Logistik zu senken. Zu den Hauptanwendungen zählen die Fehlererkennung, das Auslesen von Barcodes und Schriften (OCR), die Roboterführung (Guidance) sowie die lückenlose Rückverfolgung (Track & Trace) und Sortierung von Bauteilen. Cognex beliefert weltweit Kunden in Branchen wie Automotive, Elektronik, Medizintechnik, Halbleiter und Logistik, darunter über zwei Drittel der Fortune-500-Produktionsunternehmen.
Fazit
Der erste Westschweizer Tag der industriellen Bildverarbeitung hat deutlich gezeigt, wie wertvoll ein kollaborativer Ansatz zwischen sich ergänzenden Branchenakteuren ist. Die Praxisdemonstrationen unterstrichen die Reife der aktuellen Technologien und deren Fähigkeit, die industriellen Herausforderungen von heute und morgen zu meistern. Der Event machte auch das wachsende Interesse der Industrie an integrierten, einfacher zu implementierenden Lösungen – von der Hardware bis zur IT-Ebene – sichtbar. In einer Zeit, in der Industrieunternehmen ihre Prozesse stetig optimieren müssen, helfen Veranstaltungen wie diese, wertvolle Expertenkontakte zu knüpfen und Ideen in industrialisierte Projekte zu verwandeln. Ein voller Erfolg, der den Weg für künftige Partnerschaften und weitere Ausgaben dieses Events ebnet.