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Optimierung spart Kosten
Eine weitere Herausforderung für die Konstrukteure ist die steigende Nachfrage nach kundespezifischen Anpassungen und Spezialanfertigungen – Standard wird immer weniger benötigt. «Dieser Trend lässt sich nur noch in 3D effizient bewältigen», so Bollinger weiter. «Um kosteneffizient zu arbeiten, können wir Modelloptimierungen direkt in der Konstruktionsphase vornehmen. Das führt zu Einsparungen beim Material und Gewicht, ohne dabei die Qualität und Sicherheit zu gefährden. Unsere Produkte waren früher schlicht überdimensioniert. Auch die Anzahl der Prototypen konnte reduziert werden.» Erste grundlegende Simulationen werden mit dem Tool «Xpress» in der Standard-Lizenz sowie den erweiterten Funktionalitäten im Premium-Paket durchgeführt. Jedes Produkt durchläuft bei Pfiffner zudem einen Typentest, der mechanische Belastungsprüfungen beinhaltet, um beispielsweise die Produkthaltbarkeit bei komplexen Belastungen wie Spannungsanalysen oder Verschiebungen bei der Erdbebensimulation zu untersuchen. Für diese Analysen wurde SolidWorks Simulation Professional angeschafft. «Das Konzept 3D mit integrierter Konstruktionsprüfung ist voll aufgegangen», so Bollinger. «Wir erreichen mit SolidWorks CAD und Simulation heute schnellere Ergebnisse in der Entwicklungsphase und konnten unsere Entwicklungszeit insgesamt reduzieren. Auch Fehlerquellen beim Datentransfer an Lieferanten sind passé, da wir heute saubere 3D-Modelldaten weitergeben.» Die neue Abteilung für Forschung und Entwicklung wird künftig den kompletten Funktionsumfang von Simulation Professional nutzen und unter anderem die Features zur Untersuchung der thermischen Erwärmung anwenden.
Daten gut verwaltet
Solid Solutions machte Pfiffner auf die PDM-Lösung SolidWorks Enterprise PDM (EPDM) aufmerksam, die nun seit 2011 im Einsatz ist. Damals wurden rund 34 000 SolidWorks- und DXF-Dateien importiert. Heute beläuft sich die Anzahl der im PDM verwalteten Dateien auf 70 000 – Tendenz steigend. Früher wurden alle Konstruktionsdateien auf dem Netzwerklaufwerk abgelegt und das Einpflegen neuer Konstruktionen war sehr aufwendig, ebenso die Revisionsverwaltung. Mit EPDM wurde ein strukturierter Datentresor aufgebaut, der zudem als Backup fungiert. «Ein Abgleich mit den Indizes aus dem ERP fand über ein extra von Solid Solutions geschriebenes Programm statt, um sicherzustellen, dass wir im PDM mit den gleichen Indizes arbeiten wie im ERP», erklärt Bollinger die Anfangsphase. «Die gesamte Umstellung auf das PDM dauerte nur zwei Tage und verlief reibungslos. Zudem erstellten sie ein Add-in für uns, da wir spezielle Nummernkreise für verschiedene Einsatzgebiete führen.» Ziel war es, mit EPDM die konstruktive Zusammenarbeit intern, aber auch mit dem deutschen Werk zu verbessern, die Rückverfolgbarkeit von Änderungen zu gewährleisten und eine Schnittstelle zwischen Entwicklung und ERP zu schaffen. Vorerst greifen nur die Konstruktionsmitarbeiter beider Standorte auf das PDM zu.
Der PDM-Datenbankserver steht in der Schweiz und enthält in separaten Tresoren die CAD-Daten beider Standorte. Konstrukteure können den Tresor des jeweils anderen Standortes einsehen und die Modelle daraus nutzen. Änderungen an einem Modell sind ebenfalls für die Konstrukteure beider Standorte sichtbar. Die Schreibrechte sind jedoch ausschliesslich auf den eigenen Tresor beschränkt. «Wir haben die Lese- und Schreibrechte klar definiert», sagt Bollinger. «Man kann nicht nur sehen, wo welches Teil verbaut ist, sondern auch, wer welche Änderungen gemacht hat. Zudem wird sichergestellt, dass nur mit freigegebenen Versionen weitergearbeitet wird.» Um Vorgaben beim Teileaufbau sicherzustellen, dürfen nur autorisierte Mitarbeiter Normteile im PDM ändern und freigeben. Später sollen auch alle Projektleiter und Produktverantwortlichen in die Änderungsprozesse mit eingebunden werden und Zugriff erhalten.
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