Flugzeugbau Prozesskran für den neuen Langstreckenjet von Airbus

Redakteur: Anne Richter

Ein Prozesskran mit einer Rekord-Spannweite von 106 Metern wird künftig in Hamburg-Finkenwerder für die Montage des neuen Airbus-Langstreckenjet A 321 XLR eingesetzt. Projektiert und gebaut wird der Kran von Demag. Geplant ist die Inbetriebnahme ab April 2022.

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Der Prozesskran mit 106 m Spannweite bei Airbus ist der längste Kran in der Demag-Geschichte.
Der Prozesskran mit 106 m Spannweite bei Airbus ist der längste Kran in der Demag-Geschichte.
(Bild: Demag)

Ein Demag-Prozesskran der Superlative wird in der Montageline des neuen Airbus A321XLR eine im wahrsten Sinne des Wortes tragende Rolle spielen. Bei einem Verfahrweg von 82 Metern Länge beträgt sein Spurmittenmass nicht weniger als 106 Meter – das ist der längste Kran, den Demag je gebaut hat. Er überspannt die gesamte Fläche der Halle. Dr. Thomas Bönker, Senior Vice President Prozesskrane: «Demag-Krane sind eine feste Grösse im Produktionsnetzwerk von Airbus. Wir freuen uns, dass wir für diesen Kunden einen Prozesskran mit Rekordspannweite bauen werden.» Der Zweiträger-Hängekran verfährt an sechs Kranbahnen, die parallel zueinander in Abständen von 24 bzw.10 Metern an der Hallendecke montiert werden. Ebenso aussergewöhnlich wie die Dimensionen sind die Hebezeuge des Zweiträger-Prozesskrans. An dessen Katze befindet sich ein Drehwerk, an dem vier Demag-Hubwerke in rechteckiger Anordnung montiert und die in der X- und Y-Achse zueinander verstellbar sind, sodass der Kran die unterschiedlichen Rumpfschalen und -sektionen des Airbus A321XLR handhaben kann. Somit bietet die Krananlage zusätzliche Freiheitsgrade: auf der Rotationsachse und in der Position der vier Hubwerke zueinander.

Jedes der vier Hubwerke hat eine Tragfähigkeit von 6,25 t, damit ergibt sich eine Gesamttragfähigkeit von 25 Tonnen. Bedient wird der Kran über eine Funkfernsteuerung. Die Hubwerke werden dabei je nach Anwahl einzeln oder synchron angesteuert. Sowohl Katz-, Kran- und Drehantrieb als auch Hub- und Senkbewegung sind stufenlos regelbar. Eine Gleichlaufüberwachung der vier Hubwerke mit niedrigem Toleranzbereich gewährleistet das gleichmässige Anheben und Absenken der empfindlichen und grossformatigen Rumpfschalen ohne das Risiko der Verwindung. Durch die implementierte teil­automatische Zielpositionierung ist der schonende und sichere Transport gewährleistet. Der Kran wird im Zweischichtbetrieb arbeiten, die Montage ist für April 2022 geplant. Aktuell arbeitet das Demag-Projektteam intensiv an der Detailkonstruktion und der Produktionsvorbereitung.

Matthias Berns, Application Expert Aviation bei Demag Cranes & Components: «Dieses neue Projekt reflektiert die langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unserem Kunden Airbus. Auf dieser Basis setzen wir einen weiteren Meilenstein in der Flugzeugproduktion und verhelfen dem neuen Langstreckenjet A321 XLR zu einem erfolgreichen Start in die Luft.» Dr. Thomas Bönker, Senior Vice President Prozesskrane: «Wir begleiten die Luftfahrtindustrie seit Jahrzehnten mit zuverlässiger Krantechnik. Mehr als jedes zweite Passagierflugzeug weltweit wird mit Demag-Krananlagen montiert. Dabei sind die Krane genau wie die Flugzeuge immer grösser und leistungsfähiger geworden und ihr Automationsgrad wird zunehmend höher.» -ari- SMM

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