Otec: Gleitschleifen optimiert Bohr- und Fräswerkzeuge Prozesssicher dank glatter Oberflächen

Redakteur: Konrad Mücke

Glatte Oberflächen verbessern die Eigenschaften von Werkzeugen. Deshalb bearbeiten Werkzeughersteller und Nachschleifer Bohr- und Fräs- sowie Umformwerkzeuge durch Gleitschleifen. Otec präsentiert zur Prodex manuell bediente und automatisierte Anlagen.

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Rotierend zu hoher Oberflächengüte: In teilweise und vollständig automatisierten Schleppfinish-Anlagen glättet Poliergranulat die Oberflächen und verrundet die Schneidkanten.
Rotierend zu hoher Oberflächengüte: In teilweise und vollständig automatisierten Schleppfinish-Anlagen glättet Poliergranulat die Oberflächen und verrundet die Schneidkanten.
(Bild: Otec GmbH)

Glatte Spannuten und verrundete Schneidkanten tragen erheblich dazu bei, dass spanende Werkzeuge deutlich zuverlässiger bei längeren Standzeiten arbeiten. Beispielsweise verhindern glatte Oberflächen, dass DLC-­Beschichtungen abplatzen. Glatte Spannuten sorgen für ein optimales Abfliessen von Spänen insbesondere bei schwierigen, langspanenden Werkstoffen. Dies betrifft auch beschichtete Werkzeuge. Bei ihnen sind die sogenannten Droplets – einzelne Anhäufungen in der PVD-Schicht – zu entfernen, um glatte Oberflächen zu verwirklichen.

Längere Standzeiten, sichere Prozesse

Eine exakte Verrundung der Schneidkanten trägt wesentlich dazu bei, dass Bohr- und Fräswerkzeuge beim Bearbeiten harter und warmfester Legierungen – beispielsweise beim Fertigen von Gehäusen für Turbolader – deutlich längere Standzeiten erreichen. Bei Umformwerkzeugen reduzieren glatte Oberflächen die Reibwerte. Die so bearbeiteten Werkzeuge benötigen niedrigere Umformkräfte und erreichen längere Standzeiten. Zudem wird vermieden, dass zum Beispiel Bleche beim Tiefziehen vorzeitig reissen.

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Schlepp-Finishen bewährt

Die Otec Präzisionsfinish GmbH, Spezialist für Gleit­schleif­technik, hat die geeignete Maschinentechnik und die Prozesse fortlaufend optimiert. Somit können die Oberflächen auch komplexer Werkstücke mit verwickelten Geometrien effizient bei gleich­bleibend hoher Qualität bearbeitet werden.

Vor allem hat sich das Schleppfinish-Verfahren bewährt. Bediener spannen die zu glättenden Bauteile (Werkzeuge) in spezielle Halterungen. Im Verfahrens­ablauf werden die Werkzeuge planetarisch kreisend bei hohen Geschwindigkeiten durch Schleif- oder Poliergranulat geschleppt, das sich in einem Behälter befindet. Durch die schnelle Bewegung entsteht ein hoher Anpressdruck zwischen Werkstück und Verfahrensmittel. Das verkürzt die Bearbeitungszeit. Der spezielle Prozess mit trockenem Granulat erzeugt eine sehr glatte Oberfläche. So kann beispielsweise die Oberflächenrauheit
eines Fräsers von Ra 0,31 μm auf Ra 0,03 μm verringert werden. Dabei trägt das Finishen nur minimal Werkstoff ab. Die glatte Oberfläche sorgt für ideale Voraussetzungen für die nachfolgende Beschichtung und begünstigt deren Haftung.

Dieses Feinbearbeitungsverfahren erweist sich als wirtschaftlich und technisch ausgereift. Je nach Forderung an den Prozess und an die Mengen der zu glättenden Werkzeuge können automatisierte Anlagen zum Streamfinishen eingesetzt werden. Der Hersteller realisiert Anlagen zum einen zum Polieren von Werkstücken aus Hartmetall, zum anderen zum präzisen Verrunden von Schneidkanten an Zerspanungswerkzeugen. - kmu - SMM

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