Schindler zeigt prämiertes «X8»-Aufzugsystem in den Schweizer Alpen Aufzug aus der Steckdose

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

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Schindler hat auf dem Männlichen im Berner Oberland ein neues Aufzugskonzept präsentiert. Der «Schindler X8» kommt ohne Betonschacht, Grube und Starkstrom aus – eine Lösung, die bei der Nachrüstung im Wohnbau neue architektonische Freiheiten verspricht. Besonders interessant für die heimische Industrie: Produziert wird die Anlage in Locarno.

Um die Flexibilität und die schnelle Montage des «X8» in der Praxis zu demonstrieren, wählte Schindler einen ungewöhnlichen Ort: Auf dem Männlichen bei Grindelwald (2230 m ü. M.) wurden zwei voll funktionsfähige Einheiten in einem temporären Holzbau installiert.(Bild:  Schindler)
Um die Flexibilität und die schnelle Montage des «X8» in der Praxis zu demonstrieren, wählte Schindler einen ungewöhnlichen Ort: Auf dem Männlichen bei Grindelwald (2230 m ü. M.) wurden zwei voll funktionsfähige Einheiten in einem temporären Holzbau installiert.
(Bild: Schindler)

Im Gegensatz zu herkömmlichen Systemen bricht der neue «Schindler X8» mit baulichen Dogmen der Aufzugstechnik: Er benötigt weder einen Betonschacht noch eine Grube oder einen Kopfraum. Für die Aufzugstür ist lediglich ein einziger Wanddurchbruch erforderlich, und betrieben wird das System über eine handelsübliche 230-V-Einphasen-Steckdose.

Um die Flexibilität und die schnelle Montage des Systems in der Praxis zu demonstrieren, wählte der Lift- und Fahrtreppenhersteller aus Ebikon einen ungewöhnlichen Ort: Auf dem Männlichen bei Grindelwald (2230 m ü. M.) wurden zwei voll funktionsfähige Einheiten in einem temporären Holzbau installiert. Für den Transport der Module über enge Bergstrassen und den Aufbau auf dem Berg benötigte das Team lediglich zwei Tage – ein Zeitrahmen, der mit konventioneller Aufzugstechnik kaum realisierbar gewesen wäre.

Grosses Potenzial im Sanierungsmarkt

Die Präsentation vor rund 500 geladenen Fachgästen – darunter Architektinnen, Immobilienverwalter und Bauunternehmer – machte deutlich, wo der Hersteller den grössten Hebel für die neue Anlage sieht: im Modernisierungs- und Nachrüstungsmarkt.

«In der Schweiz haben wir einen alternden Gebäudebestand. Rund 80 Prozent aller Gebäude wurden vor dem Jahr 2000 errichtet, viele davon in den 1970er- und 1980er-Jahren», erklärte Marcel Imfeld, Leiter Modernisierung bei Schindler Schweiz. Oftmals fehle in diesen Bauten ein Aufzug. Mit dem Wegfall von Schacht und Grube sinken die Hürden und die Baukosten für eine Nachrüstung massiv, was es älteren Menschen erleichtern soll, barrierefrei in ihren eigenen vier Wänden wohnen zu bleiben.

Dieser Ansatz stösst auch in der Architekturbranche auf Interesse. Christoph Schmid, Inhaber der Holzkreation Schmid AG, sieht vor allem wirtschaftliche Vorteile: «Wir sind oft im Sanierungsbereich tätig. Dort stellen der nachträgliche Schachtbau und die Grube immer ein Problem dar und verursachen hohe Kosten. Diese Lösung eröffnet uns ganz neue Möglichkeiten in der Beratung unserer Kunden.»

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Wertschöpfung in der Schweiz

Ein Aspekt, der in der globalisierten Aufzugsbranche keineswegs selbstverständlich ist: Schindler behält die Wertschöpfung für die neue Anlage im eigenen Land. Der «X8» wird im Tessin, im Werk in Locarno, produziert. Für den heimischen Sanierungsmarkt sichert dieses «Swiss Made»-Setup entsprechend kurze und verlässliche Lieferwege.

Ästhetisches Design prämiert

(Bild:  Schindler)
(Bild: Schindler)

Dass der «X8» nicht nur technisch, sondern auch optisch neue Wege geht, bestätigen derweil zwei aktuelle Auszeichnungen: Das System wurde sowohl mit dem Red Dot Award 2026 als auch dem iF Design Award 2026 (Kategorie Building Technology) prämiert.

Die internationale Jury würdigte dabei den bewussten Bruch mit dem Archetyp der funktionalen Aufzugsanlage. Statt der klassischen Edelstahl-Kabine mit sichtbarer Technik ist der «X8» als integratives Architekturelement konzipiert, das optisch eher einem modernen Möbelstück gleicht. Schindler bietet das minimalistische System in sechs kuratierten, von der Natur inspirierten Ausstattungspaketen an, die sich nahtlos in unterschiedliche Wohnumgebungen einfügen sollen.

Digitaler Vertrieb im Fokus

Neben der Hardware-Innovation stellte Schindler in Grindelwald zudem den neuen digitalen Vertriebsprozess vor. Kernstück ist ein Online-Konfigurator, der Architekten und Planern helfen soll, Spezifikation und Bestellung deutlich transparenter abzuwickeln. Silvano Tettamanti, Leiter des Bereichs Real Estate Direct Investment bei Procimmo SA, betonte vor Ort: «Es geht hier nicht nur um das Produkt, sondern um den gesamten Verkaufsprozess, der offensichtlich neu durchdacht wurde. Genau so möchten Kunden heute etwas bestellen – im B2B- wie im B2C-Bereich.»

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