Konstruktion von Windkraftanlagen Schweissnähte für Wind und Wetter

Autor / Redakteur: Franz Joachim Rossmann / Luca Meister

>> Höchste Anforderungen an die Güte der Schweissnähte und die Produktivität der Schweisser stellt die SAM Stahlturm- & Apparatebau Magdeburg GmbH als renommierter Windkraftanlagenbauer. Wenn es um das manuelle oder automatisierte Schweissen von Stahl oder Aluminium unter Schutzgas geht, setzt das für Enercon produzierende Unternehmen beim Bau von Stahltürmen, Aluminiumverkleidungen, Rotoren und Generatorkomponenten auf Fronius-Lösungen.

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Aluminiumkonstruktion zur Vergrösserung der Windangriffsfläche eines Rotorblattes.
Aluminiumkonstruktion zur Vergrösserung der Windangriffsfläche eines Rotorblattes.
(Bild: Fronius)

Im Herbst 2012 hatte Enercon allen Grund zum Feiern: Am Lausitzring in Brandenburg konnte Europas führender Windenergieanlagenhersteller sein 20 000stes Windrad offiziell dem Betreiber übergeben und damit gleichzeitig die durch das Unternehmen weltweit installierte Leistung auf 28,2 Gigawatt ausdehnen. Die geladenen Gäste aus Politik und Wirtschaft bekamen dabei gleich noch einen Weltrekordhalter zu sehen. Bei der festlich in Betrieb genommenen Anlage handelte es sich um eine E-126, die nach aktuellen Erhebungen des vom Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik veröffentlichten «Windmonitors» die leistungsstärkste Serienwindkraftanlage der Welt ist. Mit einer Nabenhöhe von 135 Metern und einem Rotordurchmesser von 127 Metern deckt sie mit einer Nennleistung von 7580 Megawatt den jährlichen Strombedarf von etwa 5000 Vier-Personen-Haushalten ab.

Mehr Stahlblech als GFK

Der Typ E-126 steht heute in zahlreichen Windparks im In- und Ausland, und das aus guten Gründen. Er ist bis ins Detail auf einen besonders wirtschaftlichen Betrieb und die Einhaltung hoher Umweltstandards getrimmt. So bestehen die ca. 60 Meter langen Rotorblätter aus zwei aneinandergeflanschten Teilen, was den Transport über Land deutlich vereinfacht und verbilligt. Während konventionelle Rotorblätter durchgehend aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) gefertigt werden, der sich bisher nur bedingt wiederverwenden lässt, besteht bei einem E-126-Rotorblatt zudem nur die etwa 30 Meter lange und 30 Tonnen schwere Spitze aus diesem Material. Der rund 24 Meter lange an der Nabe direkt montierte Teil mit einem Gewicht von 65 Tonnen basiert dagegen, wie auch der Turm im Wesentlichen, auf problemlos recyclebarem Stahlblech.

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Auch das Innenleben der Windkraftanlage überzeugt durch ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit. Enercon setzt bei allen Anlagentypen auf ein getriebeloses Anlagenkonzept, d. h. die Rotorblätter sind über die Nabe direkt mit dem Läufer eines Ringgenerators (Synchrongenerator) verbunden. Ein störanfälliges und wartungsintensives mechanisches Getriebe wird daher nicht benötigt. Die zur Stromerzeugung erforderlichen Magnetfelder im Generator werden dabei rein elektrisch und ohne den Einsatz umweltbedenklicher Permanentmagnete aus Neodym erzeugt.

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