Schweizer Technik bewegt Schiffsentlader in Afrika
Mit Schweizer Know-how hat die sudanesische Sayga Flour Mills Co. Ltd. in Afrika eine hochmoderne Lebensmittelproduktion etabliert. Die Bühler Gruppe aus Uzwil hat als Technologiepartner die gesamte Verarbeitungskette vom ankommenden Getreideschiff bis zu fertigen Mehl- und Teigwarenpackungen installiert. Die neueste Erweiterung: Ein Hochleistungs-Schiffsentlader mit einer energieeffizienten Hydrauliklösung von Bosch Rexroth.
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joe. Östliche Sahara, Schiffsterminal der Sayga Flour Mill in Port Sudan am Roten Meer: Bei 45 Grad Celsius im Schatten fährt ein mobiler Schiffsentlader an die Kaimauer und senkt den Vertikalförderer in die Schiffsluke. 600 Tonnen Getreide pro Stunde fördert der Entlader aus den Schiffen in das 75'000 Tonnen fassende Silo des Nahrungsmittelunternehmens Sayga Flour Mills. Der ständige Wind trägt entweder schmirgelnden Sand aus der Sahara heran oder eine feuchte, salzhaltige Meeresbrise. Kurz: Extrembedingungen für Mensch und jede Art von Technik.
Die Bühler AG hat sich als globaler Technologiepartner für die Nahrungsmittelproduktion, für die chemische Verfahrenstechnik und den Druckguss auf dem Weltmarkt etabliert. Seit mehr als zehn Jahren projektiert und installiert der schweizerische Technologiekonzern die gesamte Verarbeitungskette der sudanesischen Sayga Flour Mills. Dieses dynamisch wachsende Nahrungsmittelunternehmen mit Sitz in Khartoum expandiert seit 1994 und erweitert kontinuierlich seine Produktionskapazitäten.
Um den Nachschub der Fabriken zu sichern, orderte der Mehl- und Teigwarenproduzent bei Bühler einen mobilen mechanischen Schiffsentlader vom Typ Portalink, der die Kapazität zum Löschen der Frachter auf 1200 Tonnen pro Stunde verdoppelt. Dabei nutzte Bühler das Know-How der Schweizer Spezialisten von Bosch Rexroth bei der Auslegung, Montage und Inbetriebnahme des hydrostatischen Fahrantriebs und der Arbeitshydraulik für den 28 Meter hohen und 54 Meter langen mechanischen Schiffsentlader.
Ausgeklügelte Entladetechnik mit hoher Flexibilität
Über eine Kombination von Vertikal- und Horizontalkettenförderern fördert der Portalink das Getreide aus dem Bauch der Frachtschiffe zur Abgabestelle. Diese Fördertechnik arbeitet schonender und energieeffizienter als andere Löschtechniken. Gleichzeitig hat sie sich bereits bei zwei kleineren Schiffsentladern - ebenfalls unter den rauen Bedingungen der Hafenstadt am Roten Meer - mit Verfügbarkeiten nahe 100 Prozent als absolut zuverlässig erwiesen.
Eine Besonderheit: Der Portalink verfügt über eine aussergewöhnliche Wendigkeit. Das erhöht die Flexibilität beim Entladen verschiedener Schiffstypen und ermöglicht eine optimale Ausnutzung aller Liegeplätze am Schiffsterminal. Das Fahrwerk mit einer Tragkraft von 400 Tonnen ruht auf zwei Längsbalken mit insgesamt 8 Achsen. 16 mannshohe Reifen mit einem Durchmesser von 1600 Millimetern verteilen das Gewicht schonend auf eine breite Auflagefläche. Mit dem hydrostatischen Fahrantrieb erreicht der Schiffsentlader eine Geschwindigkeit von bis zu 600 m/h. Beim eigentlichen Entladen und zu Wartungszwecken sorgen vier Abstützzylinder für einen sicheren Halt der Anlage mit einem Betriebsgewicht von 335 Tonnen.
