Salvagnini vertraut auf Baumer

Sorgenfreies Biegen dank effizienter Kraftmessung

| Redakteur: Silvano Böni

In der Biegeeinheit überwacht der Dehnungs­sensor DSRT die Material­beschaffenheit der Werkstücke über den ganzen Prozess hin.
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In der Biegeeinheit überwacht der Dehnungs­sensor DSRT die Material­beschaffenheit der Werkstücke über den ganzen Prozess hin. (Bild: Baumer)

Das P1-Biegezentrum von Salvagnini erkennt Materialabweichungen während des Biegevorgangs und kompensiert diese automatisch. Dies reduziert Ausschuss, ergibt dauerhaft konstante Qualität, optimierte Produktionszeiten und ein Maximum an Produktivität. Einen entscheidenden Beitrag dazu leisten die Dehnungssensoren DSRT von Baumer.

Seit 50 Jahren entwirft, konstruiert und verkauft der italienische Konzern Salvagnini Maschinen und flexible Systeme für die Blechbearbeitung: Stanzmaschinen, Biegezentren, Abkantpressen, Faserlaserschneid­maschinen, FMS-Linien, automatische Blechlager und Software. Die Maschinen kommen zum Beispiel bei der Produktion von Leuchten, Aufzugs- und Heizkesselverkleidungen, Schaltschränken und Metall­möbeln zum Einsatz. Mit vier Produktionsstätten, 23 Filialen und 30 Servicecentern bietet das Unternehmen in 75 Ländern zuverlässige, dauerhafte und anpassbare Lösungen weltweit.

Am Standort Ennsdorf in Österreich produziert es im Jahr etwa 100 vollautomatische Biegeautomaten für die blechverarbeitende Industrie. Dort wird auch das elektrische Biegezentrum P1 hergestellt. Mit einem Platzbedarf von nur 8 m2 und einem durchschnittlichen Energieverbrauch von 3 kW ist es Salvagninis Antwort auf die steigenden ökonomischen und ökologischen Anforderungen aus dem Markt.

Fein abgestimmter Biegeprozess

Die Biegeeinheit ist das operative Herzstück des Biegezentrums. Sie besteht aus dem Biegewangenträger mit dem oberen und unteren Kantwerkzeug, dem Blechniederhalter, dem Gegenhalter und dem Manipulator.

Für den Biegevorgang bewegt der Manipulator die Blechtafel in die gewünschte Richtung und bringt die zu kantende Seite des Werkstückes vor der Biegeeinheit in die richtige Position. Der Niederhalter klemmt das Blech ein und hält es während der gesamten Bearbeitung fest. Mit kontrollierten Bahnbewegungen führen die Biegewangen in schneller Folge Abkantungen nach oben oder unten aus. Im Gegensatz zu traditionellen Abkantpressen mit nur einer Winkelgrösse kann das P1-Biegezentrum mit der patentierten Biegekinematik je nach Einstellung Winkel und Bögen unterschiedlichster Grössen und Durchmesser erstellen. Das ermöglicht eine vielseitige Produktion von Profilen, Paneelen und anderen Halbfabrikaten.

Herausforderungen Halte- , Press- und Biegekraft

Das effiziente Biegezentrum schafft eine Biegung in weniger als zwei Sekunden mit nur einem Werkzeug. Dabei wirken verschiedene Kräfte auf das Werkstück ein. Diese müssen genau eingestellt und zuverlässig gemessen werden.

Die Presskraft des Manipulators darf nicht zu gross sein. Sie führt sonst zu Abdrücken auf dem Blech. Gleichzeitig muss seine Haltekraft ausreichen, um das Werkstück mit grösstmöglicher Geschwindigkeit sicher zu bewegen, ohne dass es verrutscht. Ein am Maschinenrahmen angebrachter Dehnungssensor DSRT meistert diese scheinbar gegensätzlichen Forderungen souverän. Im Vergleich zu vielen marktgängigen Dehnungssensoren ist er sehr weich, reagiert schnell und kann selbst kleinste Dehnungen oder Stauchungen präzise
erfassen.

Auch bei der Kraftüberwachung der Biegewangen spielt er seine Stärken aus. Je nach Winkelgrösse wenden die Wangen mehr oder weniger Kraft für die Verformung des Werkstückes auf. Diese in jedem Fall vordefinierte Kraft darf sich über den ganzen Zyklus hinweg nicht über die Toleranzgrenzen hinaus bewegen. Der DSRT ist langzeitstabil. Einmal eingestellt, garantiert er kontinuierliche Winkelgenauigkeit bei allen Messungen. Zu Qualitätszwecken können die Messwerte protokolliert werden.

Dank der neuen MAC-2.0-Technologie hängen gute Biegeresultate nicht länger von der Materialqualität ab. Hauptzeitparallel überwachen die Dehnungssensoren DSRT die Beschaffenheit der zu bearbeitenden Bleche. Stellen sie Abweichungen ausserhalb der Toleranzgrenze fest, lösen sie Bewegungsanpassungen der Biegewangen aus. Unregelmässigkeiten im Material werden dadurch automatisch kompensiert.

Die Lösung

«Mit den universell einsetzbaren Dehnungssensoren DSRT von Baumer haben wir die optimalen Komponenten für unsere innovativen Biegemaschinen gefunden», bestätigt Ing. Peter Mascher, Leiter Elektrotechnik bei Salvagnini. «Wir sind sehr zufrieden. Mit nur einem Sensor decken wir mehrere Applikationen ab. Das hält unsere Kosten für Beschaffung und Logistik niedrig. Er braucht nicht an das Design unserer Maschinen angepasst, sondern kann einfach auf die ideale Stelle aufgeschraubt werden. Dadurch sparen wir Zeit bei Entwicklung, Montage und Service und können all diese Vorteile an unsere Kunden weitergeben.»

Der einzigartige mechanische Aufbau des Sensors ist auf eine möglichst geringe Beeinflussung der Maschinenstruktur ausgelegt. Das ermöglicht ausgezeichnete Messergebnisse und eine zuverlässige und genaue Prozessteuerung. Die Sensoren gibt es mit verschiedenen Messbereichen von 100 bis 750 με und den Ausgangssignalen Spannungsausgang +/-10 DVC, Passiv und mit CANopen-­Schnittstelle. SMM

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