Dixi Polytool setzt auf Lean Manufacturing am Standort Le Locle Unternehmerischer Innovationsmarathon

Redakteur: Matthias Böhm

Dixi Polytool gehört zu einem der grössten Schweizer Werkzeughersteller. In den letzten drei Jahren machte das Unternehmen einen Innovations- marathon. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, setzte das Unternehmen einen Lean Manufacturing-Prozess um. Wie Marc Schuler, CEO, gegenüber dem SMM sagte, bleibt der Standort in Le Locle durch diese Massnahme auch in Zukunft wirtschaftlich und leistungsfähig und sichert langfristig Arbeitsplätze.

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«Wir verfügen in der Schweiz über hervorragende Mitarbeiter mit hoher Motivation, die wissen, dass eine 35-Stunden-Woche das Aus für den Werkplatz Schweiz bedeuten würde.» Marc Schuler, CEO Dixi Polytool S.A.
«Wir verfügen in der Schweiz über hervorragende Mitarbeiter mit hoher Motivation, die wissen, dass eine 35-Stunden-Woche das Aus für den Werkplatz Schweiz bedeuten würde.» Marc Schuler, CEO Dixi Polytool S.A.
(Bild: Matthias Böhm)

SMM: Sie haben in den letzten drei Jahren Ihr Unternehmen komplett umgebaut. Was waren die Beweggründe?

Marc Schuler: Richtig, wir haben Dixi Polytool komplett auf Lean Manufacturing umgestellt. Im Fokus stand eine höhere Wirtschaftlichkeit, weil der internationale Konkurrenzdruck immer stärker wurde. Die Wechselkurssituation ist hier besonders hervorzuheben. Wir reden immer vom 15. Januar 2015. Aber die Problematik begann bereits 2009. Der Euro kostete in 2008 noch 1.60 CHF, im August 2011 einen Franken, bis die Nationalbank einschritt und ihn auf 1,20 fixierte. Unser Entscheid, Lean Manufacturing einzuführen, war also lange vor dem SNB-Entscheid vom 15. Januar beschlossene Sache.

Und sehen Sie noch weitere Aspekte?

M. Schuler: Lean Manufacturing bringt vielseitige Vorteile für unser Unternehmen. Wir können dank unserer neu organisierten Unternehmensstruktur hervorragendes Risiko-Management realisieren, sollte es zu erneuten harten Schlägen, währungsbedingter oder rezessionsbedingter Art, kommen. Durch unsere neue Organisationsstruktur können wir darüber hinaus Kunden-Wünsche perfekt ins Zentrum rücken. Stichworte sind hier verkürzte Entwicklung, Produktion und Lieferfristen von Sonderwerkzeugen und die sofortige Lieferkapazität von Standard-Werkzeugen.

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Welche Veränderungen haben Sie gesamthaft durchgeführt. Wo lagen die Schwerpunkte des Unternehmensumbaus?

M. Schuler: Ziel war es, die gesamte Produktion von bisher einer nicht vernetzten Zellen-Produktion in Richtung eines kompletten, voll vernetzten Workflows umzustellen. Das Planen und Organisieren dieser neuen Produktionsflüsse hat zirka ein Jahr in Anspruch genommen. Anfangs hatten wir ausgezeichnete Unterstützung von einem spezialisierten Beratungsunternehmen. Je länger das Projekt dauerte, desto mehr haben wir intern die Führung des Projekts übernommen.

Und wie sah die praktische Realisierung aus?

M. Schuler: Ab dem zweiten Jahr zügelten wir die Maschinen entsprechend des neuen Workflows. In unserer 6000-m2-Produktionshalle wurden alle Maschinen neu zugeordnet. Die Herausforderung lag darin, während all den Maschinen-Umzügen die Produktion so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Für die Logistik eine äusserst anspruchsvolle Aufgabe.

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