Transportschäden, verursacht durch Stöße, Hitze, Kälte oder Feuchte, führen häufig zu Reklamationen zum Produkt. Um die von außen nicht immer sichtbaren Schäden frühzeitig zu erkennen, werden Datenlogger als Transportbegleiter empfindlicher Güter eingesetzt.
An geeigneten Positionen von Maschinen montiert erkennen Datenlogger zuverlässig sämtliche Umgebungseinflüsse, wie Stöße, Schocks und Temperaturwechsel.
(Bild: MSR Electronics GmbH)
Transportschäden verursachen unnötige Kosten. Zudem schaden sie dem Image. Ein weltweit führender Hersteller für Zahnradschleifmaschinen, der überwiegend für die Automobilindustrie produziert, lässt deshalb seine Fracht zur Qualitätssicherung mit Datenloggern von MSR überwachen.
Ursachen erkennen
In einem Unternehmen, dessen Produkte fast ausnahmslos in internationale Märkte exportiert werden, ist die Überwachung des Transports von entscheidender Bedeutung. In der Produktion und Logistik wurde schon früh festgestellt, dass Produktreklamationen in den allermeisten Fällen nicht auf Material- oder Produktionsfehler, sondern auf während des Transports verursachte Schäden zurückzuführen waren.
Transportbelastungen in Versandtests ermitteln
Zunächst ging es dem Logistikmanager darum, durch die Optimierung der Verpackung Transportschäden am Frachtgut möglichst nicht entstehen zu lassen. Dazu wandte er sich an die Wegmüller AG aus Attikon bei Zürich, einen Spezialisten für Exportverpackungen.
Dieser Hersteller entwickelte passgenaue Holzverpackungen und empfahl ein spezielles Trockenmittel-Korrosionsschutzverfahren. Um die einwandfreie Wirkung des Korrosionsschutzverfahrens und der Aussenverpackung zu beweisen, nutzte der Verpackungshersteller bereits im Jahr 2016 bei ersten Testversänden Datenlogger MSR165 vom Seuzacher Messtechnikhersteller MSR Electronics GmbH. Diese sind mit Schock-, Temperatur-, Feuchte-, Luftdruck- und Lichtsensoren ausgestattet. Schocks durch zu harte Stösse und Schläge beim Beladen, Umladen oder Abladen gelten generell als Hauptursache von Transportschäden. Sie können sich sehr negativ auf die mechanische Konstruktion eines jeden Industrie- oder Gebrauchsgegenstandes auswirken, sind jedoch oft äusserlich nicht sichtbar.
Sehr häufig erleiden Güter während der Reise aber auch Rostschäden. Korrosion entsteht durch Feuchtigkeit, besonders durch Temperaturschwankungen, die Kondenswasser sich auf metallischen Oberflächen ansammeln lassen. Das Trockenmittelverfahren der Wegmüller AG hält das Packgut in einer konstant trockenen Atmosphäre. Der Verpackungshersteller konnte mit den gesammelten Daten der Datenlogger aufzeigen, dass das Verfahren einwandfrei funktioniert.
Anhand der aufgezeichneten Daten eines MSR-Datenloggers kann im Anschluss an den Transport also zweifelsfrei erkannt werden, ob ein Produkt zu starken Erschütterungen oder Umweltbelastungen ausgesetzt war und ob es notwendig ist, die Qualität erneut zu überprüfen. Damit zudem auch die Frage beantwortet wird, wo der Schaden entstanden ist, werden neben Datenloggern MSR165 auch die Varianten MSR175plus eingesetzt. Letztere sind mit zwei Schocksensoren (±15 g und ±200 g), je einem Temperatur-, Feuchte-, Druck- und Lichtsensor sowie einem GPS/GNSS (Global Navigation Satellite System) Empfänger ausgestattet. Die satellitengestützten Positionsdaten werden vom Datenlogger gespeichert. So lassen sich kritische Transportereignisse rasch lokalisieren. Bei Versicherungs- bzw. Haftungsfragen hilft der Datenlogger MSR175plus, Schadenfälle einfach und schnell abzuwickeln.
Montagepositionen optimieren
In Testversänden wurde ermittelt, wo der Schock-Datenlogger MSR175plus am besten montiert wird. Die Entscheidung fiel auf den Schleifkopf der Maschine, da dort auftretende Schläge besondere Herausforderungen darstellen würden. Da im Vorfeld eines Transports nicht immer klar ist, welcher Messbereich für die Beschleunigungsmessungen benötigt wird, wird die parallele Schockwertaufzeichnung des ±200-g-Sensors mit 6400 Hz und des ±15-g-Sensors mit 1 600 Hz genutzt. Leichte Stösse und starke Schocks und Schläge werden so gleichermassen erfasst, in allen drei Achsen. Je höher die Aufzeichnungsfrequenz, desto genauer werden sowohl der tatsächliche Verlauf als auch die Spitzenwerte abgebildet und desto aussagekräftiger sind die erhaltenen Daten.
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Unverzüglich auswerten
Der Servicemonteur vor Ort demontiert den Datenlogger nach Ankunft der Fracht und sendet ihn im bereits mitgelieferten Paket an die Zentrale zurück. Beide Varianten der Datenlogger sind als Luftfracht zugelassen. Beim Datenlogger MSR175plus besteht zudem die Möglichkeit, den Akku für den Rückversand zu entfernen.
Abhängig von länderspezifischen Vorschriften kann dies relevant sein.Das verantwortliche Fachpersonal liest die aufgezeichneten Daten aus dem Logger über eine Verbindung zum PC (USB) und interpretiert sie mit der Software MSR PC. Im Lieferumfang der Datenlogger ist nebst der Software zur Konfiguration und Auswertung der Daten auch die Auswertesoftware «MSR ShockViewer» enthalten. Sie ist spezialisiert, um Schock-Ereignisse auszuwerten.
Wird nichts Auffälliges entdeckt, wird das Datenfile zu Dokumentationszwecken gespeichert. Sollte ein kritisches Ereignis entdeckt werden, wird unverzüglich ein Monteur beauftragt, entsprechend zu analysieren und – soweit erforderlich – in Stand zu setzen. Der Datenlogger wird erneut konfiguriert und weiteren Sendungen beigelegt.
Transportschäden vorbeugen
Als positiv wird vom Logistikmanager auch die präventive Wirkung des Datenloggers hervorgehoben. Befindet sich ein Datenlogger in der Verpackung und ist das auch bekannt, ist die Sorgfalt im Umgang mit der Fracht nach seiner Erkenntnis meist deutlich höher. (kmu) SMM
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