Suchen

Schaerer: Produktion in der Schweiz sichert weltweit geschätzte Qualität Weltweit geschätzt: Qualität von Schaerer

| Redakteur: Konrad Mücke

Die Schaerer AG, Hersteller professioneller Kaffee­maschinen, stärkt ihren Stammsitz und Produktions­standort in Zuchwil. Dank eines verlängerten Mietverhältnisses kann sie ein neues Produktionskonzept verwirklichen.

Firmen zum Thema

Für besten Kaffeegenuss: Kaffeemaschine «Soul» von Schaerer für Kantinen, Restaurants und Cafés.
Für besten Kaffeegenuss: Kaffeemaschine «Soul» von Schaerer für Kantinen, Restaurants und Cafés.
(Bild: Schaerer AG)

Wir sprachen mit CEO Jörg Schwartze über die geschäftliche Entwicklung, die aktuelle Strategie und die künftige Entwicklung.

SMM: Herr Schwartze, wie hat sich das Geschäft
mit Kaffeemaschinen in den zurückliegenden Jahren
entwickelt?

Jörg Schwartze: Wir konnten unser internationales Geschäft sehr erfolgreich ausbauen. Unsere Kaffeemaschinen sorgen in bedeutenden Hotels, Cafés, Restaurants und Kantinen für höchsten Kaffeegenuss. Wir sind besonders stolz darauf, international eine derartige Anerkennung zu finden. Nach wie vor können wir an unserem Hauptsitz in Zuchwil wirtschaftlich produzieren und in alle Welt exportieren.

Bildergalerie

Welche Ziele verfolgen Sie aktuell?

J. Schwartze: Es besteht eine zunehmende Nachfrage nach hochwertiger Technik und höchster Qualität aus der Schweiz. Schaerer hat im Jahr 2018 rund ein Viertel mehr Maschinen produziert als im Jahr zuvor. Auch im laufenden Jahr sind wir sehr gut ausgelastet. Deshalb wollen wir unser internationales Geschäft weiter stärken und vorantreiben. Dazu benötigen wir allerdings zusätzliche Produktions­kapazität. Dafür stellen wir derzeit die Weichen.

Welche Massnahmen treffen Sie dazu?

J. Schwartze: Wir haben im letzten Jahr umfangreich in eine zukunftsfähige IT-Infra­struktur investiert. In der Produktion haben wir die Flächen signifikant erweitert und praktisch alle Montagearbeitsplätze erneuert. Zudem planen wir weitere umfassende Erweiterungs- und Umbaumassnahmen unserer Produktions- und Verwaltungsflächen. Das betrifft beispielsweise eine Produktionslinie mit einem vollkommen neuen Fertigungskonzept. Sie wird zusätzliche Produktionskapazität schaffen. Damit werden wir als Hersteller aus der Schweiz deutlich leistungsfähiger und agiler. Somit können wir besser, vor allem flexibler, auf kundenspezifische Nachfragen reagieren.

Wie können Sie die dafür erforderlichen Produktionsflächen erschliessen?

J. Schwartze: Wir konnten nach einigen Verhandlungen mit dem Eigner des River­side-­Industrieareals, der Swiss Prime Anlage­stiftung, das Mietverhältnis verlängern sowie neu regeln. Damit haben wir die Voraussetzungen und die notwendige Sicherheit für den weiteren Ausbau unserer Aktivitäten geschaffen.

Was bedeutet das konkret für Ihre Produktion?

J. Schwartze: Insgesamt stehen uns in Zuchwil künftig 11 300 Quadratmeter Produktions- und Lagerflächen sowie circa 3000 Quadratmeter Büroflächen zur Verfügung. Das entspricht rund zwei Fussballfeldern. Zudem wurde die Laufzeit des Mietverhältnisses um mehrere Jahre verlängert und ein Vormietrecht für weitere 1300 Quadratmeter eingeräumt. Das schafft für uns Zukunftssicherheit. Deshalb haben wir auch einen gut sechsstelligen Betrag in Schweizer Franken in die nachhaltige IT-Infrastruktur unseres Gebäudes investiert. Das wird unsere Position als Produzent erheblich verbessern sowie die Produktion und die Verwaltung deutlich vereinfachen.

Die neu geschaffene Produktionskapazität wird dazu beitragen, noch agiler auf die steigende Nachfrage reagieren zu können. Darüber hinaus werden wir die Fertigungsabläufe durch eine Vielzahl an Massnahmen optimieren. Für unser Fachpersonal schaffen wir bessere Arbeitsbedingungen, erhöhen die Arbeitssicherheit und verbessern die Ergonomie. Somit können wir wesentlich effizienter produzieren. Nach Abschluss der Realisierung dieses neuen Fertigungskonzepts werden wir in der Lage sein, den steigenden Bedarf wie auch kurzfristige Projektaufträge noch besser abwickeln zu können.

Ende des Jahres 2016 wurde die WMF Group, zu der Schaerer auch gehört, durch die französische Groupe SEB übernommen. Welche Vorteile sehen Sie durch die Übernahme?

J. Schwartze: Als Teil eines weltweit agierenden Konzerns eröffnen sich für die Geschäfts­einheit professionelle Kaffee­maschinen und insbesondere für Schaerer ganz neue Möglichkeiten in puncto Marktzugang und Stärke am Markt. Mit unserer Schwestermarke WMF sind wir führend in der Branche und möchten diese Stellung in Zukunft weiter ausbauen. Die Groupe SEB als strategisch langfristiger Käufer ermöglicht uns, in dieses Wachstum zu investieren. Zudem haben wir eine entsprechende Strategie für die Geschäftseinheit formuliert, unter anderem mit neuen Markenpositionierungen für die Marken Schaerer und WMF. So können
wir die Märkte zielgerichteter und gemäss
der jeweiligen Vorzüge noch besser erschliessen.

Wie bewältigen Sie den zunehmenden Bedarf an Fachkräften, speziell bei der aktuellen Lage mit fehlendem Nachwuchs?

J. Schwartze: Selbstverständlich hat die Zahl unserer Mitarbeitenden in den letzten Jahren entsprechend unserem Wachstum zugenommen. Sie ist von 234 auf nunmehr 400 gestiegen. Schaerer beschäftigt Fachkräfte mit einem breiten Spektrum an Qualifikationen. Dazu gehören Software- und Maschinenbau-Ingenieure, Spezialisten für Konstruktion sowie Mitarbeitende für Tätigkeiten in der Produktion und in der Logistik. Nach wie vor suchen wir immer wieder qualifizierte Interessenten. Darüber hinaus bilden wir selbst intensiv aus. So lernen am Standort Zuchwil inzwischen 16 Nachwuchskräfte. Dazu zählen zwei Informatikerinnen EFZ Fachrichtung Systemtechnik, eine Kauffrau EFZ und zwei Kaufmänner EFZ, zwei Fachmänner Betriebsunterhalt mit Fachrichtung Hausdienst, vier Logistiker EFZ, zwei Mechanikpraktiker EBA, zwei Konstrukteure EFZ und ein Elektroniker EFZ. -kmu- SMM

(ID:45746237)