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Schweiz: Hohe Erwerbsquote bringt Wohlstand
V. Vogt wies in diesem Zusammenhang auf die Besonderheiten des Wirtschaftsstandortes Schweiz hin. Die Schweiz sei nicht primär ein Finanzplatz, sondern in erster Linie ein Industriestandort, der 20 Prozent am Bruttoinlandprodukt beisteuert (Anm. d. Red.: Swissmem spricht dagegen von 10 Prozent Anteil der MEM-Industrie am BIP).
Interessant ist folgende Aussage von V. Vogt: Der aktuelle Wohlstand der Schweiz basiere auf einer hohen Erwerbsquote und nicht primär auf einer hohen Produktivität. In der Schweiz sei die Erwerbsquote 10 % höher als in der EU. Noch dazu verfüge sie über die höchste Wochenarbeitszeit mit 42 h/Woche. Ein weiterer Aspekt, den Vogt hervorhebt ist, dass die Deindustrialisierung keineswegs voranschreitet. Alle würden davon sprechen, dass die Schweiz deindustrialisiert würde, das Gegenteil sei der Fall. Die Anzahl der Mitarbeitenden in der Industrie sei in den letzten 10 Jahren gestiegen. Allerdings gäbe es Verlagerungen im Bereich der Industriesegmente.
Bezüglich der Arbeitsproduktivität ist festzuhalten: Sie ist nur mittelmässig. Zwar verfügen die exportorientierten Schweizer Unternehmen über eine hohe Arbeitsproduktivität. Aber Unternehmen, die die Binnenwirtschaft bedienen, verfügen eher über eine geringe Arbeitsproduktivität. Hier steckt demnach noch einiges an Potential.
Schweizer Erfolgsfaktoren
Zu einem der entscheidenden Erfolgsfaktoren zählt V. Vogt die «Flexicurity». Dieses Kunstwort beinhaltet die Begriffe Sicherheit und flexibler Arbeitsmarkt. Der Vorteil des liberalen Schweizer Arbeitsrechts liege darin, dass Firmen eher Mitarbeiter anstellen würden, weil sie wissen, dass sie im Ernstfall schnell restrukturieren könnten. In der Durchlässigkeit des Bildungssystems sieht V. Vogt ebenfalls einen wichtigen Schlüsselfaktor. Auch das Thema Personenfreizügigkeit geht V. Vogt progressiv an: Ohne den Zugang ausländischer Arbeitskräfte wäre die Schweizer Wirtschaft nicht in der Lage gewesen, die Wachstumsimpulse in den letzten Jahren umzusetzen.
Prozessoptimierung
Im anschliessenden Vortrag ging Peter Savoie (Leiter Qualitätsmanagement Kunststofftechnik, SFS intec International, Heerbrugg) auf das Thema Lean Management ein. Er zeigte auf, wie mittels Optimierung der Prozesse und der höchsten Prozessbeherrschung die Wirtschaftlichkeit hochgehalten werden kann.
SFS intec gehört zur SFS-Gruppe (SFS intec, SFS unimarket, SFS locher). SFS intec – 3300 Mitarbeiter und 720 Millionen CHF Umsatz in 2011 – ist weltweit Entwicklungspartner, Hersteller und Zulieferer von Präzisionsformteilen, Sonderschrauben und mechanischen Befestigungselementen. 45 Marktorganisationen in Europa, Nordamerika und Asien pflegen weltweit den direkten Kontakt zu den Abnehmern.
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