Interview, Pascal Forrer / DC Swiss SA Wir entwickeln Fertigungslösungen von morgen

Redakteur: Matthias Böhm

DC Swiss SA gehört zu den Spezialisten unter den Werkzeugherstellern. Das Unternehmen hat sich auf die Herstellung von Gewindewerkzeugen konzentriert. Pascal Forrer, Sales & Marketing Manager, Member of the Board, sagt im SMM-Interview, über welche Stärken der Werkplatz Schweiz verfügt und wie sich die Gewindefertigungsverfahren in den letzten Jahren entwickelt haben. DC Swiss wird zu diesem Thema am Swissmem Zerspanungsseminar 2015 referieren.

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«Das Potential vom konventionalen Gewindebohrer ist noch lange nicht ausgeschöpft.» Pascal Forrer, Sales & Marketing Manager, Member of the Board, DC Swiss SA
«Das Potential vom konventionalen Gewindebohrer ist noch lange nicht ausgeschöpft.» Pascal Forrer, Sales & Marketing Manager, Member of the Board, DC Swiss SA
(Bild: DC Swiss)

SMM: Herr Forrer, wie sehen Sie als Werkzeughersteller mit einer besonderen Stärke im Gewinden die aktuelle wirtschaftliche Lage in der Schweiz und für Sie wichtigen Ausland?

Pascal Forrer: Die Schweiz bleibt weiterhin ein wichtiger Referenzmarkt. Aus Exportsicht hilft selbstverständlich der starke Schweizer Franken nicht. Wir wollten uns allerdings bereits in der Krise nicht einer Währung, sondern unseren Produkten verschreiben. Wer heute in der Schweiz produzieren will, muss durch Technologie punkten, nicht über Preise.

Als Spezialist im Gewinden bieten Sie sozusagen eine Fertigungsnische an; wie schafft man es, sich gegen die grossen Werkzeughersteller, die das gesamte Spektrum anbieten, durchzusetzen?

P. Forrer: Unsere Stärken liegen klar bei der Kundennähe. Wir entwickeln zusammen mit dem Kunden Fertigungslösungen von morgen, immer mit dem Ziel, das beste Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten zu können. Man darf Kunden nicht stigmatisieren, man muss die Lösung zusammen erarbeiten, ansonsten entwickelt ein Unternehmen am eigentlichen Bedürfnis des Marktes vorbei.

Können Sie ein, zwei Produkte hervorheben, die man sich unbedingt an Ihrem Stand anschauen sollte?

P. Forrer: Mit unserer NANO-Serie bieten wir ein umfangreiches Programm zur Gewindebearbeitung und Vermessung ab Durchmesser 0,3 mm an. Neu wurde das Programm durch VHM-Gewindebohrer ergänzt. Diese bieten hohe Standzeiten und können in gewissen Werkstoffen bis 3xD1 Gewindetiefe eingesetzt werden.

Zudem stellen wir unsere neue Generation von Gewindewirblern zur Herstellung von gratfreien Gewinden bis 4xD1 Gewindetiefe vor. Gerade in der MedTech-Industrie ist dieses patentgeschützte Werkzeug für uns wichtig.

Gewinde sind heute mit mehreren Verfahren (Schneiden, Formen, Fräsen) herstellbar, welches der Verfahren ist in den letzten Jahren am stärksten gewachsen?

P. Forrer: Dank zunehmend leistungsfähiger CNC-Bearbeitungszentren sind fräsende Werkzeuge wie Gewindefräser und Wirbler besonders gewachsen. Hingegen ist das Potential vom konventionellen Gewindebohrer noch lange nicht ausgeschöpft: So konnten wir im letzten Jahr mit dem K-Spanbrecher eine innovative Lösung in Bezug auf höchste Prozesssicherheit einführen.

Wie schätzen Sie die Zukunft des Werkplatzes Schweiz ein?

P. Forrer: DC Swiss feiert nächstes Jahr ein wichtiges Jubiläum: 75 Jahre Swiss Made. Wir sind stolz, den Grossteil unserer Produkte ab der Stange in unseren beiden Schweizer Produktstätten im Berner Jura herstellen zu dürfen. Und wir sind überzeugt, dass dies auch bei unserem 3-stelligen Jubiläum noch so sein wird. <<

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