WorldSkills 2026 Kompletter Medaillensatz für Schweizer Tech-Talente

Von Nastassja Neumaier 3 min Lesedauer

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Die Schweizer Berufsathleten der Tech-Industrie haben an den WorldSkills 2026 in Shanghai eine beeindruckende Bilanz gezogen: Mit Gold, Silber und Bronze sowie dem Titel «Best of Nation» kehren die Nachwuchstalente zurück. Ein starkes Signal für das duale Bildungssystem und die Innovationskraft der heimischen MEM-Branche.

Gold für Ian Hofer (Automatiker, Mechatronik Schule Winterthur) und Cyrill Koller (Informatiker, Bühler AG) in der Disziplin «Industrie 4.0». Zusätzlich holten sie den Titel «Best of Nation».(Bild:  SwissSkills/Michael Zanghellini)
Gold für Ian Hofer (Automatiker, Mechatronik Schule Winterthur) und Cyrill Koller (Informatiker, Bühler AG) in der Disziplin «Industrie 4.0». Zusätzlich holten sie den Titel «Best of Nation».
(Bild: SwissSkills/Michael Zanghellini)

An den WorldSkills 2026 in Shanghai hat der Schweizer Nachwuchs seine Weltklasse einmal mehr unter Beweis gestellt. Gleich in mehreren Schlüsseldisziplinen der MEM-Branche brillierten die jungen Talente und sicherten sich einen kompletten Medaillensatz.

Gold in der Zukunftsdisziplin Industrie 4.0

Besonders herausragend war die Leistung im Bereich Industrie 4.0. Das Zweierteam, bestehend aus Ian Hofer (Automatiker, Mechatronik Schule Winterthur) und Cyrill Koller (Informatiker, Bühler), holte sich gegen starke internationale Konkurrenz souverän die Goldmedaille.

Doch damit nicht genug: Sie erzielten über alle Wettbewerbsdisziplinen hinweg die meisten Punkte aller Schweizer Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Für diese aussergewöhnliche Leistung wurden sie zusätzlich mit dem Titel «Best of Nation» ausgezeichnet. Dieser Doppelerfolg in einer hochkomplexen Disziplin unterstreicht, dass die Schweizer Tech-Industrie bei der Digitalisierung und Automatisierung auch in der Grundbildung eine globale Spitzenposition einnimmt.

Koller und Hofer bereiteten sich in rund 1000 Trainingsstunden intensiv auf den Wettbewerb vor. Neben den Grundlagen der Automatisierung und Informatik beschäftigten sie sich mit der Vernetzung von Maschinen, intelligenten Systemen und Sensorik zur Datenerfassung sowie mit KI-gestützten Analysen zur Zustandsbeurteilung. Mithilfe von Augmented Reality und digitalen Zwillingen planten, testeten und visualisierten sie Abläufe zunächst virtuell, bevor sie diese unter realen Bedingungen umsetzten.

«Es ist ein unglaubliches Gefühl. Ich habe eineinhalb Jahre meines Lebens in dieses Ziel investiert – und es hat sich gelohnt. Wir haben nach den Sternen gegriffen und es tatsächlich geschafft», sagt Cyrill Koller.

Silber und Bronze in den Kernkompetenzen

Silber für Manuel Nussbaumer (Polymechaniker, Bucher Hydraulics) in der Disziplin «CNC Milling».(Bild:  SwissSkills / Tatjana Schnalzger)
Silber für Manuel Nussbaumer (Polymechaniker, Bucher Hydraulics) in der Disziplin «CNC Milling».
(Bild: SwissSkills / Tatjana Schnalzger)

Auch in den klassischen, aber hochgradig anspruchsvollen Kernkompetenzen der MEM-Industrie gab es Schweizer Erfolge. Manuel Nussbaumer (Polymechaniker, Bucher Hydraulics) bewies im CNC-Fräsen höchste Präzision sowie Nervenstärke und wurde dafür mit der Silbermedaille belohnt.

Bronze für Andrin Kästli (Elektroniker, Fachhochschule Nordwestschweiz) in der Disziplin «Electronics».(Bild:  SwissSkills/Michael Zanghellini)
Bronze für Andrin Kästli (Elektroniker, Fachhochschule Nordwestschweiz) in der Disziplin «Electronics».
(Bild: SwissSkills/Michael Zanghellini)

Andrin Kästli (Elektroniker, Fachhochschule Nordwestschweiz) komplettierte den Medaillensatz der Branche mit einer starken Leistung im Bereich Elektronik und sicherte sich Bronze.

Zusätzlich untermauerten vier weitere Schweizer Tech-Talente die Qualität des dualen Systems. Sie alle erzielten herausragende Punktzahlen und wurden dafür mit der «Medal of Excellence» ausgezeichnet:

  • Disziplin «Mechatronics»: Gianin Schneller (Automatiker EFZ, EMS-Chemie) und Massimiliano Pellegrini (Automatiker EFZ, Rhätische Bahn)
  • Disziplin «Mechanical Engineering CAD»: Lars Blumer (Konstrukteur EFZ, Bühler)
  • Disziplin «CNC Turning»: Arno Zehnder (Polymechaniker EFZ, libs Industrielle Berufslehren Schweiz)

Top 3 weltweit und «Best of Europe»

Diese exzellenten Resultate der Tech-Industrie gewinnen angesichts der schieren Dimensionen des Wettbewerbs zusätzlich an Gewicht. Die WorldSkills Shanghai waren die grössten Berufsweltmeisterschaften, die je ausgetragen wurden: Annähernd 1400 Competitors aus 68 Ländern und Regionen traten in insgesamt 64 Disziplinen gegeneinander an.

Das SwissSkills National Team gewinnt 12 Medaillen, davon vier goldene, zwei silberne und sechs bronzene. Die Schweiz belegt damit Rang 3 in der Nationenwertung und ist gleichzeitig die erfolgreichste europäische Nation. Weitere 23 Nachwuchsprofis glänzen mit einer «Medal of Excellence». Hinter diesem starken Resultat stehen 42 junge Berufstalente, die in 38 Skills gezeigt haben, was sie in ihren Berufen können.(Bild:  SwissSkills/Michael Zanghellini)
Das SwissSkills National Team gewinnt 12 Medaillen, davon vier goldene, zwei silberne und sechs bronzene. Die Schweiz belegt damit Rang 3 in der Nationenwertung und ist gleichzeitig die erfolgreichste europäische Nation. Weitere 23 Nachwuchsprofis glänzen mit einer «Medal of Excellence». Hinter diesem starken Resultat stehen 42 junge Berufstalente, die in 38 Skills gezeigt haben, was sie in ihren Berufen können.
(Bild: SwissSkills/Michael Zanghellini)

In diesem gigantischen internationalen Umfeld war die Schweiz mit 42 Berufsathletinnen und -athleten am Start. Das Nationalteam gewann insgesamt 12 Medaillen sowie 23 «Medals of Excellence». Damit hat die Schweizer Delegation ihre hochgesteckten Ziele vollumfänglich erreicht: Die Schweiz sichert sich den herausragenden dritten Platz im weltweiten Nationenranking – direkt hinter dem Gastgeberland China und der asiatischen Hightech-Nation Südkorea. Gleichzeitig bedeutet dies unangefochten den Titel «Best of Europe».

Starkes Signal für den Werkplatz Schweiz

Der Erfolg der jungen Berufsleute in Shanghai ist mehr als nur ein persönlicher Triumph. Für die Schweizer MEM-Industrie, die seit Jahren intensiv um qualifizierten Nachwuchs ringt, sind diese Resultate ein wertvoller Leistungsnachweis für das bewährte duale Berufsbildungssystem. Das Engagement von Ausbildungsbetrieben wie Bühler oder Bucher Hydraulics zahlt sich aus: Sie sichern sich damit nicht nur künftige Fachkräfte, sondern stärken auch das Qualitätslabel des Werkplatzes Schweiz auf der internationalen Bühne.

Olivier Habegger, Projektleiter WorldSkills bei Swissmem, zeigt sich begeistert von den Leistungen der Berufsathleten: «Dass wir gegen die sehr starke asiatische Konkurrenz bestehen konnten, ist grossartig. Ich bin sehr stolz auf die Teilnehmer und danke den Experten, Ausbildungsunternehmen, Freunden und Familien ganz herzlich für ihr enormes Engagement. Eine solche Leistung ist nur als Team möglich.»

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