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Software von Zeiss für die Zukunft Ziel ist die vollständige Automatisierung

| Redakteur: Anne Richter

Zeiss trägt dem mit Industrie 4.0 verbundenen Bedeutungswandel des Messprozesses durch die permanente Weiterentwicklung seiner Softwarelösungen Rechnung. Von der Mess- bis zur Auswertungssoftware ist der Trend hin zur Automatisierung von Prozessen ungebrochen.

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Die Entwicklung beim Thema Industrie 4.0 zeigt, dass es immer weniger nur um die Hardware geht, sondern zunehmend um die Software.
Die Entwicklung beim Thema Industrie 4.0 zeigt, dass es immer weniger nur um die Hardware geht, sondern zunehmend um die Software.
(Bild: Carl Zeiss AG)

«Der Messprozess wird zunehmend zur Grundlage für die Steuerung der gesamten Fertigung», betont Dr. Hubert Lettenbauer, Leiter Entwicklung Software beim Unternehmensbereich Industrielle Messtechnik. Und wie in jedem Industrie-4.0-Szenario geht es auch hier nicht mehr nur um die Hardware, sondern zunehmend um die Software. Zeiss entwickelt bereits seit den Anfängen der Koordinatenmesstechnik Softwarepakete und verfügt deshalb über eine hohe IT-Expertise. Eine, die zudem permanent ausgebaut wird. Mittlerweile treiben bei Zeiss so viele Informatiker die Entwicklung innovativer Messtechnologien voran wie noch nie zuvor in der Geschichte des Unternehmens. Und darum wird die Mess- und Auswertungssoftware, wie der promovierte Ingenieur heraushebt, von Release zu Release immer intelligenter. «Das Wissen, das früher ausschliesslich im Kopf der Messtechniker svorhanden war, bilden wir immer umfassender in unseren Softwarelösungen ab.» Das Ziel ist dabei klar: grösstmögliche Automatisierung des gesamten Messprozesses. Nicht als Selbstzweck, wie er betont, sondern «um die Effizienz der Kunden zu erhöhen, die Reproduzierbarkeit von Messungen weiter zu verbessern und um Bedienereinflüsse zu minimieren.»

Ein Klassiker mit Potenzial

Bereits vor zehn Jahren und damit zu einer Zeit, als noch kein Politiker oder Unternehmer von Industrie 4.0 sprach, brachte Zeiss bereits das Prozessanalysetool Zeiss PiWeb auf den Markt. Dieses Tool ermöglicht Unternehmen, eine Vielzahl von Mess- und Prüfdaten aus unterschiedlichen Quellen zusammenzuführen und mithilfe umfangreicher Auswertungsmöglichkeiten Problemen schneller auf die Spur zu kommen. Mittlerweile ist Zeiss PiWeb unverzichtbar geworden, um effizient zu fertigen. Deshalb werden seit Sommer 2015 auch alle Messgeräte von Zeiss serienmässig mit dem Reporting dieser Prozessanalysesoftware ausgestattet.

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Welches Potenzial in der Auswertung von Qualitätsdaten liegt, erkannte Zeiss damit früher als andere Messgerätehersteller. Ein Vorsprung, den das Unternehmen halten beziehungsweise weiter ausbauen will. Die nächsten Meilensteine für die Softwareentwickler sind bereits anvisiert: Es geht darum, Daten intelligent auf das Wesentliche zu reduzieren. Und darum, dass die Software die Menge an vorhandenen Mess- und Prüfdaten selbstständig nach relevanten Zusammenhängen durchforstet und diese nutzerfreundlich darstellt. Im Grunde sind das genau die Herausforderungen, die in allen Big-Data-Feldern zu lösen sind. «Keine einfache Aufgabe, aber eine, die Zeiss PiWeb zu einer umfassenden Auswertungs- und Steuerungssoftware machen wird», ist sich Lettenbauer sicher.

Import von Metadaten steigert Effizienz

Visionär war Zeiss aber nicht nur bezogen auf die Entwicklung der Auswertungs- und Statistiksoftware Zeiss PiWeb. Bereits vor zehn Jahren hob man auch die Referenz-Messsoftware für Regelgeometrien Zeiss Calypso mit der Funktion zum Einlesen der im CAD-Modell hinterlegten Product Manufacturing Information (PMI) auf ein neues Level. Zeiss Calypso zeichnete sich damals durch einen erstmaligen Import von Metadaten aus, die im 3-D-CAD-Modell hinterlegt sind. Ein vielversprechender Ansatz zur Effizienzsteigerung, den das Unternehmen deshalb permanent weiterverfolgte – selbst zu Zeiten, als der Markt die Vorteile noch nicht erkannte oder sie kaum nutzte. «Jetzt sind die Unternehmen aber mitten in der Industrie-4.0-Welt und die Funktion zum Einlesen von PMI-Daten in aller Munde», freut sich Lettenbauer. Und das aus gutem Grund. Denn durch dieses Modul lassen sich die CAD-Metadaten, die sogenannten PMI-Daten, unter anderem in Form von Massen und Toleranzen einfach und weitgehend automatisiert übertragen sowie intelligent auswerten. So können Prüfpläne deutlich schneller aus 3-D-Modellen erstellt werden. Zeiss Calypso 6.2 ist ein Release, das zur Control 2016 auf den Markt gekommen ist. Es ermöglicht Messtechnikern, bei der Erstellung der Prüfpläne jetzt im Idealfall bis zu 80 Prozent an Zeit einsparen zu können.

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