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Zulieferindustrie Bleche hochautomatisiert verarbeiten

| Autor / Redakteur: Ingénieur ETS en microtechnique, journaliste RP Jean-René Gonthier / Luca Meister

Von einfachen Werkstücken über komplexe Blechkonstruktionen und von Prototypen bis zur anspruchsvollen Serienfabrikation, die Dienstleistungen von Artol umfassen sämtliche Aspekte der modernen Blechverarbeitung: Laserschneiden, Abkanten und Schweissen in allen Variationen. Ein Gespräch mit dem Verkaufsdirektor zum Anlass einer grösseren Investition im Maschinenpark.

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Die automatische Biegezelle «Amada Astro» ist mit verschiedenen Werkzeugen zur raschen Herstellung von kleineren Serien ausgerüstet.
Die automatische Biegezelle «Amada Astro» ist mit verschiedenen Werkzeugen zur raschen Herstellung von kleineren Serien ausgerüstet.
(Bild: Artol Fuchs)

Wir hatten kürzlich die Gelegenheit, das Unternehmen Artol Fuchs AG in Granges-Paccot bei Freiburg zu besuchen. Im Jahr 1958 mitten in Freiburg gegründet, ist die Firma seit 1985 in Granges-Paccot ansässig. Daniel Rufer hat uns in seiner heutigen Funktion als Direktor Administration und Verkauf empfangen. Als langjähriger Mitarbeiter und früherer technischer Verkaufsberater kennt er das Unternehmen natürlich in- und auswendig.

Die mehrheitlich zweisprachigen Mitarbeiter erlauben es der Firma, sowohl in der Westschweiz als auch in Deutschschweiz ihre Dienstleistungen anzubieten.

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Zahlreiche Mitarbeiter sind schon seit längerer Zeit dabei. So zum Beispiel Herr Mauron, der mit 50 Dienstjahren von der Lehre bis zur Pensionierung in der industriellen Blechkonstruktion tätig war. Dies ist ein Beweis sowohl für die angenehme Zusammenarbeit sowie auch die vielseitigen beruflichen Anforderungen in dieser Firma. So erstaunt es nicht weiter, zu erfahren, dass dieser Zulieferer in der Schweiz zu den zehn besten seiner Branche gehört.

Ein mittelgrosses Unternehmen

Nach Meinung von David Graufel, Vertreter von Amada Schweiz, «ist Artol Fuchs einer der wichtigsten Blechverarbeiter in der Schweiz. Dies deshalb auch, weil es sich laufend über die neusten Technologien informiert und mit den modernsten Maschinen den stetig ändernden Marktbedürfnissen nachkommt. Es gibt etwa sieben bis acht Unternehmen dieser Grössenordnung in der Schweiz, wobei aber nur zwei bis drei wirklich grösser sind».

In den Werkstätten dieses Zulieferers stehen Maschinen verschiedener Farben; die «Farbe», welche hervorsticht, ist jedoch diejenige von Amada. Das ist zudem der Anwesenheitsgrund von David Graufel an der Seite von Daniel Rufer.

Vorteile von Artol Fuchs

Im heutigen hart umkämpften Umfeld geht es darum, sich von seinen Konkurrenten klar abzusetzen. Das gelingt Artol durch seine weitgefächerten Dienstleistungen bestens mit vielfältigen Blechverarbeitungen, vom Einzelteil über den Bau von Prototypen bis zur Serienfertigung. Dazu meint Daniel Rufer: «Wir bieten nicht eigene Entwicklungen an, sondern helfen mit unserer grossen Erfahrung und technischen Unterstützung bei der Optimierung der Konstruktionen, damit ein Teil als Blechkonstruktion kostengünstig fabriziert werden kann.»

Um diese Leistungen zu erbringen, verfügt Artol über eine ausgezeichnete technische Abteilung, welche mit mehreren CAD-Stationen («Solidworks») ausgestattet ist und die 3D-Daten für die Konzeption und die Fabrikation modelliert. Diese Abteilung mit zwei Ingenieuren und zwei Fachspezialisten ist für die Konstruktionsunterstützung sowie die Beratung und die konkreten Machbarkeitsstudien zuständig.

Daniel Rufer: «Wir bieten unsere Hilfe bei Projekten jederzeit an, jedoch achten wir darauf, dass die Wertschöpfung der Projekte auf etwa zwei Drittel in der Blechtechnologie anfällt. Dies einfach zur optimalen Auslastung der eigenen Anlagen in der Werkstatt.»

Einfachere Werkstücke gehören genauso zum Repertoire wie komplexe Konstruktionen, zum Beispiel Verkleidungen für Bearbeitungszentren oder Gehäuse für die Luftfahrtindustrie. Die verschiedenen Tätigkeitsfelder entwickeln sich in Funktion der Kundenanforderungen und der Marktentwicklungen. Für einen gewieften Zulieferer nichts Aussergewöhnliches; seine Werkstatt ist in der Lage, sich neuen Situationen rasch anzupassen.

MSM: In welchen Märkten sind Sie tätig?

Daniel Rufer: Dies sind hauptsächlich der Verpackungssektor, die Verkehrstechnik und die Lebensmittelindustrie, aber grundsätzlich liefern wir in sämtliche Bereiche, welche Präzisionsprodukte aus Feinblech benötigen; also Blechteile in Materialdicken von 1 bis 2 Millimeter und Längen bis zu 3 Meter.

In welchen geographischen Gebieten ist Artol Fuchs präsent?

D. Rufer: Praktisch ausschliesslich in der Schweiz. Mit Ausnahme von Spezialanfragen arbeiten wir eher selten im Ausland. Wir liefern grundsätzlich in die ganze Schweiz, wobei wir uns aber auf einen Aktionsradius von etwa 100 Kilometer um Freiburg konzentrieren. Die enge Zusammenarbeit mit unsern Kunden führt dazu, dass sie mit der Zeit zu Partnern werden. In unserem Geschäft spielen anerkannte Qualität und gute Kundenbeziehungen eine entscheidende Rolle. Auch deshalb können wir uns nicht auf weit entfernte Märkte ausdehnen. Dazu kommt, dass sich unsere Kunden an eine relativ kurze Reaktionszeit gewöhnt haben.

Neue Faserlaser-Schneidanlage

Artol Fuchs ist ein Familienunternehmen mit 55 Mitarbeitern. Es wurde vom Vater von Thomas Fuchs (heutiger Generaldirektor und Inhaber) gegründet. Das Produktionsgelände umfasst 9700 m2. Die Werkstätten sind mit modernen, meistens automatisierten Maschinen ausgerüstet. Die neue Faserlaser-Schneidanlage (neue Technologie) von Amada ist mit einem Blechlager von 40 Meter Länge gekoppelt. Neben der Blechverarbeitung gibt es eine Installation für die Thermolackierung, mit welcher den Kunden eine ergänzende Dienstleistung angeboten wird. Diese Zusatzarbeiten werden von einer separaten Firma (IC Thermolaquage SA) durchgeführt, die ebenfalls von Thomas Fuchs geleitet wird.

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Über den Autor

Ingénieur ETS en microtechnique, journaliste RP Jean-René Gonthier

Ingénieur ETS en microtechnique, journaliste RP Jean-René Gonthier

Rédacteur en chef du magazine MSM Mensuel de lindustrie