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Vom Lager bis zur Montage in einer Hand
Mit dem Auftrag zur Fertigung dieser Pressenhäupter und Rahmen als einbaufertige Schweissbauteile verbindet Dieffenbacher eine Fülle von Anforderungen an Jebens: Für Rahmen, Pressengestelle und Stössel wird hochfester Stahl benötigt. Angesichts der für eine Holzpresse benötigten enormen Tonnage sind für Peter Heiss, Leiter globaler Einkauf bei Dieffenbacher, kurzfristige Materialverfügbarkeit hochwertiger Bleche und hohes Bearbeitungsvolumen entscheidende Faktoren in der Lieferantenauswahl. „Jebens hat ein sehr grosses Lager und macht die erforderlichen Qualitätseingangsprüfungen,“ so Heiss. Er ergänzt: „Um in der von uns vorgegebenen Zeit eine derart hohe Menge ausstossen zu können, braucht man auch eine entsprechend grosse Anzahl an Brennmaschinen.“ Andreas Ebner, Leiter Produktionsplanung, betont: „Die Qualität der Bleche muss zuverlässig stimmen, da enorme Kräfte auf sie einwirken. Würde ein Gestellblech reissen, wäre der Aufwand für seinen Austausch extrem hoch.“ Hinzu kommen die von Dieffenbacher in der Brennteilzeichnung oder -werksnorm vorgegebenen Fertigungstoleranzen für Aufmasse bei Bohrungen oder Aussenkonturen. „Die sind tricky, das kann längst nicht jeder. Das muss man abbilden können, ohne jedes Mal in die Norm gucken zu müssen,“ so Ebner. Bei einem Grossteil dieser Brennteile leistet Jebens auch die mechanische Bearbeitung sowie Entgraten, Richten, Strahlen, Grundieren und Lackieren gemäss den Vorgaben von Dieffenbacher.
Jetzt erweiterte der Maschinen- und Anlagenbauer erneut – zunächst probeweise – die Aufgabenstellung: Für einen Pilotauftrag lieferte Jebens nicht nur die Brennteile komplett bearbeitet, sondern übernahm auch die Montage und Lackierung der 240 Bleche zu 120 einbaufertigen Modulen. Mit Erfolg: „Künftig werden wir nur noch Baugruppen in dieser Form zukaufen,“ so Peter Heiss. „Dafür brauchen wir einen Brennbetrieb wie Jebens, der eben mehr ist als ein normaler Brennbetrieb und solche Baugruppen auf unserem hohen Fertigungslevel herstellen kann,“ stellt er anerkennend fest.
Anspruchsvolle Anforderungen
Auch bei der herausfordernden Produktion der Heizplatten für die Holzwerkstoffpressen vertraut Dieffenbacher deshalb auf den Experten für Massarbeit in Stahl. Diese Platten haben innenliegende Heizkanäle, durch die Thermalöl fliesst, um die erforderliche Temperatur ins Produkt zu bringen. Bis zu 22 Heizplatten oben und unten hat eine 65 Meter lange CPS+-Presse, alle unterschiedlich lang und zwischen 1,5 und 3,3 Meter breit. Ihre Länge zwischen 4,5 und acht Metern richtet sich nach der verfahrensabhängigen Länge der Druckzonen. Im Rahmen eines ersten Probeauftrages steuerte Jebens die Lieferung der für diese Elemente benötigten 140 Millimeter dicken Qualitätsbleche nach Dieffenbacher Werksnorm an einen externen Spezialisten für die aufwendige Tieflochbohrung.
Ganzheitliche Expertise bis hin zur Erstellung der komplexen Exportdokumente ist auch bei den Schweisskonstruktionen und fertig bearbeiteten, einbaufertigen Baugruppen gefragt. Für ein Pressengestell einer Composite-Presse sind bis zu 2.000 Schweissstunden erforderlich.
Jebens erhält detaillierte Vorgaben zu den Schweissnähten, wie diese ggf. zu verschleifen sind und wo welche Prüfungen erforderlich sind. „Viele Lieferanten lehnen diese Zeichnungen wegen der geforderten Ausführung und Präzision der High-End-Bauteile ab,“ weiss Peter Heiss aus Erfahrung. Insbesondere bei den Führungen, die den Stössel justieren, sind die von Dieffenbacher spezifizierten Bearbeitungsparameter sehr anspruchsvoll, damit die Presse parallel läuft. Bei der Umsetzung der herausfordernden Schweissnähte bewährt sich einmal mehr die langjährige Erfahrung der geprüften Schweisser und erfahrenen Schweissfachingenieure von Jebens: Wenn zum Beispiel von Dieffenbacher ein Gestell so eng ausgelegt wurde, dass die Zugänglichkeit für das Schweissen der Naht nicht gewährleistet ist oder Steifigkeitsverlust droht, unterbreiten die Schweissfachingenieure konkrete Lösungsvorschläge. „Dieser offene Austausch mit der Dieffenbacher Konstruktionsabteilung ist für beide Seiten ein fruchtbarer Prozess, da die genehmigten Änderungswünsche auch in den Folgekonstruktionen berücksichtigt werden,“ sagt Andreas Ebner. Um von dem Spezialwissen der Experten im eigenen Betrieb auf breiter Fläche profitieren zu können, beauftragte Dieffenbacher sogar eigens eine Schulung für 29 Teilnehmer aus den Bereichen Konstruktion, Arbeitsvorbereitung und Entwicklung durch den Schweissfachingenieur und Qualitätsmanager von Jebens.
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