Trumpf: Smart Factory eröffnet Digitalisierte Blechfertigung 30 Prozent effizienter

Redakteur: Konrad Mücke

Eine vernetzte Fertigung ermöglicht, um bis zu 30 Prozent effizienter zu fertigen. Eindrücklich zeigt dies die jüngst von Trumpf am Stammsitz in Ditzingen eröffnete, voll digitalisierte Smart Factory. Hier produziert das Unternehmen Blechteile für seine Maschinen.

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In seiner Smart Factory zeigt der Maschinenhersteller Trumpf die Vorteile einer vollständig digitalisierten, vernetzten Blechteilfertigung.
In seiner Smart Factory zeigt der Maschinenhersteller Trumpf die Vorteile einer vollständig digitalisierten, vernetzten Blechteilfertigung.
(Bild: Trumpf)

In Ditzingen produziert der Maschinenhersteller Trumpf ab sofort Blechteile für seine Werkzeugmaschinen in einer Smart Factory. Zudem dient diese vollständig vernetzte Fabrik als Vorführzentrum. Dort können sich insbesondere auch kleine und mittelständische Unternehmen über die Vorteile einer effizienten Blechfertigung informieren. «In unserer neuen Smart Factory haben wir 30 Maschinen miteinander vernetzt. Dadurch vermeiden wir Ausschuss, verkürzen die Bearbeitungszeit und sorgen für mehr Effizienz. Unsere Lösungskompetenz für die Blechbearbeitung ist in dieser Form weltweit einzigartig», sagt Heinz-Jürgen Prokop, Chief Executive Officer Werkzeugmaschinen bei Trumpf. Die Smart Factory erstreckt sich über drei Hallen mit insgesamt 5000 m² Grund- und Produktionsfläche. Ditzingen ist neben Chicago in den USA und Taicang in China nun der dritte Unternehmensstandort mit einer vollständig vernetzten Fabrik. Der Maschinenhersteller unterstreicht damit seine Kundennähe und ist in allen grossen Industrieregionen der Welt mit einer Smart Factory vertreten.

Zentral steuern, mit Mobilgeräten überwachen

In der Smart Factory in Ditzingen sind sämtliche Schneid-, Biege- und Schweissmaschinen sowie das Grosslager und die fahrerlosen Transportsysteme miteinander vernetzt.

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Die Vernetzung von Produktionsprozessen und Maschinen ist der entscheidende Wettbewerbsvorteil für Blechfertiger.

Jürgen Prokop, CEO Werkzeugmaschinen bei Trumpf in Ditzingen

Die gesamte Produktion lässt sich vom sogenannten Control Center aus steuern. In dieser Schaltzentrale laufen alle wichtigen Kennzahlen aus der Fertigung in Echtzeit zusammen – vom Auftragseingang bis zum fertigen Bauteil. «Wer die Effizienz seiner Blechfabrik steigern möchte, sollte sich vor allem auf die vor- und nachgelagerten Arbeitsschritte der eigentlichen Bearbeitung seines Bauteils konzentrieren. Gerade in Zeiten kleinerer Losgrössen, schnellerer Reaktionszeiten und komplexer werdender Bauteile ist die Vernetzung von Produktionsprozessen und Maschinen der entscheidende Wettbewerbsvorteil für Blechfertiger», sagt Jürgen Prokop. Assistenzsysteme unterstützen das Personal in der Fertigung. Diese lässt sich mithilfe der Software TruTops Fab von überall aus per Tablet, Smartphone oder Smartwatch überwachen.

Schrittweise automatisieren und digitalisieren

Die Smart Factory dient nicht nur dazu, für den eigenen Bedarf zu fertigen. Mit ihr beabsichtigt der Maschinenhersteller auch, Blechbearbeitern aus Deutschland und Europa die Vorteile der digitalisierten Fertigung vorzuführen. Diese können sich dort die Verbesserungen in der Effizienz beim Schneiden, Biegen, Stanzen und Schweissen in einer realen Produktion ansehen. Kleine, mittelständische und grosse Unternehmen finden dort innovative Lösungen zum Vernetzen ihrer Produktion. So können etwa kleine Fertigungsbetriebe durch Einstiegslösungen, beispielsweise einen KI-basierten Absortierassistenten, zu wesentlich besseren Ergebnissen kommen. In der Smart Factory demonstriert der Maschinenhersteller, wie man die Blechfertigung schrittweise vernetzen kann. Das betrifft beispielsweise die Integration der Logistik. Unternehmen mit einem umfassenden Spektrum an Maschinen können die Smart Factory in Ditzingen als eine teilautonome Fertigung sehen. Stanz-, Laser- und Biegeprozesse sowie ein Lager arbeiten nahtlos miteinander.

Offen für Partner

Der Ditzinger Maschinenhersteller sieht sich künftig noch deutlicher als bisher als Lösungsanbieter für die gesamte Fertigung. Er gründet seine Kompetenz auch auf Partnerschaften, um weitere Logistik- und Produktionsprozesse zu integrieren. Flurförderfahrzeuge, die an den Werkzeugmaschinen Halbzeuge anliefern und fertige Bauteile abtransportieren, stammen etwa vom Partner Jungheinrich. Lagersysteme stellt der Hersteller Stopa bereit. Zudem sind in die Smart Factory in Ditzingen eine Richt- und Entgratmaschine vom Hersteller Arku und eine Messmaschine von Inspecvision integriert. - kmu - SMM

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