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Einer der grossen Werkzeugmaschinen-CEO's übergibt den Staffelstab Dr. F. Brinken: «Standort Schweiz ist ausgezeichnet»

| Redakteur: Matthias Böhm

Prof. Dr. Frank Brinken stand seit 2005 der heutigen Starrag Group als CEO vor, heute ist er Vice Chairman. Er ist ein Kenner der Fertigungs-Industrie wie kein Zweiter, noch dazu in Bereichen, die technologisch zur Hochleistungsklasse gehörten. Seine Überzeugung: Mit den richtigen Mitteln kann die Schweiz noch lange für den Weltmarkt produzieren. Dr. F. Brinken bringt interessante Thesen und sagt, warum man in der Schweiz besser nicht auf gewisse amerikanischen MBAs hören sollte.

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Das ist ganz schwer zu sagen, denn Sie vergleichen Äpfel mit Birnen.
Das ist ganz schwer zu sagen, denn Sie vergleichen Äpfel mit Birnen.
(Bild: Thomas Entzeroth)

SMM: Effizienz in der modernen Produktion sollte Sie als CEO eines Werkzeugmaschinenunternehmens seit Beginn Ihrer Laufbahn begleitet haben?

Dr. Frank Brinken: Ein Thema von sehr hoher Bedeutung, vor allem für unseren Heimmarkt Europa, wo wir 60 % unserer Umsätze erzielen. Nur eine effiziente Produktion sichert unseren Kunden das Überleben, Effizienz kann kürzeste Zykluszeiten, hohe Maschinenverfügbarkeit, aber auch das Beherrschen von Variantenvielfalt in kleinen Losgrössen sein.

Halten Sie den Industrie-Standort Schweiz und im weiteren Sinne Europa für wettbewerbsfähig?

Dr. F. Brinken: Ja, auf jeden Fall. Es gibt einige internationale Firmen, die sich in der Schweiz angesiedelt haben, weil es für sie summa summarum der kostengünstigste Fertigungsstandort ist. Auch asiatische Unternehmen erkennen, dass Tiefstlöhne nicht das Allheilmittel sind und man besser auf moderne Produktionsmittel setzt.

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Wie kommen die Konzerne zu diesem Ergebnis, dass Europa produktionstechnisch top ist?

Dr. F. Brinken: Dank interner Audits und Benchmarks. Sie vergleichen die Produktivität und Wirtschaftlichkeit ihrer verschiedenen Standorte. Nicht selten kommt dabei heraus, dass Europa und insbesondere die Schweiz bezüglich Produktivität und Kostenstruktur hoch effizient ist, nicht selten die Nummer 1 beim Produzieren technologisch anspruchsvoller Produkte.

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