Interview «Es gab für uns nur eine Chance»

Redakteur: Matthias Böhm

Urs W. Berner – CEO und Inhaber der Urma AG – gehört zu einem derjenigen Schweizer Unternehmern, die nicht nur konsequent nach vorne schauen, sondern ebenso ihren Blick nach links und rechts richten. Mit positivem Resultat: Die Erweiterung der Urma-Fabrikhallen in Rupperswil ist ein sichtbarer Erfolg und Resultat richtiger strategischer Entscheide der letzten 15 Jahre.

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(Bild: Urma)

SMM: Mit der Erweiterung Ihres Unternehmens setzten Sie ein positives Zeichen und vor allem einen Kontrastpunkt zur aktuell schwierigen Lage am Werkplatz Schweiz, wo andere MEM-Unternehmen Arbeitsplätze abbauen und ihre Produktion ins Ausland verlagern.

Urs W. Berner: Das liegt sicher daran, dass wir uns eine besondere Stellung strategisch erarbeitet haben. Unser Unternehmen verfügt über drei Standbeine. WZM-Handel, Ausdrehwerkzeuge und Reibsysteme. Unsere Reibwerkzeuge haben uns einen massiven Schub gebracht. Wir haben im Werkzeugbereich über 90 Prozent Export. Damit ist der Werkzeugsektor für uns somit ein hochgradig globaler Markt. Das läuft sehr gut sowohl in Nordamerika, Europa, Deutschland als auch Frankreich. Wir haben nur einen Rückgang in der Schweiz. In der Schweiz sehen wir in den letzten Wochen eine Erholung.

Töchter in China und Deutschland, Produktion in den USA

1962 wurde das Familienunternehmen von Willy Berner gegründet. Mit der Übernahme durch Urs W. Berner wurde 1996 der Generationenwechsel erfolgreich vollzogen. Mittlerweile hat das Unternehmen Tochtergesellschaften in Deutschland und China sowie eine Joint-Venture-Produktion in den USA. Beschäftigt werden weltweit rund 100 Mitarbeiter, davon in der Schweiz über 70 Personen. Der Exportanteil liegt bei 85–90 Prozent. Tausende zufriedene Kunden in über 30 Ländern werden durch ein Netzwerk von Spezialisten betreut. Diese werden laufend im Urma-Schulungszentrum mit den neusten Verfahren und Werkzeugtechnologien vertraut gemacht. Bei Urma ist Qualität nicht nur ein Schlagwort, sondern eine Lebenseinstellung und Voraussetzung, um auf den weltweiten Märkten bestehen zu können. Die hohe Fertigungstiefe garantiert kontinuierlich hohe Qualität und kurze Durchlaufzeiten. Letztere werden durch moderne Fertigungsanlagen in mannarmen oder gar mannlosen Schichten ermöglicht.

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SMM: Wie laufen Ihre Werkzeugumsätze konkret in der Schweiz?

U. W. Berner: Generell ist die Nachfrage gedämpft, aber da die Werkzeuge in der Schweiz nur einen kleinen Prozentsatz am Gesamtumsatz ausmachen, ist das nicht problematisch.

SMM: Begonnen hat Urma mit Ausdrehsystemen, wo liegen hier Ihre Stärken?

U. W. Berner: Die Ausdrehsysteme im Durchmesserbereich von 0,3 bis 805 mm sind Standard-Katalogprodukte. Sondergrössen bis Durchmesser 2400 mm sind ebenfalls herstellbar, was unter anderem am Beispiel einer Turbinenbearbeitung in China bewiesen wurde.

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