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Chiron-Hausausstellung 2017 Im Fokus: Präzision plus Produktivität

| Redakteur: Anne Richter

Zwei neue Bearbeitungszentren mit bis zu 50 Prozent mehr Produktivität waren die Highlights auf der Chiron-Hausausstellung Ende März 2017. Darüber hinaus präsentierte die Gruppe mit dem neuen webbasierten Teleservice Remoteline ein Tool, das Ausfallzeiten minimiert und so die Maschinenverfügbarkeit steigert.

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Remoteline ist ein Softwaretool von Chiron für die webbasierte Ferndiagnose von Maschinen unterschiedlicher Hersteller.
Remoteline ist ein Softwaretool von Chiron für die webbasierte Ferndiagnose von Maschinen unterschiedlicher Hersteller.
(Bild: Chiron)

Mehr als 1600 Besucher, darunter etwa ein Viertel aus dem Ausland, informierten sich im Lauf der drei Messetage der Chiron-Hausausstellung vom 29. bis 31. März 2017 in Tuttlingen über das Portfolio der Gruppe, zu der die Marken Chiron, Stama und Scherer sowie CMS gehören. Von Retrofitting über integrierte Automationslösungen bis hin zu schlüsselfertigen Komplettanlagen aus einer Hand reicht das Produktprogramm. Mehrere Dutzend unter Span stehende Bearbeitungszentren illustrierten die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Maschinen.

Bis zu 50 Prozent mehr Produktivität in der Fünfachs-Bearbeitung

Die «vermutlich schnellste doppelspindlige Fünfachsmaschine der Welt» nennt Dr. Markus Flik, Vorsitzender der Chiron-Geschäftsführung, die neue DZ08 FX Precision+, die zusammen mit der einspindligen FZ08 FX Precision+ auf der Hausmesse Premiere feierte. Das bereits auf der AMB an der FZ08 MT vorgestellte hochdynamische Präzisionspaket setzt unter anderem auf ein neues Antriebskonzept. Ein Wechsel von Kugelrollspindeln zu berührungslos arbeitenden elektromagnetischen Linearführungen in den Achsen X/Y/Z erhöht den maximal möglichen Ruck und den Geschwindigkeitsverstärkungsfaktor und sorgt für einen spürbaren Zuwachs an Dynamik. Dadurch steigen Oberflächen- und Regelgüte; ausserdem können Werkstücke mit einer grösseren Bahngeschwindigkeit bearbeitet werden. In der A- und C-Achse kommen dynamische Torqueantriebe zum Einsatz. Zusätzlich wurden Strukturbauteile optimiert und die Maschinensteifigkeit erhöht.

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Zeitersparnis bei gleichzeitig höherer Präzision

Im direkten Vergleich zur Vorgängermaschine zeigt die Precision+-Variante einen deutlichen Produktivitätsgewinn: Tests im Vorfeld der Open House mit Aluminium-Impellern unterschiedlicher Grössen ergaben eine Zeitersparnis zwischen 20 und 51 Prozent bei einer gleichzeitig höheren Präzision. Speziell für die Impeller-Fertigung wurde überdies ein neues Vorrichtungswechselsystem entwickelt, das das Spannen und Lösen bequem von oben erlaubt – ohne andere Komponenten demontieren zu müssen. Eine optimierte Störkontur sorgt zudem für beste Zugänglichkeit und ermöglicht den Einsatz kurzer Werkzeuge.

Für die nötige thermische Stabilität der neuen Maschine sorgen wassergekühlte Antriebe in allen Achsen sowie den Frässpindeln, die eine Drehzahl von 40 000 U/min erreichen. Das Magazin bietet Platz für bis zu 2 x 48 Werkzeuge und lässt sich hauptzeitparallel be- und entladen. Zudem ist das Hochleistungszentrum mit dem Handlingroboter Variocell voll automatisierbar.

Mit Remoteline intelligenter fertigen

Mit dem neuen Softwaretool Remoteline ermöglicht Chiron eine webbasierte Ferndiagnose von Maschinen unterschiedlicher Hersteller und steigert so deren Verfügbarkeit. Im Störungsfall wird eine qualifizierte Fehlermeldung automatisch per SMS oder Mail an die Instandhaltung des Betreibers und den Service von Chiron verschickt. Wünscht der Kunde eine On­linewartung, gibt er dem Servicetechniker per Knopfdruck Zugriff auf die aktuellen Maschinendaten, wie etwa die Motortemperatur und die Laufleistung der Achsen. Der Techniker kann Änderungen in der NC-Programmierung sofort vornehmen und ausserdem bei der Planung von Wartungsarbeiten und dem Bestellen von Verschleissteilen unterstützen. Eine optionale Live-Überwachung kritischer Komponenten senkt Ausfallzeiten zusätzlich. Beim Datentransfer legt die Unternehmensgruppe Wert auf grösstmögliche Sicherheitsvorkehrungen: Jede Verbindung wird neu verschlüsselt und muss von beiden Seiten bestätigt werden. Ein Datenaustausch über den in Deutschland stehenden Server erfolgt erst, wenn der Kunde die Onlinewartung freigibt.

Industrie 4.0: Prozessoptimierung mit Smartline

Tools für die Prozessoptimierung in allen Phasen des Maschinenlebenszyklus bietet die Unternehmensgruppe unter dem Begriff Smartline. Dazu zählt neben «RemoteLine» auch «DataLine», eine Plattform für die integrierte Maschinen- und Prozessdiagnose, die von jedem browserfähigen Endgerät aus die Kontrolle des Maschinenparks ermöglicht. Ausserdem bietet Chiron Processline, eine Software zur Programmierungsautomatisierung und Simulation von NC-Programmen. Weitere Ergänzungen für Smartline hat Chiron für die EMO im September 2017 angekündigt. Dabei sollen die Qualitäts- und die Kollisionskontrolle im Mittelpunkt stehen.

Künftige Möglichkeiten in der Fernwartung zeigte Chiron auch mit Augmented-Reality-Brillen, die Besucher auf der Messe ausprobieren konnten. Über das Brillendisplay lassen sich etwa Produktionsdaten zur aktuell betrachteten Maschine oder Checklisten für die Wartung einblenden. Im Servicefall könnten externe Techniker über die Kamera hinzugezogen werden und Hinweise zur Fehlerbehebung geben.

Die Chiron Group zeigte auf der Open House ausserdem Lösungen aus einer Hand, bei denen sich die Kompetenzen der Mitglieder gegenseitig ergänzen. Gemeinsam baut die Gruppe beispielsweise Mehrmaschinensysteme und Turnkey-Lösungen für die mannlose Fertigung in unterschiedlichen Branchen.

Gemeinsame Automationslösung Variocell

Bei der Automation von Bearbeitungszentren kommt die gemeinsam entwickelte kompakte Roboterzelle Variocell Uno zum Einsatz. Diese kombiniert auf einer Stellfläche von unter einem Quadratmeter einen Handlingroboter und einen Werkstückspeicher mit Raum für zwölf Paletten. Durch eine Vielzahl an Ausstattungsoptionen lässt sich die Lösung erweitern oder in der Version Variocell System individuell an die Bedürfnisse der Produktion anpassen.

Da Chiron bei seiner jährlichen Hausmesse einen besonderen Fokus auf die persönliche Betreuung der Gäste legt, führten Mitarbeiter die Besucher über das Ausstellungsgelände, erläuterten Innovationen und halfen bei der Konkretisierung von Projektideen. Begleitet wurde die Open House von einer Vortragsreihe, die Interessenten Technologien und Strategien zur Effizienzsteigerung in der Produktion vorstellte. Zudem konnten sich die Besucher an den Ständen von 31 Mitausstellern aus der Metallbearbeitung informieren. SMM

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