Automation und Antriebstechnik

Neues Leitsystem für das KHKW Hagenholz

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Neues Leitsystem

Damit der Wirkungsgrad hoch gehalten werden kann, ist das Leitsystem wesentlich. Es steuert die Anlage im optimalen Betriebspunkt. Denn die Menge und die Qualität des Abfalls ändern sich ständig, ebenso der Wärmebedarf der Gebäude, die über das Fernwärmenetz eingebunden sind. Dabei deckt das KHKW Hagenholz nicht den gesamten Wärmebedarf ab, vor allem im Winter reicht die Abfallverbrennung nicht aus. Dann liefert das Holzheizkraftwerk Aubrugg zusätzliche Wärme. Hier werden die Öfen mit Holzschnitzeln aus der Forstwirtschaft des Kantons Zürich gefeuert. Das Holzheizkraftwerk wurde 2010 in Betrieb genommen, also etwa zur selben Zeit wie die neuen Anlagen im Hagenholz. Es wurde darauf geachtet, dass die Leitsysteme miteinander kommunizieren können. Sowohl im Hagenholz als auch in Aubrugg wurde deshalb das Prozessleitsystem SPPA-T3000 von Siemens installiert.

Dieses Prozessleitsystem ist für Gaskraftwerke mit Leistungen von einigen hundert Megawatt vorgesehen. Das Kehrichtheizkraftwerk mit 17 Megawatt elektrischer Leistung scheint auf den ersten Blick klein für eine solch leistungsfähige Software. Betrachtet man aber die Funktionen, die im Hagenholz genutzt werden, kann die Anlage mit einem stattlichen Gaskraftwerk mithalten: Das KHKW muss mit dem Holzheizkraftwerk koordiniert werden, damit im Fernwärmeverbund kein Haus kalt bleibt. Und das, obwohl die Leistung stark vom Abfall abhängt, der gerade angeliefert wurde.

Die Zufuhr des Abfalls in die Öfen kann nicht so schnell geregelt werden wie ein Gaskraftwerk. Kommt hinzu, dass an kalten Wintertagen gas- oder ölbetriebene Heizkessel das Netz punktuell unterstützen, um die Spitzen abzudecken. Diese Heizkessel werden ebenfalls über das Prozessleitsystem gesteuert. Und nicht zuletzt optimiert das System jederzeit die Energiebilanz und entscheidet, ob nun eher Strom, Dampf oder Fernwärme produziert werden soll.

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