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Aufwändige Abgasreinigung
Neben der Übersicht über die Verbrennungslinien zeigen die Bildschirme im Leitstand die aktuellen Abgaswerte am Kamin. Die Grenzwerte, die eingehalten werden müssen, lassen sich vergleichen mit den Abgaswerten moderner Autos, obwohl im KHKW nicht vergleichsweise sauberes Benzin, sondern Müll verbrannt wird: In einem Kubikmeter Abgas dürfen maximal 10 Milligramm Feinstaub sein – in einem Auto sind es 5 Milligramm pro Kilometer Fahrt. Beim Stickoxid liegt der Grenzwert im Hagenholz bei 70 Milligramm pro Kubikmeter, für die Autos sind es 60 Milligramm pro Kilometer.
Um solch saubere Abgase zu erreichen, wird das Rauchgas, das in den Verbrennungslinien entsteht, über mehrstufige Filter gereinigt. Ein Elektrofilter entfernt zuerst die Staubpartikel: Metallplatten unter Spannung ziehen die Partikel statisch an. Der Staub, der nun an den Platten haftet, wird regelmässig abgeklopft und entsorgt. Danach wird das Stickoxid entfernt, indem Ammoniak in das Rauchgas eingespritzt wird. Das Ammoniak reagiert zusammen mit Stickoxid und wird zu ungiftigem Stickstoff und Wasser. Ein Katalysator wie in einem PKW beschleunigt die Reaktion.
Weitere giftige Stoffe wie Dioxine werden über eine Kohleeindüsung adsorbiert. Chlorwasserstoff, Fluorwasserstoff, Schwefeldioxid und Quecksilber werden aus dem Rauchgas gewaschen: Wasser wird dazu in das Rauchgas gespritzt. Auch die Schwermetalle kondensieren hier zu Aerosolen, die abgeschieden werden.
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