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Mitten im Wohnquartier
Die Schadstoffe müssen nicht nur wegen der Luftreinhalteverordnung gering gehalten werden. Das KHKW steht mitten im Wohnquartier Hagenholz, das hier über die Jahre gewachsen ist. Lärm- oder Geruchsbelästigungen müssen deshalb vermieden werden. Damit der Abfall nicht stinkt, wird beispielsweise die Luft für die Öfen aus dem Abfallbunker gesogen. Es besteht ein ständiger Unterdruck. Und nach dem Feuerraum werden die Abgase gründlich gefiltert. Zuerst durchlaufen sie aber einen mehrstufigen Kesselzug, wo die Wärme entzogen und in Dampf umgewandelt wird. Der 400 °C heisse Dampf mit einem Druck von 40 bar wird in die Turbine in der Energiezentrale geleitet, einem Gebäude nebenan. Die Turbine erzeugt elektrische Energie, die ins Mittelspannungsnetz der Stadtwerke eingespiesen wird. Jährlich werden so 100 GWh Strom erzeugt, womit 30 000 Haushalte versorgt werden können.
Integration ins gemeinsame Prozessleitsystem
Eine Herausforderung für die Ingenieure von Siemens war die Integration der verschiedenen Gewerke in das Prozessleitsystem. Zwar sind die Steuerungen der Öfen wie auch diejenige der Turbine jeweils eine S7-400 von Siemens, sie stammen aber aus den unterschiedlichen Entwicklungsumgebungen der jeweiligen Firmen und teilweise sogar aus verschiedenen Generationen, da die Verbrennungslinien und die Energiezentrale nicht zur selben Zeit gebaut wurden. Daneben mussten die Daten der Heizzentrale Aubrugg integriert werden wie auch die Ansteuerung der Mittelspannungsschaltzentrale im Hagenholz.
Schliesslich gelang es den Ingenieuren, alle Gewerke einzubinden. «Wir sind sehr zufrieden, die Anlage läuft stabil und wir erreichen einen hohen Wirkungsgrad», sagt Erich Züst, bei Entsorgung und Recycling Zürich (ERZ) für den Umbau verantwortlich.
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