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Automation und Antriebstechnik Neues Leitsystem für das KHKW Hagenholz

| Redakteur: Hermann Jörg

>> Das Kehrichtheizkraftwerk (KHKW) Hagenholz in Zürich-Oerlikon wurde in den letzten 10 Jahren umfassend erneuert. Zwei neue Verbrennungslinien und eine Energiezentrale mit Dampfturbine waren die wichtigsten Teilprojekte. Ein modernes Leitsystem von Siemens verbindet die Gewerke und unterstützt die Operateure. Ausserdem wird das KHKW mit dem Holzheizkraftwerk Aubrugg-Zürich koordiniert.

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Wenn im Sommer keine Wärme ins Fernwärmenetz abgegeben werden kann, wird diese über Luftkondensatoren abgeführt.
Wenn im Sommer keine Wärme ins Fernwärmenetz abgegeben werden kann, wird diese über Luftkondensatoren abgeführt.
(Bild: Siemens)

joe. Fällt das Stichwort «erneuerbare Energie», denkt man an Solaranlagen auf den Dächern oder an Windkraftwerke im Jura. Aber Kehrrichtverbrennungsanlagen? Jawohl, auch diese werden den erneuerbaren Energien zugerechnet, da der Abfall zu einem hohen Anteil aus Biomasse besteht. Und der Beitrag von Kehrichtverbrennungsanlagen ist nicht unwesentlich, sowohl bei der Wärme- als auch bei der Stromproduktion: Der Schweizer Strom-Mix besteht neben 55 % Wasser- und 43 % Atomkraft aus 2 % neuen erneuerbaren Energien. Ein Grossteil davon, nämlich 1,5 %, wird von Kehrichtverbrennungsanlagen produziert. Im Vergleich dazu tragen die 0,13 % der Photovoltaik und die 0,06 % der Windräder um Faktoren weniger zur nachhaltigen Stromproduktion bei.

Fernwärme und Strom

Der Abfall der Stadt Zürich und einiger angrenzender Gemeinden wird im Kehrichtheizkraftwerk Hagenholz verwertet. Die Anlage wurde in den letzten 10 Jahren komplett modernisiert: Mit einer thermischen Leistung von 84 statt wie bisher 59 Megawatt heizt sie über das Fernwärmenetz diverse Gebäude in Zürich-Nord und liefert heissen Prozessdampf an die Universität oder an Wäschereien. Die ökologische Fernwärme versorgt umgerechnet 80 000 Wohnungen. Daneben produziert eine Dampfturbine mit einer Leistung von 17 Megawatt Strom. Im Rahmen der Modernisierung wurde die Leistung der Turbine mehr als verdoppelt. Insgesamt verwertet die Anlage heute 70 % der Energie, die im Abfall steckt.

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