Interview, Peter Petri / Walter (Schweiz) AG

«Produktivität so, wie wir sie verstehen»

| Redakteur: Matthias Böhm

«Es geht vor allem um die Wahrung unserer Standortvorteile. Dann gibt es auch eine positive Zukunft für den Werkplatz Schweiz.»Peter Petri, Managing Director, Walter (Schweiz) AG
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«Es geht vor allem um die Wahrung unserer Standortvorteile. Dann gibt es auch eine positive Zukunft für den Werkplatz Schweiz.»Peter Petri, Managing Director, Walter (Schweiz) AG (FOTO HERI AG)

Der Werkzeughersteller Walter (Schweiz) AG stellt zur Prodex gemeinsam mit dem WZM-Hersteller Reiden Technik AG aus, um den Besuchern die Möglichkeit zu geben, die Werkzeuge unter Span zu begutachten. Walter verfügt über ein sehr breites Spektrum an Hochleistungswerkzeugen, wie Peter Petri (Managing Director) gegenüber dem SMM hervorhebt. Zum Werkplatz Schweiz äussert er sich positiv, sofern die politischen Rahmenbedingungen sich nicht nachteilig verändern.

SMM: Sie stellen gemeinsam mit Reiden Werkzeugmaschinen aus, können Sie die Vorteile nennen, die sich im Rahmen dieser Partnerschaft für Sie ergeben?

Peter Petri: Austausch an Erfahrung in der zerspanenden Bearbeitung bis hin zu Live-Demos aller Werkzeuge auf einer Reiden-Maschine an der Prodex. Wir haben mit Reiden einen langjährigen Kunden von Walter und einen exzellenten Werkzeugmaschinenhersteller als Partner. Aufgrund der vielen gemeinsamen Kunden macht es auch Sinn, die neuesten Werkzeug-Lösungen gemeinsam zu zeigen und die Synergien, die sich auch an einer Messe ergeben, gemeinsam zu nutzen.

Effizienz ist eines der ganz grossen Themen bei den Werkzeugen. Was hat sich hier bei Ihnen konkret getan?

P. Petri: Die Effizienz in unserem Bereich steht für Produktivität von Bearbeitungslösungen in der Zerspanung. Hier sind wir gefordert in Zusammenarbeit mit unseren Kunden, den Partnern in der Zerspanung beste und optimale Lösungen für den jeweiligen Anwendungsfall zu entwickeln. Sei es, eines der 45 000 Standardwerkzeuge vorzuschlagen und ab EDC (European Distribution Center) täglich zu liefern oder eine kundenspezifische Sonderwerkzeuglösung zu generieren. Mit Walter Xpress sind wir heute in der Lage, innerhalb von 2 bis 3 Wochen komplette Sonderwerkzeuglösungen zu liefern. In einigen Minuten können auf der Frontend-Eingabemaske von Walter Xpress Sonderwerkzeuglösungen einfach generiert und beim zentralen Rechner angefragt sowie zusammen mit dxf-files oder STEP-Dateien in 3D angeboten werden. Die ganzen Prozesse im Hintergrund für die Beschaffung von Rohmaterial, Betriebsmittel, Maschinenverfügbarkeit etc. sind komplett automatisiert. Das ist Effizienz und umfassende Produktivität, wie wir sie verstehen. Live können wir Ihnen das auf der Prodex auf unserem Touchscreen aufzeigen. Effizienz heisst auch, alle möglichen IT-Tools zu beherrschen und effizient einzusetzen. Bestellprozesse über EDI und Toolshop zu automatisieren, um Fehler präventiv zu vermeiden und Kosten bereits in der Werkzeugbeschaffung beim Kunden und beim Hersteller in beidseitigem Interesse zu senken.

Welche Highlights von Walter präsentieren Sie zur Prodex?

P. Petri: Mit Sicherheit ist es so, dass wir alle Highlights aus dem Hause Walter nebst den bisherigen Top-Produkten aus allen Brands Walter, Titex und Prototyp zeigen werden. Nennen können wir z. B. das neue M-4000-Frässystem von Walter, wo Höchstleistung universell wird. Mit einer einheitlichen Wendeschneidplattenform wird dabei fast alles möglich.

Aus dem Bereich Titex-Bohren gibt es erstmals die neuen Reihen DC 150 und DC 170. Leistungsstark und vielseitig zeigt sich die neue Produktlinie Perform mit dem DC 150. Optimales Preis-Leistungs-Verhältnis gepaart mit höchster Prozesssicherheit.

DC 170, die Ikone des Bohrens. Einzigartig, sichtbar anders und mit Sicherheit führend. Kontinuierliche Führung, 360°-Kühlung, stärker denn je dank maximaler Hartmetallmasse an der Spitze.

Walter Reconditioning Service ist nicht nur Nachschleifen, sondern deckt die komplette Wiederinstandstellung der Werkzeuge in Walter-Originalqualität sicher.

Werkzeugausgabesystem Networkline. Flexibel und anwenderfreundlich.

GPS, die neueste Version des umfassenden Werkzeugauswahlprogrammsystems von Walter.

Dies, um Ihnen nur ein paar der Highlights zu nennen.

Werkzeuge werden heute immer spezifischer auf den Prozess hin ausgelegt, inwieweit kann der Anwender noch den Überblick behalten bei der riesigen Auswahl an Werkzeugen?

P. Petri: Das stimmt und ist aufgrund der stetig voranschreitenden Produktivitätssteigerung und Optimierung ein Muss. Der einzige zielführende Weg, den Überblick zu behalten, besteht darin, sich für einen kompetenten Werkzeug-Partner mit einem vielfältigen und umfassenden Werkzeugangebot zu entscheiden, der sich zum Ziel genommen hat, die Kunden stets optimal auf den jeweiligen Anwendungsfall und die Bedürfnisse bezogen zielführend, eben kompetent, zu beraten. Walter hat auf diese Frage eine klare Antwort entwickelt. Sie heisst Engineering-Kompetenz. Diese besteht darin, sich tagtäglich mit einem kompetenten Team den Bedürfnissen und Aufgaben des Marktes zu stellen und entsprechend optimale Lösungen auszuarbeiten. Unser Erfolg gibt uns bei diesem Bestreben recht. Gewinnen kann man dabei vielleicht nicht immer, aber nie aufgeben mit diesem Bestreben bestimmt.

Wie schätzen Sie die Zukunft des Werkplatzes Schweiz ein?

P. Petri: Man muss hierbei bestimmt unterscheiden in kurzfristige, mittelfristige und langfristige Tendenzen. Kurzfristig kann man nur fallweise beeinflussen. Dabei sind wir abhängig von globalen wie auch lokalen Gegebenheiten, die sich mit Sicherheit nicht kurzfristig wesentlich beeinflussen lassen. Seien dies z. B. Konflikte, Streiks, Boykottierungen, Währungseinflüsse, Grosskonzernakquisitionen, Börsen, Konjunkturzyklen etc. Es braucht optimale Rahmenbedingungen wie Innovation, Kompetenz, Loyalität und finanzielle Mittel. Stabile Bedingungen, die eine langfristige Strategie ermöglichen. Ich denke, wir haben diese nach wie vor, müssen aber darauf achten, dass wir nicht zu sehr in reinen Aktionismus verfallen. Ich denke in diesem Zusammenhang haben noch nicht alle Parteien in der Schweiz diese gemeinsame Verantwortung für unseren Industriestandort wahrgenommen. Es geht vor allem um die Wahrung unserer Standortvorteile. Dann gibt es auch eine positive Zukunft für den Werkplatz Schweiz. <<

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