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Swissmem Jahreszahlen 2019 Schweizer MEM-Industrie kämpft an vielen Fronten

| Redakteur: lic.rer.publ. Susanne Reinshagen

Die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) blickt auf ein schwieriges Geschäftsjahr zurück. Die Geschäftszahlen sind gegenüber 2018 rückläufig. Hauptgrund ist die Abkühlung der Konjunktur in den wichtigsten Absatzmärkten, welche durch Handelskonflikte und den Strukturwandel in der Automobilindustrie ausgelöst wurde. Verschärft wird die Lage durch die Corona-Epidemie, welche die Lieferkette teilweise unterbricht sowie die Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro.

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Die Umsätze und Auftragseingänge der Schweizer MEM-Industrie waren 2019 rückläufig.
Die Umsätze und Auftragseingänge der Schweizer MEM-Industrie waren 2019 rückläufig.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Im Jahr 2019 nahmen die Auftragseingänge in der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) im Vergleich zu 2018 um -10,6 Prozent ab. Auch die Umsätze sanken im Vergleich zu Vorjahr um -4,5 Prozent. Die Umsatzrückgänge waren bei Grossfirmen insgesamt etwas ausgeprägter als bei den KMU. Die negative Geschäftsentwicklung wirkte sich auch auf die Kapazitätsauslastung in den Betrieben aus. Ausgehend von 91,6 Prozent im vierten Quartal 2018 reduzierte sie sich auf 83,0 Prozent im vierten Quartal 2019. Sie liegt damit deutlich unter dem langjährigen Mittelwert von 86,4 Prozent. Die Anzahl Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der MEM-Industrie ist 2019 in den ersten neun Monaten von 320'500 auf 326'900 angestiegen, hat aber im vierten Quartal 2019 wieder auf 324'600 abgenommen. Aufgrund der aktuell schwierigen Lage prognostiziert Swissmem eine Fortsetzung dieses Abwärtstrends in naher Zukunft, zumal Kurzarbeit und Restrukturierungen jüngst zugenommen haben.

Sinkende Exporte

Der unbefriedigende Geschäftsgang widerspiegelt sich in den Güterexporten der MEM-Industrie. Sie sanken 2019 im Vergleich zu 2018 um -2,1 Prozent und erreichten einen Wert von 68,3 Milliarden Franken. Die Ausfuhren in die EU* gingen um -3,2 Prozent zurück. Auch die Exporte nach Asien reduzierten sich um -1,7 Prozent. Dem gegenüber stiegen die Güterausfuhren in die USA um +3,5 Prozent.

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Starker Franken und Corona-Epidemie verstärken Verunsicherung

«Gesamthaft war 2019 ein schwieriges Jahr für die Schweizer MEM-Industrie», sagt Stefan Brupbacher, Direktor Swissmem. «Die weltweiten Handelskonflikte haben die Konjunktur in den wichtigsten Absatzmärkten gedämpft. In Europa sorgte der Strukturwandel in der Automobilindustrie zusätzlich für Verunsicherung, was sich deutlich auf die Schweizer Automobilzuliefer- und die Werkzeugmaschinen-Industrie auswirkte.» Zudem ist im Vergleich zu 2018 der Schweizer Franken gegenüber dem Euro im vergangenen Jahr erneut deutlich stärker geworden, wodurch sich die Ertragslage der MEM-Firmen wieder verschlechtert haben dürfte.

Der Ausbruch der Corona-Epidemie belastet aktuell die ohnehin schwache Industriekonjunktur zusätzlich. Für verschiedene Firmen in der MEM-Industrie sind die Lieferketten beeinträchtigt oder sogar ganz unterbrochen. Zudem hat sich die Überbewertung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro seit Anfang 2020 noch akzentuiert, was die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer MEM-Industrie im wichtigen EU-Markt spürbar behindert. «Falls die Beeinträchtigungen durch die Corona-Epidemie und das gegenwärtige Ausmass der Überbewertung des Frankens anhalten, wird die Lage für die MEM-Industrie kritisch», befürchtet Stefan Brupbacher. <<

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