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Ein dritter Faktor sind Ideen, der Mann sprüht nur so vor Ideen. Auf die Uhrenmarke Hublot bezogen, war seine Idee traditionelle Luxusuhren mit modernster Technologie in Einklang zu bringen.
Tradition und Moderne
Die Tradition spiegelt sich in den mechanischen «Meisterwerken» wider, mittlerweile werden sie zu 100 % bei Hublot intern gefertigt und montiert. Als J.-C. Biver in 2004 eingestiegen ist, hatte Hublot die Werke noch über Zulieferer zugekauft. Doch das ist nicht die Welt des J.-C. Biver. Er will gestalten, entwickeln, die Produktion in der Hand haben, damit er steuern kann, in welche Richtung es geht. Inhouse-Produktion ist in diesem Zusammenhang Match-entscheidend, sie bringt Flexibilität und steigert das Unternehmens-Know-how. Zwei Beispiele seien hier angeführt, zum einen die Entwicklung des Gold-Keramik-Composites und zum anderen die Integration von Carbonwerkstoffen in die Uhrwerke und den daraus entstehenden Anforderungen an die Mikro-Zerspanungstechnik (siehe Kasten).
Sensationell: 70 HRC hartes Gold
Herausragend ist die Verfahrens-Entwicklung zur Herstellung des Werkstoff-Composites Keramik-Gold. Durch die Kombination von hochporöser Keramik mit Gold (auch andere Metalle sind möglich) entsteht 18-karätiges Gold-Keramik-Composite mit völlig neuen Werkstoffparametern. Ein «Gold», nach dem Jean-Claude Biver seit Jahren gesucht hat. Mit seiner Vision, hartes Gold herzustellen, stiess J.-C. Biver bei nahezu allen Werkstoffexperten auf Kopfschütteln; «unmöglich», sagten die meisten.
Undenkbares denken
Der vielversprechende Ansatz entstand im Rahmen einer Zusammenarbeit mit der EPFL in Lausanne vor etwa 5 Jahren. Anstatt auf eine Legierung zu setzen, wurden Versuche mit einem Verbundwerkstoff gefahren – die ersten Resultate waren vielversprechend und heute – 5 Jahre später – steht die weltweit einzigartige Anlage in den Produktionshallen der Hublot SA in Nyon, um Magic-Gold zu produzieren. Gold, das härter ist als gehärteter Werkzeugstahl. Das Resultat ist eindrücklich. Die Werkstoffkombination verfügt über eine Festigkeit von 1000 HV, was etwas mehr als 70 HRC entspricht. Fräswerkzeuge stossen hier an ihre Grenzen. Begeistert vom kratzfesten Gold, erklärt J.-C. Biver im gleichen Atemzug, dass eine klassische Bearbeitung des «Magic Goldes» nicht mehr möglich ist: «Wir mussten Bearbeitungs-Alternativen suchen, deshalb werden wir in zusätzliche Laser-maschinen investieren, mit denen wir diesen superharten Werkstoff bearbeiten können.»
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