Exklusivinterview mit Hansruedi Wandfluh, CEO Wandfluh AG

Vorhandene Stärken konsequent nutzen

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Kernthema des Werkplatzes ist nach wie vor der Wechselkurs – inwiefern ist Ihr Unternehmen betroffen?

H. Wandfluh: Wir leiden mit unserem Exportanteil natürlich stark darunter. Wir stehen unter hohem Spardruck und damit unter dem Druck weiter zu rationalisieren, zu automatisieren und unsere Abläufe zu optimieren. Zudem verrechnen wir im Ausland Teuerungszuschläge, mit dem Risiko, gewisse Aufträge zu verlieren.

Herr Bundesrat Schneider-Ammann hat kürzlich von der Möglichkeit eines düsteren wirtschaftlichen Szenarios gesprochen – sehen Sie das auch so?

H. Wandfluh: Wenn der Franken derart stark bleibt, teile ich seine Einschätzung. Um auch längerfristig in einer guten Ausgangsposition verbleiben zu können, erachte ich einen Wechselkurs zum Euro von etwa 1.40 als erforderlich. Eine weitere Intervention der Nationalbank ist wünschbar. Andernfalls dürfte für viele Firmen ein massiver Verlust von Arbeitsplätzen beziehungsweise deren Auslagerung unumgänglich sein. Sind Arbeitsplätze aber erst einmal ausgelagert, sind sie endgültig weg.

Wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung Ihres Unternehmens, wenn der Schweizer Franken derart stark bleibt?

H. Wandfluh: Wir sind im Markt gut positioniert, verfügen über gewisse Reserven und fahren weiterhin eine Vorwärtsstrategie. Langfristig sind jedoch auch wir auf ein vorteilhafteres Wechselkursverhältnis angewiesen.

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