Von Alfred Büchi über Porsche Turbo bis ABB-Turbolader

«911er-Reibahlen» für ABB-Schiffs-Turbolader

| Redakteur: Matthias Böhm

Kim Arnold, René Näf (beide Urma AG), Thomas Kroker und Roger Meister (beide ABB Turbo Systems Ltd.) vor dem Schiffsturbo der ABB Turbo Systems Ltd.
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Kim Arnold, René Näf (beide Urma AG), Thomas Kroker und Roger Meister (beide ABB Turbo Systems Ltd.) vor dem Schiffsturbo der ABB Turbo Systems Ltd. (M. Böhm)

er «911er Turbo» ist Inbegriff von Schnelligkeit, Sicherheit und Präzision auf vier Rädern. Der 911er beim Reiben sind die RX-Reibahlen von Urma. Die fertigungstechnischen Fortschritte, die der Einsatz der«UrmaCircoTec RX»-Reibsysteme für die Lagerbohrungen von ABB-Schiffsturbinengehäuse gebracht hat, sind sensationell. Noch wichtiger: Die Prozesssicherheit stieg. Die ABB-Turbos sorgen wiederum dafür, dass Containerschiffe sicher und wirtschaftlich angetrieben werden. Das alles dank Schweiz-Schweizer-Kooperation.

Der 911er Turbo braucht 3,4 Sekunden von 0 auf 100. Das ist sehr ordentlich. Doch die Beschleunigung des Schlichtprozesses der Lagerbohrung von Schiffs-Turboladern bei ABB Turbo Systems Ltd. lässt selbst den 911er ein wenig alt aussehen.

Die Spezialisten der Urma AG erarbeiteten gemeinsam mit den Fertigungs-Spezialisten Thomas Kroker (Manufacturing Technology, Turbocharger Supplies & Production) und Roger Meister (CAM-Programmierung, beide ABB Turbo Systems AG ) ein Feinbohrkonzept, um die Hauptlager der grossen Schiffs-Turbolader in Rekordzeit, Höchstpräzision und perfektionierter Prozesssicherheit zu fertigen. Doch der Reihe nach.

Turbos für Containerschiffe bis 80 Megawatt Leistung

ABB Turbo Systems AG entwickelt, produziert, vertreibt und unterhält Turbolader für Diesel- und Gasmotoren von 500 kW bis 80 MW Leistung. Gegen 200 000 ABB-Turbolader sind weltweit auf Schiffen, in Kraftwerken, auf Lokomotiven, schweren Baustellen- und Minenfahrzeugen im Einsatz. Eine dezentrale Organisation mit über 100 Vertretungen auf der ganzen Welt garantiert einen schnellen, kundennahen und qualitativ hochstehenden Service – rund um die Uhr. Produktion, zentrales Ersatzteilzentrum sowie Forschung und Entwicklung befinden sich am Standort Baden in der Schweiz.

900 Mitarbeiter produzieren 9000 Turbos pro Jahr

Im Bereich ABB Turbo Systems Ltd. arbeiten 900 Mitarbeiter. Mit 38 Bearbeitungszentren in Baden und 25 BAZ in Klingnau werden pro Jahr zirka 9000 Turbos produziert.

Zuverlässigkeit das A und O

Thomas Kroker hebt im Gespräch mit dem SMM hervor, dass Zuverlässigkeit das A und O der ABB-Turbos sei: «Ein Turbo auf einem Containerschiff darf nicht ausfallen. Wenn passiert, was nicht passieren darf, dann müssen wir sofort reagieren. Ein Ersatzteil muss innerhalb von 48 h auf jedem Flughafen der Welt sein. Die meisten Schiffe kommen noch in den Hafen, weil die Turbos redundant ausgelegt sind. Grosse Containerschiffe verfügen in der Regel über 2–4 Turbos. Aber schlimmstenfalls müssen wir bei einem Turbo-Ausfall per Helikopter auf die offene See liefern und dort montieren.»

Die Ausgangslage

Das Turbolader-Gehäuse der seit 2007 gebauten Serie A100 aus Guss verfügt über mehrere Lagerstellen für den Verdichter mit einem Abstand von rund einem halben Meter. Der Reibdurchmesser liegt je nach Turbolader bei etwa 100 mm. Das Toleranzfeld IT5 verlangt höchste Präzision sowie eine hohe Oberflächengüte.

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