Suchen

SMM InnovationsForum Fertigung Prozesssicherer Werkzeugeinsatz durch Digitalisierung

Redakteur: Silvano Böni

Wer die Vorteile der Digitalisierung im Produk­tions­umfeld nutzen will, muss für Durchgängigkeit sorgen, für reibungslosen Datenfluss. HAIMER, Systemanbieter für hochpräzise Produkte rund um die Werkzeugmaschine, hat sich dieses Themas angenommen und all seine Produkte datendurchgängig und Industrie-4.0-ready gestaltet.

Firmen zum Thema

Haimer ist Systemanbieter fürs komplette Werkzeugmanagement. Alle Produkte sind für den unkomplizierten Datenaustausch vorbereitet.
Haimer ist Systemanbieter fürs komplette Werkzeugmanagement. Alle Produkte sind für den unkomplizierten Datenaustausch vorbereitet.
(Bild: Haimer)

Die Haimer Gruppe hat sich in den letzten Jahren zum Systemanbieter für das komplette Werkzeugmanagement entwickelt. Das durchgängige Programm reicht von verschiedensten Werkzeugaufnahmen, Schrumpf- und Auswuchttechnik, Werkzeugvoreinstellgeräten bis hin zu Hartmetallwerkzeugen und Messtastern. All diese Komponenten kann Haimer mit seinen Tool-Room-Lösungen mit funktioneller und ergonomischer Arbeitsplatzgestaltung bündeln. Alle Produkte sind konstruktiv perfekt aufeinander abgestimmt und bieten jetzt auch die Voraus­setzung für Netzwerkintegration sowie durchgängigen Daten­fluss.

Die Haimer Gruppe beschäftigt insgesamt mehr als 700 Mitarbeiter weltweit. An zwei Fertigungsstandorten in Deutschland (Igenhausen und Bielefeld) werden alle Geräte, Werkzeugaufnahmen und Werkzeuge unter höchsten Qualitätsvorgaben produziert. Allein am Stammsitz in Igenhausen ent­stehen derzeit täglich bis zu 2000 Werkzeug­aufnahmen.

Bildergalerie
Eventtipp: SMM InnovationsFORUM FertigungstechnikDas SMM InnovationsFORUM ist der Treffpunkt der Schweizer Fertigungsindustrie, an dem ausgewiesene Fertigungsexperten über die aktuellsten Trends der Branche informieren. Nutzen Sie die Gelegenheit mit den Referenten zu diskutieren und sich mit den anderen Teilnehmern auszutauschen.
Wann: Mittwoch, 14. November 2018
Wo: Forum der Messe Luzern
Preis: 150.-- CHF (exkl. MwSt.)
Informationen: www.smm-innovationsforum-fertigung.ch

Um das bislang kontinuierliche Wachstum fortzusetzen, genügen nicht allein die Kapazitätserweiterungen. Innovationen sind die eigentliche Basis dafür. So investiert Haimer Jahr für Jahr zwischen acht und zehn Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Zurzeit steht die Industrie-4.0-­Fähigkeit und die digitale Kommunikation aller Haimer-­Produkte im Mittelpunkt der diesbezüglichen Aktivitäten.

Kommunikation mit dem Werkzeug

Um die Werkzeugaufnahmen in die digitale Kommunikation in der Fertigung einzubinden, bietet Haimer zwei Möglichkeiten an. Die erste Möglichkeit stellt der RFID-Datenchip dar, mit dem sich Haimer-­Werkzeugaufnahmen optional ausstatten lassen. Dieser kontaktlos les- und beschreibbare Datenspeicher sorgt für die sichere Identifikation des jeweiligen Werkzeugs und seines Spannfutters. Er ist in der Lage, die von Wucht- und Voreinstellgeräten ausgegebenen Ist-Daten (Geometrie, Wucht­güte etc.) zu speichern und an die Werkzeug­maschine zu übergeben. Er kann auch in der Werkzeug­maschine Informationen sammeln, zum Beispiel bezüglich der Standzeiten.

Da bei Haimer stets die Qualität und damit verbunden die Prozesssicherheit im Fokus steht, entwickelten die Werkzeugspezialisten auch ein System zur sicheren Befestigung des Chips am Werkzeughalter. Die Data-Lock genannte, mechanische Verriegelung fixiert den RFID-Datenträger durch Form- und Kraftschluss am Werkzeughalter, so dass er sich auch bei Hochgeschwindigkeitsbearbeitungen mit bis zu 60000 U/min nicht lösen kann.

Zum anderen können die Spannfutter mit einem aufgelaserten QR- oder Data-Matrix-Code versehen werden, der über Scanner von verschiedenen Systemen ausgelesen und ausgewertet werden kann. Er enthält die Seriennummer des Werkzeuges, wodurch eine übergreifende Softwarelösung, zum Beispiel durch den Haimer DAC (Data Analyzer und Controller) eine Verbindung mit dem Unternehmensnetzwerk herstellt, um dadurch eine eindeutige Identifikation des Werkzeugs zu ermöglichen und weitere Werkzeugdaten einzusehen (Zusammenbau, Artikelnummern, Lagerbestandsanpassung, 3-D-Modelle). Auf dem Werkzeug selbst werden hierbei jedoch keine weiteren Informationen gespeichert.

Datenaustausch zwischen Schrumpf-, Wucht- und Voreinstellgeräten

Um grösstmöglichen Nutzen aus der Digitalisierung im Zerspanungsumfeld zu ziehen, ist die Netzwerkfähigkeit der Schrumpf-, Wucht- und Werkzeugvoreinstellgeräte von grosser Bedeutung. Die Maschinen müssen nicht nur mit den Werkzeugen beziehungsweise deren RFID-Chips kommunizieren, sie müssen auch mit externen Verwaltungssystemen im Kundennetzwerk oder in Clouds wichtige Daten austauschen können. Dazu gehört beispielsweise, dass sie in der Lage sind, die Soll-Daten für die notwendige Voreinstellung zu empfangen und nach dem Einstell- oder Wuchtvorgang die jeweiligen Ist-Daten an übergeordnete Systeme oder RFID-­Technologie zu übertragen.

Für den bidirektionalen Austausch zwischen allen Haimer-Produkten, der Werkzeugmaschine und entsprechenden Datenspeichern sorgt der Data Analyzer & Controller. Diese einfach zu bedienende Softwarelösung unterstützt den Anwender bei der Analyse der Produktionsdaten und trägt zur Prozessoptimierung bei.

Eine weitere Software, das Haimer Smart Tool Datenaustausch 4.0, übernimmt die Aufgabe, alle relevanten Werkzeugdaten so aufzubereiten, dass sie in gängige externe Softwarelösungen übertragen werden können. SMM

(ID:45483655)