Instandhaltung

Schutz- u. Diagnosesystem für Kolbenkompressoren

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Praxiseinsatz bestätigt Theorie

Dass die Erfolge in der Praxis die theoretischen Überlegungen bestätigen, zeigt das Beispiel eines zweistufigen Verdichters mit 173 bar Enddruck, 370 U/min und ca. 5800 kW. Zwei dieser Kompressoren arbeiten in einer Raffinerie von Total parallel und verdichten Wasserstoff für nachfolgende Anlagenabschnitte. Ein herkömmliches Analysesystem war bereits installiert. Das neue, auf diese Kolbenkompressoren abgestimmte Recip-Com-System wurde zusätzlich nachgerüstet. Beide Systeme arbeiten simultan. Gemessen werden der Zylinderdruck, die Position der Kolbenstange und die Vibrationen am Kreuzkopf. Damit sind Aussagen über die Ventilfunktion, die Kolbenstangenbelastung sowie über den Zustand der Kolbenringe und deren Verschleiss möglich. Auch die Saugventiltemperaturen fliessen in die Auswertung mit ein. Die erste Fehlermeldung des neuen Monitoringsystems zeigte um 9.00 Uhr morgens einen abnormen Vibrationsanstieg am Kreuzkopf des dritten Zylinders von Kompressor Nr. 1 an. Die auftretenden Vibrationen wurden mit zunehmender Stärke registriert. Der gleichzeitige Anstieg der dynamischen Kolbenstangenauslenkung von 100 µm auf 170 µm bestätigte den Verdacht einer lockeren Verbindung am Kreuzkopf. Eine genauere Analyse und der Vergleich mit früheren Referenzdaten, die im System abgespeichert waren, ergaben eine grosse Abweichung der Kolbenstangenbewegung. Die Vertikalbewegung der Stange korrespondierte mit dem Kurbelwinkel bei 90 Grad und 120 Grad. Um 11.00 Uhr wurde der Kompressor sicher und ohne Produktionsunterbrechung heruntergefahren. Die Wartungsmannschaft demontierte die betroffenen Teile am dritten Zylinder.

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