United Machining Solutions auf der AMB 2026 Neues für die Werkzeugproduktion und Drahterosion

Von Nastassja Neumaier 3 min Lesedauer

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Mit einer aufwendig inszenierten Enthüllung mehrerer Weltpremieren sorgte United Machining Solutions für einen der meistbeachteten Auftritte auf der AMB 2026 in Stuttgart. Auf dem Stand der Gruppe stellte Walter mit der «Helitronic Fusion» eine Werkzeugschleifmaschine mit integrierter Automation sowie mit der «Helicheck Compact» eine kompakte Werkzeugmessmaschine vor. Agie Charmilles zeigte unter anderem die beiden Drahterodiermaschinen «Cut P 600» und «Cut 1000 Nano9» für hochpräzise Anwendungen.

Carlo Buck, Managing Director & Head of Market Region Central Europe bei United Machining SA, vor der neuen Drahterodiermaschine «Cut P 600»: «Die AMB 2026 schafft einen positiven Ausblick. Besonders wertvoll waren die zahlreichen qualifizierten Gespräche und konkreten Projektanfragen. Die Dynamik am Markt ist deutlich spürbar.»(Bild:  Nastassja Neumaier)
Carlo Buck, Managing Director & Head of Market Region Central Europe bei United Machining SA, vor der neuen Drahterodiermaschine «Cut P 600»: «Die AMB 2026 schafft einen positiven Ausblick. Besonders wertvoll waren die zahlreichen qualifizierten Gespräche und konkreten Projektanfragen. Die Dynamik am Markt ist deutlich spürbar.»
(Bild: Nastassja Neumaier)

Wer Schneidwerkzeuge für die Automobilbranche, den Maschinenbau oder die Luft- und Raumfahrt fertigt, kennt den Druck des Marktes: Höchste Genauigkeit, kurze Durchlaufzeiten und sinkende Betriebskosten müssen gleichzeitig erreicht werden. Genau darauf reagiert Walter mit den beiden neuen Maschinen.

Vollintegrierte Automation neu gedacht

«Helitronic Fusion»(Bild:  Walter Maschinenbau GmbH)
«Helitronic Fusion»
(Bild: Walter Maschinenbau GmbH)

Die «Helitronic Fusion» ist für die Fertigung rotationssymmetrischer Schneidwerkzeuge wie Bohrer, Fräser, Profilwerkzeuge, Senker und Reibahlen ausgelegt. Sie bearbeitet Werkzeuge mit Durchmessern bis 260 mm und ermöglicht eine maximale Schleiflänge von 380 mm.

Eine neu entwickelte Kreuzbettbauweise soll thermische Stabilität sowie statische und dynamische Steifigkeit mit einem vergleichsweise geringen Platzbedarf verbinden. Das Maschinenbett aus schwingungsdämpfendem Mineralguss und der symmetrische Achsaufbau dienen dazu, Vibrationen zu reduzieren und die Fertigungsgenauigkeit auch über längere Serien stabil zu halten.

Für kurze Nebenzeiten können Werkzeug- und Werkstückwechsel gleichzeitig durchgeführt werden. Ein neuer Scheibenwechsler verkürzt zudem den Wechsel der Schleifscheiben. Hochgenaue Glasmassstäbe kommen ohne Sperrluft aus, wodurch sich der Energieverbrauch reduzieren lässt. Eine bedarfsgerecht ausgelegte Antriebskühlung und eine optimierte Absaugung sollen die Betriebskosten zusätzlich senken.

Bedient wird die Maschine über Walters «C.O.R.E.»-System mit Touchpanel und IoT-Anbindung. Für automatisierte Fertigungsabläufe ist optional ein Fanuc-Roboter erhältlich.

Hochpräzise Werkzeugmessung zum Einstiegspreis

«Helicheck Compact»(Bild:  Walter Maschinenbau GmbH)
«Helicheck Compact»
(Bild: Walter Maschinenbau GmbH)

Mit der «Helicheck Compact» erweitert Walter sein Angebot um eine Werkzeugmessmaschine, die den Einstieg in die berührungslose Werkzeugmessung erleichtern soll. Die Maschine erreicht nach Herstellerangaben eine maximale Messunsicherheit von EUX, MPE = 1,4 + L/300 µm.

Messbar sind Werkzeuge mit einem maximalen Durchmesser von 255 mm beziehungsweise 180 mm bei einer Messung nach dem Rachenlehrenprinzip. Die maximale Werkzeuglänge beträgt 365 mm auf Basis einer SK-50-Aufnahme.

Die Konstruktion basiert auf einem Granitkörper, der eine hohe Wiederholgenauigkeit gewährleisten soll. Zum Einsatz kommen Windows 11 LTSC, die «C.O.R.E.»-Technologie und die «Walter Metrology Center Software». Der Funktionsumfang umfasst unter anderem «Easy Check» sowie eine neue Lösung zur Schleifscheibenvermessung. Darüber hinaus ist die Messmaschine für die IoT-Anbindung vorbereitet. Nach Angaben von Walter wurden bei der Entwicklung auch die Anforderungen des «Cyber Resilience Act» berücksichtigt. Die «Helicheck Compact» eignet sich sowohl für Durchlicht- als auch für Auflichtmessungen.

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Prozessstabilität beim Drahterodieren

Die neue «Cut P 600» ist konzipiert für hochwertige Werkstücke, bei denen unabhängig von der Erfahrung des Bedieners feinste Details und höchste Wiederholgenauigkeit erforderlich sind.(Bild:  Agie Charmilles SA)
Die neue «Cut P 600» ist konzipiert für hochwertige Werkstücke, bei denen unabhängig von der Erfahrung des Bedieners feinste Details und höchste Wiederholgenauigkeit erforderlich sind.
(Bild: Agie Charmilles SA)

Agie Charmilles stellte auf der AMB die neue «Cut P 600» vor. Die Drahterodiermaschine richtet sich an Hersteller hochwertiger Werkstücke, bei denen feine Konturen, eine kontrollierte Prozessführung und eine hohe Wiederholgenauigkeit gefordert sind.

Im Mittelpunkt steht die reproduzierbare Bearbeitung komplexer Geometrien. Eine präzise Prozesskontrolle und integrierte Automatisierungsfunktionen sollen die Abhängigkeit des Bearbeitungsergebnisses von der Erfahrung des Bedienpersonals verringern. Damit ist die Maschine insbesondere für Fertigungsumgebungen konzipiert, in denen eine gleichbleibende Qualität über mehrere Werkstücke oder Serien hinweg erforderlich ist.

Die Kombination aus Detailgenauigkeit, Prozessüberwachung und Automation soll zudem dazu beitragen, Bedienereingriffe zu reduzieren und die Prozesssicherheit zu erhöhen.

Drahterodieren im Submikrometerbereich

Die «Cut 1000 Nano9» ermöglicht mit ihrer Genauigkeit im Submikrometerbereich, der Fähigkeit zur Bearbeitung mit ultrafeinem Draht und ihrer herausragenden Wiederholgenauigkeit selbst die anspruchsvollsten Drahterodieranwendungen.(Bild:  Agie Charmilles SA)
Die «Cut 1000 Nano9» ermöglicht mit ihrer Genauigkeit im Submikrometerbereich, der Fähigkeit zur Bearbeitung mit ultrafeinem Draht und ihrer herausragenden Wiederholgenauigkeit selbst die anspruchsvollsten Drahterodieranwendungen.
(Bild: Agie Charmilles SA)

Mit der «Cut 1000 Nano9» adressiert Agie Charmilles Anwendungen, bei denen konventionelle Genauigkeiten im Mikrometerbereich nicht mehr ausreichen. Die Maschine kombiniert eine Bewegungssteuerung auf Nanoebene mit der Bearbeitung durch ultrafeine Drähte.

Dadurch lassen sich besonders kleine Geometrien und feine Konturen mit Genauigkeiten im Submikrometerbereich herstellen. Gleichzeitig ist die Maschine auf eine hohe Wiederholgenauigkeit ausgelegt – ein entscheidender Faktor bei der Serienfertigung von Präzisionsbauteilen.

Als mögliche Einsatzgebiete nennt der Hersteller unter anderem die optische Verbindungstechnik, das Feinstanzen, die Uhrenindustrie und die Medizintechnik. In diesen Branchen steigen die Anforderungen an kleine Strukturgrössen, enge Toleranzen und reproduzierbare Bearbeitungsergebnisse kontinuierlich. Die «Cut 1000 Nano9» soll dafür die notwendige Bewegungsauflösung und Prozessstabilität bereitstellen.

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